Tennis-Star Naomi Osaka

03. August 2019 08:36; Akt: 03.08.2019 09:06 Print

«Die schlimmsten Monate meines Lebens»

Nach dem Aufstieg zur Nummer 1 ging bei Naomi Osaka nicht mehr viel. Sie habe die Freude am Tennis verloren, sagt die Japanerin.

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Als sie den Gipfel erklomm, war die Prognose naheliegend: Naomi Osaka wird in den kommenden Monaten zur Titelsammlerin. Das war Ende Januar, die Japanerin hatte nach dem US Open auch das Australian Open gewonnen und war als erste Asiatin die Weltnummer 1 geworden. Seither hat sie keine Trophäe mehr gestemmt.

Nur 16 Tage nach dem Australian Open kam es zum Bruch mit ihrem deutschen Erfolgscoach Sascha Bajin. Über die Gründe für die Trennung wird heute noch gerätselt. Es folgten schwierige Wochen mit Verletzungen und Formtiefs, am French Open scheiterte die 21-Jährige in der dritten, in Wimbledon gar in der ersten Runde, die Australierin Ashleigh Barty hat sie inzwischen an der Spitze abgelöst. Nun, vor ihrer Rückkehr auf die Tour in Toronto, hat Osaka auf Twitter Einblick in ihre Gefühlswelt gegeben.

Sie spricht von den «schlimmsten Monaten meines Lebens», räumt ein, dass sie nach dem Triumph von Melbourne in ein Loch fiel, «ich hatte seit Australien keine Freude mehr am Tennisspielen». Sie habe sich damit auseinandergesetzt und abgefunden, sie lerne, wieder Spass zu haben.

Es war ja auch alles ziemlich schnell gegangen. Im März 2018 hatte Osaka in Indian Wells – am grössten Turnier nach dem Grand Slams – ihren ersten von bisher drei Titeln geholt, ehe sie in New York und Melbourne nachlegte. Auch wenn sie schon lange in Florida lebt: Japan feierte einen neuen Mega-Star, die Erwartungen schnellten allenthalben in die Höhe. Sie wurden bisher enttäuscht. «Ich gab den Resultaten zu viel Gewicht, statt aus den Spielen zu lernen, wie ich es normalerweise tue», schreibt Osaka.

Wiederholt sich die Geschichte?

Und weil die Resultate unbefriedigend waren, geriet sie in eine Abwärtsspirale. «Wann immer etwas schiefgeht, gebe ich mir zu hundert Prozent die Schuld. Ich tendiere dazu, mich zu verschliessen, weil ich niemanden mit meinen Problemen und Gedanken belasten will.» Osaka glaubt, in dieser schwierigen Phase viel über sich erfahren zu haben und als Person gewachsen zu sein. Zum Schluss schlägt sie optimistische Töne an: «Ich freue mich auf die Zukunft, auf und neben dem Platz.»

Vielleicht ist Osakas Tweet gar kein schlechtes Omen für die anstehenden Aufgaben. Ziemlich genau vor einem Jahr, Mitte August war es, hatte sie einen ähnlichen Text veröffentlicht, nachdem sie in Montreal und in Cincinnati jeweils in der ersten Runde verloren hatte. Sie schrieb vom Druck, der sie hemme, von den gestiegenen Erwartungen seit ihrem Coup in Indian Wells, von der neuen und ungewohnten Rolle, weil sie nicht mehr die Aussenseiterin war.

Osaka schrieb aber auch, dass sie endlich den Spass am Tennis wiedergefunden habe. Drei Wochen später gewann sie das US Open.

Tennis

(kai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christoph am 03.08.2019 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grund

    Ich erinnere mich noch gut wie sie das US Open gewann und eine total unfaire Verliererin namens Serena Williams die sensible Gegnerin fertig gemacht hat. Zudem das unfairste US Publikum. Ein solches Trauma zu verarbeiten dauert sehr lange. Kopf hoch!

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  • Romina am 03.08.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Naomi ist sehr sensibel

    Ich denke das ganze Umfeld mit Medien usw. macht ihr zu schaffen. Vielleicht sollte man solche Sportler einfach mal in Ruhe lassen und sie ihren Sport ausüben lassen. Aber eben, das "Drumrum" ist einfach pervers und respektlos gegenüber den Sportlern geworden - nicht nur im Tennis. Sorry.

  • J. Abend am 03.08.2019 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trainerwechsel

    Warum nur hat sie den Trainer gewechselt? War er ihr nicht gut genug?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Home am 03.08.2019 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Siri enforced

    wann kommt die "Harmony" die auch noch Tennis spielen kann?

  • Alphütteliselie am 03.08.2019 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine Ansicht

    leider ist sie ein wenig zu f... daher zu langsam auf den beinen und unbeweglicher als wenn mann schl... ist.

    • Spiegel am 03.08.2019 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Alphütteliselie

      Oh, dann muss Serena Williams für dich ja ein Elefant sein. ;-) Aber sag mal, was denkst du wenn du dich nackt vor dem Spiegel siehst?

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  • Mentalcoach - Grundsatzfrage am 03.08.2019 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist der primäre Fokus im Sport:

    Dass ich im Match Spass habe und auch das zeigen kann was ich wirklich kann - daraus zeigt sich dann, ob ich gewinne oder nicht; oder dass ich mich selbst unter Druck setze in dem ich mir einrede, primär gewinnen zu müssen mit dem Risiko, dass ich mich total verkrampfe und mich selbst unter Stress setze?

  • Hobbysportlerin am 03.08.2019 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Umfeld wichtig

    Der Weg nach ganz oben ist schwierig und es braucht ein gutes Umfeld, um den Druck aushalten zu können. Die Körpersprache von Osaka ist ein wenig komisch. Manchmal weiss man nicht, wie man ihren Gesichtsausdruck deuten soll.

  • diversity am 03.08.2019 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    all the best

    Also die Kommentare zu deisem Artikel sind ja sowas von daneben! Sie ist 21, sie wird ihren Weg noch finden :)

    • Heinz Miller am 03.08.2019 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @diversity

      Das ist die Japanische Mentalität, alles mit sich selber ausmachen. Man will niemanden zur Last fallen, wenn man Probleme hat. Sie ist erst 21 Jahre alt und hat zum ersten Mal die Erfahrung als Weltnummer 1 gemacht. Sie wird daraus lernen und hoffentlich für sich selber Entscheiden was Sie für Aktivitäten neben dem Platz nachgeht oder nicht.

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