Roger Federer

16. November 2019 12:28; Akt: 16.11.2019 12:39 Print

«Du darfst nicht zweifeln»

von Adrian Ruch, London - Roger Federer bestreitet heute am ATP-Finale gegen Stefanos Tsitsipas den Halbfinal. Der Tennisstar wirkt am Saisonende noch frisch.

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Der Grieche setzt sich in einem hochstehenden Endspiel gegen den Österreicher Dominic Thiem durch. Obwohl Thiem den grössten Titel seiner Karriere verpasst, freut er sich über die Finalisten-Trophäe. Nach zweieinhalb Stunden und drei umkämpften Sätzen steht der Sieg von Tsitsipas fest (6:7,6:2,7:6). Dominic Thiem trauer seinen Chancen nach. Obwohl er den Startsatz verliert, muss er am Ende seinem Gegner gratulieren. Zwei neue Gesichter im Endspiel der ATP-Finals: Stefanos Tsitsipas und Dominic Thiem kämpfen in London um den letzten grossen Titel der Saison. Als jüngster Spieler im Feld erreicht Stefanos Tsitsipas erstmals das Endspiel des ATP-Finale. Dort trifft der Grieche entweder auf Alexander Zverev oder Dominik Thiem, die sich am Abend um das Finalticket duellieren. Roger Federer muss sich im Halbfinal dem 17 Jahre jüngeren Stefanos Tsitsipas geschlagen geben. Der Maestro sieht zu viele seiner Breakmöglichkeiten vom Youngster abgewehrt. Ist Federers nächster Gegner: Dank dem Sieg von Alexander Zverev gegen Daniil Medwedew trifft der Schweizer Tennisstar auf Stefanos Tsitsipas. Rafael Nadal bezwingt Stefanos Tsitsipas in drei Sätzen und wahrte seine Chance auf den Halbfinal – bis Zverev das Abendspiel gewann. Grossartiger Roger Federer: Im Gipfeltreffen um den Einzug in den Halbfinal schlug der Schweizer Novak Djokovic 6:4, 6:3. Für den Serben ist das Turnier zu Ende. Federers Jubel nach dem Triumph gegen seinen ewigen Rivalen. Versöhnlicher Abschluss: Nach zwei klaren Niederlagen gegen Novak Djokovic und Roger Federer besiegt Matteo Berrettini Dominic Thiem 7:6 (7:3), 6:3. Ausgeschieden ist der Italiener trotzdem, der Österreicher steht derweil schon als Gruppensieger fest. Ein starker Stefanos Tsitsipas schlägt Alexander Zverev 6:3, 6:2 und steht als zweiter Halbfinal-Teilnehmer nach Dominic Thiem fest. Nach einer spektakulären Aufholjagd gewinnt Rafael Nadal gegen Daniil Medvedev 6:7, 6:3, 7:6 und bleibt im Rennen um den Einzug in den Halbfinal. King Roger unter Druck: Nach der Auftakt-Niederlage gegen Dominic Thiem hiess es gegen Matteo Berrettini schon alles oder nichts für die Schweizer Tennis-Legende. Das Spiel war geprägt vom starken Aufschlagspiel beider Akteure, im Eiltempo rasten sie im ersten Satz durch die Games. Folgerichtig kam es zum Tiebreak, mit dem besseren Ende für Federer. Matteo Berrettini zeigte, warum der Aufschlag als seine grosse Stärke gilt. Allerdings hatte der Italiener besonders im zweiten Satz Probleme, sobald der Ball im Spiel war. Am Ende gewann Federer 7:6, 6:3 und hält damit seine Halbfinal-Chancen intakt. Ob der Schweizer die Gruppenphase übersteht, wird das wegweisende dritte Spiel gegen einen starken Novak Djokovic zeigen. Ein ratloser Rafael Nadal bei seinem ersten Einsatz in London. Er unterliegt Alexander Zverev in zwei Sätzen. Titelverteidiger Zverev zeigt beim 6:2, 6:4-Sieg gegen Nadal eine starke Leistung. Stefanos Tsitsipas jubelt nach seinem Sieg gegen Daniil Medwedew. Die beiden sind nicht die besten Freunde. Ratlos: Trotz ansprechender Leistung fand Federer gegen Dominic Thiel kein Mittel und verlor das Auftaktspiel 5:7, 5:7. Der Österreicher schraubte durch den Sieg seine Bilanz gegen Federer auf 5 zu 2, im Jahr 2019 steht es sogar 3 zu 0 zu Gunsten von Thiem. Noch ist ein Überstehen der Gruppenphase für Federer nicht ausgeschlossen, der Schweizer steht nach der Niederlage allerdings mächtig unter Druck. Ein Selfie auf dem Boot vor dem Londoner Riesenrad: Alexander Zverev, Dominic Thiem, Matteo Berrettini, Novak Djokovic, Rafael Nadal, Daniil Medwedew, Roger Federer und Stefanos Tsitsipas posieren zusammen vor dem Turnierbeginn. Federer ist auch für Selfies mit Fans zu haben. Der Schweizer diskutiert mit dem Österreicher Thiem. Federer ist ein gefragter Interviewpartner. Nadal zeigt sich gut gelaunt. Der Schweizer hat sich für das letzte Turnier des Jahres die Haare geschnitten und lässt den Bart wachsen.

