Tennisprofi empört

14. Januar 2020 11:56; Akt: 14.01.2020 13:49 Print

«Bin schockiert, dass wir hier spielen müssen»

von Laura Inderbitzin - Am Australian Open leiden die Tennisspieler unter der miserablen Luftqualität. Immer mehr Profis beschweren sich.

Die Slowenin Dalila Jakupovic geht wegen des Rauchs in Melbourne zu Boden. (Video: Tennis Australia via AP)
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Die Organisatoren beschwichtigten in den vergangenen Tagen immer wieder. «Das Australian Open findet wie geplant statt», versicherten sie. Die Buschbrände seien schrecklich und verheerend, doch für das Grand-Slam-Turnier würden sie trotz allem keine Gefahr darstellen. Der erste Tag der Qualifikation fürs Major-Turnier in Melbourne bewies bereits das Gegenteil.

Die Luftqualität war am Dienstag derart schlecht, dass die Slowenin Dalila Jakupovic einen heftigen Hustenanfall hatte und ihre Partie gegen die Schweizerin Stefanie Vögele aufgeben musste. Auch die ehemalige Topspielerin Eugenie Bouchard musste sich wegen Atemproblemen behandeln lassen, konnte jedoch weiterspielen.

Sieht man Bilder aus Melbourne, erscheinen diese Probleme der Spielerinnen wenig überraschend. Die australische Grossstadt wies am Dienstag weltweit die schlechteste Luftqualität auf: Auf den Strassen liefen die Leute mit Atemmasken herum, die Regierung empfahl den Bürgern im Haus zu bleiben und die Feuerwehr war dauerbeschäftigt, weil der starke Rauch Feuermelder auslöste.

«Das ist nicht vernünftig»

Immer mehr Tennisspieler beschweren sich deshalb öffentlich über die Bedingungen am Australian Open. «Ich bin schockiert, dass wir hier unsere Quali-Matches spielen müssen», twitterte die Luxemburgerin Mandy Minella (WTA 140). Unter anderem die sechsfache Turniersiegerin Alizé Cornet (WTA 60) stimmte ihrer Kollegin wenig später zu. «Das ist einfach nicht vernünftig», fügte Cornet an.

Auch Top-Spielerin Elina Switolina (WTA 5) hat ihrem Ärger Luft gemacht. «Wieso müssen wir darauf warten, bis etwas Schlimmes passiert, damit wir etwas unternehmen?», twitterte die Ukrainerin.

Der Amerikaner Noah Rubin (ATP 250) warf neben allen Bedenken und Sorgen zudem eine Frage auf: Müsste ein Roger Federer oder ein Novak Djokovic unter solchen Bedingungen spielen? «Nein», meinte Rubin gegenüber «Sporting News Australia» und betonte noch einmal, wie schlecht die Luft in Melbourne sei.

Von den topgesetzten Spielern hat sich am Dienstag (noch) niemand zu den Bedingungen geäussert. Allerdings hatte Djokovic bereits vor einigen Tagen eine Verschiebung des Turniers erwogen. «Wenn die Gesundheit der Spieler gefährdet ist, sollte man als allerletzte Option darüber nachdenken.» Der Lausanner Stan Wawrinka postete ein Bild aus Melbourne auf Insta, das die Verhältnisse gut zeigt:

Messgeräte auf allen Courts

Unter den Organisatoren ist die Verschiebung weiterhin kein Thema. Turnierdirektor Craig Tiley versicherte, dass sie neue Massnahmen wegen des Rauchs ergriffen hätten. «Wir haben Messgeräte auf allen Courts installiert, die die Luftqualität regelmässig messen, und wir haben Fachleute beigezogen. Wir hören auf die Experten», sagte er. Grundsätzlich ist Tiley positiv gestimmt. Tatsächlich soll der Wind, der viel Rauch nach Melbourne gebracht hatte, am Mittwoch drehen und Regen ist ebenfalls wahrscheinlich.

Doch auch wenn sich nichts ändern würde, würde man das Australian Open nicht verschieben. Man würde es höchstens auf die drei überdachten Stadien und acht Hallenplätze des Melbourne Parks beschränken. «Die Vorhersagen für die nächsten Tage und Wochen sehen aber gut aus», gibt sich Tiley optimistisch. Die Organisatoren beschwichtigen wieder. «Das Australian Open findet statt.» Vielleicht nicht ganz wie geplant. Aber es findet statt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tresor am 14.01.2020 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feuer

    Hallo, das Land brennt!!! Die hätten das Turnier besser abgesagt und die Gagen der Spieler gespendet.

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  • Ko Ala am 14.01.2020 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Spieler könnten sich weigern

    Wenn sich alle Spieler kategorisch weigern hätte das ziemliche Symbolkraft und die Turnierveranstalter hätten keine andere Wahl als das Turnier zu cancellen

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  • Dome Bieri am 14.01.2020 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiwillig

    Was heisst müssen? Ist doch freiwillig

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frederic am 18.01.2020 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Armer Kerl

    Ja ja Bubi Federer sagt das so, aber im innersten will er Kohle das ist ihm viel wichtiger. Das es so tut als sei ihm der Umweltschutz wichtig glaub ihm das niemand. Geldgier beflügelt ihn und das wird auch so bleiben. Eigentlich ein armer Kerl.

  • Heugümper am 15.01.2020 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorher geht die Welt unter...

    ...als ein Roger Feder auf ein Startgeld verzichten würde!

  • ST Ga am 15.01.2020 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Memmen

    Tennis ist einer der am meisten überbezahlten Sportarten überhaupt, vorallem das Dammentennis.. wenn sie für einmal ein bisschen in den sauren Apfel beissen "müssen" ist dies gleich das schlimmste Ereignis ihres Lebens... was für Memmen!

  • Andi Schlatter am 15.01.2020 06:38 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverständlich findet es statt...

    ...geht ja um Geld, nicht um Menschen.

  • Flachländer am 15.01.2020 04:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant...

    ...auf den Courts wird Temperatur, Lichtintensität, Liftfeuchtigkeit und weiss ich was noch alles normiert und vor den Matches gemessen. Fällte bereits ein Scheinwerfer aus oder funktioniert die Klimaanlage nicht richtig, lässt das Reglement keinen Match zu. Aber wenn die Luftqualität offensichtlich schlecht ist ind freies intensive Atmen unmöglich, dann kann man ohne weiteres spielen. Muss man nicjt verstehen...