Expertensicht

14. Juli 2019 09:07; Akt: 14.07.2019 11:17 Print

«Djokovic ist eine Mauer»

von René Stauffer, London - Der siebenfache Grand-Slam-Sieger Mats Wilander sagt: Der Final wird für Federer noch härter als die Nadal-Partie.

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Wie gross ist der Unterschied für Federer, ob er wie im Wimbledon-Halbinal gegen Nadal oder nun im Final gegen Djokovic spielen muss?
Riesig. Was mir für ihn Sorgen macht: Es ist für ihn gegen Djokovic nicht so natürlich zu wählen, wann er den Ballwechsel beschleunigen soll und wann nicht. Nadal lässt ihm da mehr Möglichkeiten, er gibt ihm mehr Öffnungen. Djokovic aber macht den Court so klein... Es ist nicht so offensichtlich zu erkennen, wo man ihn angreifen soll, weil er überall zu sein scheint. Djokovic ist eine Mauer. Und in dieser Mauer gibt es keine Löcher. Im Gegensatz zu Nadal, da gibt es für Federer Löcher.

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Wer gewinnt den Wimbledon-Final?

Wie stark fanden Sie Djokovic in Wimbledon bisher?
Schwer zu sagen, wo er steht, weil er in diesem Turnier noch nie richtig bedrängt wurde. Ist er besser als das, was er bisher gezeigt hat? Wenn sich Djokovic nicht steigert, wird Federer gewinnen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass er das tut. Er wird besser spielen. Ich denke, er spielt stets so gut, wie er spielen muss.

Ist er Minimalist?
Das zeigte er im Halbfinal gegen Bautista Agut nach dem verlorenen zweiten Satz. Oder auch gegen Goffin. Es war, als ob er sich jeweils sagte: «Oh, ich habe ein Problem? Dann schalte ich halt einen Gang höher und laufe davon!»

Wie kann Federer gewinnen?
Vieles hängt von seinem Aufschlag ab. Ich war überrascht, wie viele Gratispunkte er damit gegen Nadal bekam. Er wird auch gegen Djokovic viele Aufschlagwinner schlagen. Das Problem ist nur: Wenn Novak an den Ball kommt, bringt er ihn meistens sehr gut zurück. So gut, dass du mit dem zweiten Schlag nicht gleich den Punkt machen kannst. Gegen ihn wird man deshalb Rogers Lieblingskombination – Aufschlag gefolgt von einem Vorhandwinner – nicht so oft sehen. Wenn Djokovic mit dem Return den Ball zurückbringen kann, neutralisiert er den Ballwechsel sehr oft sogleich. Gegen Nadal bist du nach dem Aufschlag im Vorteil, aber daraus muss du auch etwas machen. Sonst dauert es einen oder zwei Schläge, und der Ballwechsel ist neutral. So war es früher auch bei Agassi.

Wie gefiel Ihnen Federer gegen Nadal?
Er spielte grossartig. Ich glaube nicht, dass er viel besser spielen kann. Nadal dachte allerdings nach dem zweiten Satz, er könne gewinnen, indem er Sandplatztennis spielt. Ich hatte erwartet, dass er schneller spielen würde. Der zweite Satz (6:1) war zu einfach für Nadal. Gegen Ende dieses Satzes bemühte sich Roger aber nicht einmal mehr, einen Punkt zu machen. Und Rafa dachte, nun habe er den Match im Sack. Das war taktisch brillant von Roger! Er schien zu sagen: Du kannst den Satz haben, kein Problem! Und dann hob er sein Niveau wieder an, und Rafa war verblüfft.

Teilen Sie die Meinung, dass dieses Endspiel für die Tennisgeschichte von grosser Bedeutung ist?
Sicherlich. Aber ich denke, dieser Final ist wichtiger für Federer als für Djokovic. Wegen seines Alters. Und weil er Djokovic bremsen muss. Aber die Partie dürfte offener sein als viele andere Endspiele zwischen ihnen, die Djokovic gewann.

Was ist anders als 2014 und 15, als Federer ihm in drei Grand-Slam-Endspielen unterlag?
Federer ist ein besserer Spieler als damals. Und ich habe das Gefühl, dass es ihm wichtiger ist, wie er spielt, als ob er gewinnt. Das liebe ich an ihm. Er sagt sich: So will ich spielen, darum geht es mir.

Für ihn ist also – um mit Konfuzius zu sprechen – der Weg das Ziel?
Genau. Und das Beste für ihn ist, dass er gegen Djokovic die Slice-Rückhand einsetzen und mit ihr im Ballwechsel bleiben kann. Gegen Nadal mit seiner Vorhand ist das viel schwieriger. Federer muss also nicht immer auf das Gaspedal treten, er kann zwischendurch auch etwas defensiver spielen, so für drei, vier Ballwechsel. Auch deshalb, weil der Ballabsprung auf dem Rasen tiefer ist als auf Hartplatz. Dort kannst du das nicht tun gegen Djokovic. Aber auf Rasen geht das.

Wer ist denn nun Ihr Favorit?
Djokovic – aber nur leicht. 51:49 Prozent, würde ich sagen.

Tennis

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 14.07.2019 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    chum jetz!

    Heute wird Federer seit langen wieder mal den Djoker niederringen. Gönnen würde ich es ihm auf jeden Fall! Chum jetze!!!

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  • Expertli am 14.07.2019 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Punkte aussse unde schlusse

    Wer Tennis etwas Verfolgt braucht nicht einen Rentner vom Tenniszirkus der dies einem sagt was oder wie Nole ist. Wir Federer Fans wissen das es heute hart wird und wenn es nicht reichen sollte bin ich immer noch Stolz auf ihn.

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  • Hopp Fedi mach Setzsteine am 14.07.2019 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    aus Djoko

    Ach dieses Mäuerchen ist auch zu besiegen, wenn er wiedermal seine brühmten Trotzphasen hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Guckst Du am 15.07.2019 02:15 Report Diesen Beitrag melden

    Der Weitblick

    Roger ist und bleibt der Champ!

  • Butzibär am 14.07.2019 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider, Leider...

    Leider ist es passiert - er hat gewonnen, und die wenigsten freuen sich darüber

    • CZBG am 14.07.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Butzibär

      Das glauben Sie, sehen Sie mal über die Grenzen hinaus.

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  • Guckst Du am 14.07.2019 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Der Weitblick

    Novak ist sehr gut aber auch eine überwindbare Mauer! Roger wird seine Klasse ausspielen!

  • Tennis Fan am 14.07.2019 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wimbledon Finale

    Da ich Djokovic Supporte, hoffe ich das er auch gewinnt. Federer hätte es natürlich auch Verdient weil er mit 37 Jahren auf diesen hochen Niveau spielt. Good game

  • Indiana Jons am 14.07.2019 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Mumie

    Für Challenges Spezialist RF ist Heute endgültig vorbei. Novak zeigt ihm wo seine Zukunft ist. Der Mumie geht in Rente.

    • roman am 14.07.2019 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Indiana Jons

      Der Mumie, es wäre DIE Mumie haha, zeigt schon woher sie kommen. Es heisst übrigens Jones nicht Jons.

    • Simon am 14.07.2019 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @roman

      Für Roger reicht es.

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