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Novak Djokovic konnte einem fast leid tun, dermassen einseitig waren am Donnerstag die Sympathien in der O2-Arena verteilt. Es ist freilich nichts Neues, dass Roger Federer der Liebling der Massen ist. Und dann trat der 38-Jährige beim 6:4, 6:3-Erfolg gegen den Belgrader auch noch auf, als sei er 28. Als Jimmy Connors 1991 am US Open seinen 39. Geburtstag gefeiert und den Halbfinal erreichte hatte, war das eine Sensation gewesen. Doch für Federer sind derartige Leistungen schon fast Normalität.

Das den Besten der Besten vorbehaltenen ATP-Finale findet jeweils am Ende einer langen, anstrengenden Saison statt. Doch der Superstar ist trotz fortgeschrittenen Sportleralters stets einer der Fittesten. Der Schweizer hat nun bei 17 Teilnahmen 16-mal den Halbfinal erreicht.

Mit viel Selbstvertrauen

Jede Niederlage sei schmerzhaft, erzählte Djokovic, «aber wenn du gegen deine grössten Konkurrenten antrittst, bekommt ein Sieg oder eine Niederlage noch etwas mehr Würze». Aber auch für Federer sind die Partien gegen den Serben und Rafael Nadal etwas Spezielles. Er nehme sich mit seiner Mannschaft sehr viel Zeit, diese Spiele vorzubereiten, berichtet er. «Diesmal war es über eine Stunde. Sonst sind es manchmal nur fünf Minuten, weil wir den Gegner nicht kennen oder der Fall klar ist. Das Letzte, was du gegen die Toprivalen tun willst, ist etwas unversucht lassen.»

Den Halbfinalgegner kannte Federer da noch nicht, aber er wusste, dass sich sowohl gegen Nadal als auch gegen Stefanos Tsitsipas eine ganz andere Begegnung entwickeln würde als noch gegen Djokovic. Das beunruhigte ihn allerdings nicht. «Nach diesem Sieg kann ich mit sehr viel Selbstvertrauen in den Halbfinal steigen.» Trotzdem werde er nicht schon vom Titel träumen. Triumphiert hat er in der O2-Arena nämlich seit 2011 nicht mehr.

Federer bleibt die Nummer 3

Erfreulich war für Federer, dass sich Nadal und Tsitsipas am Freitag in der O2-Arena fast drei Stunden lang bekämpften, während er im Londoner Queen's Club ein kurzes Training absolvierte, um im Rhythmus zu bleiben. Er dürfte am Samstag um 15 Uhr Schweizer Zeit (live im Ticker) also frischer sein als der Grieche. Klar ist, dass Federer erneut gut aufschlagen und offensiv agieren muss. «In der Halle darfst du dich nicht hinterfragen, du darfst nicht zweifeln. Du musst nach vorne spielen, das habe ich gegen Djokovic geschafft, und das muss ich beibehalten», hielt er fest.

Mit zwei weiteren Siegen könnte er seine Saison krönen. Schon jetzt ist klar: Er wird sie hinter Nadal und Djokovic als Nummer 3 beenden – vor all den jungen Herausforderern.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jasna am 16.11.2019 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spannung pur !

    Ich freue mich auf dieses Duell ! Mag beide Spieler sehr gut. Natürlich drücke ich Roger beide Daumen . Hopp Roger

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  • Ich am 16.11.2019 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Erfolg

    Ich wünsche Roger Federer viel Erfolg, ob er den Griechen auch so schonungslos in die Schranken weist wie den Serbe da bin ich mir nicht so sicher.. Nun Roger ist trotzdem der Grösste aller Zeiten, wie vor vielen Jahren im Boxsport Muhammed Ali.. Er war auch unerreichbar.

  • IchDuWir am 16.11.2019 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald geht es los..

    Freue mich auf ein spannendes Spiel. Seit 20 Jahren verfolge ich die Karriere von Roger.... Er ist mein Tennis-Held. Seine Art zu spielen ist beispiellos. Ich kann mich aber auch für die Gegner freuen wenn sie gewinnen. Das sollte ja der Grundgedanke von Sport sein. Der Bessere gewinnt. Tsitsipas hat sicher noch eine grosse Karriere vor sich. Ich wünsche es ihm jedenfalls.

Die neusten Leser-Kommentare

  • susi am 17.11.2019 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roger Federer

    aber ich zweifle an ihm

  • Urs am 17.11.2019 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Federer

    Würde Federermit 38 Jahren immer noch spielen wenn es auf der Tour keine Moneten gäbe??????

    • RF = Geld am 17.11.2019 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Urs

      Bravo! Statt Davis Cup zu spielen, macht er lieber am laver cup mit. Bekommt wohl nie genug vom Geld

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  • John Conners am 17.11.2019 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Pensionierung geniessen

    Anscheinend wurde jetzt die schon überfällige Wachablösung im Tennis vollzogen. Die grossen 3 haben haben bis jetzt die 2000er Jahre dominiert. Die Schweiz wird im Männertennis jetzt wohl für lange Zeit von der Weltkarte verschwinden. Herr Federer wird seinen Fans wegen seiner wohl lanfristigen Werbeverträge TV mässig noch lange erhalten bleiben. Sein Anspruch sind Titel und die wird es wohl in Zukunft keine nehr geben. Herr Federer sollte in Pension gehen und sein leben geniessen, er hat es sich mehr als verdient. Geld hat er mehr als genug, dem muss er nicht mehr nachrennen. Die Werbung lässt die Kasse trotzdem weiter klingeln.

  • Ganjaflash am 16.11.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Zwei Fler am 16.11.2019 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich zweifle nicht daran...

    das wird schwierig...