ATP-Finals

12. November 2019 19:10; Akt: 12.11.2019 20:43 Print

«Ein Sieg gegen Djokovic ist immer gut»

von Adrian Ruch, London - Roger Federer hat in London nach dem Erfolg gegen Matteo Berrettini seine Leistung analysiert und auf das Duell mit Novak Djokovic vorausgeblickt.

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Der Grieche setzt sich in einem hochstehenden Endspiel gegen den Österreicher Dominic Thiem durch. Obwohl Thiem den grössten Titel seiner Karriere verpasst, freut er sich über die Finalisten-Trophäe. Nach zweieinhalb Stunden und drei umkämpften Sätzen steht der Sieg von Tsitsipas fest (6:7,6:2,7:6). Dominic Thiem trauer seinen Chancen nach. Obwohl er den Startsatz verliert, muss er am Ende seinem Gegner gratulieren. Zwei neue Gesichter im Endspiel der ATP-Finals: Stefanos Tsitsipas und Dominic Thiem kämpfen in London um den letzten grossen Titel der Saison. Als jüngster Spieler im Feld erreicht Stefanos Tsitsipas erstmals das Endspiel des ATP-Finale. Dort trifft der Grieche entweder auf Alexander Zverev oder Dominik Thiem, die sich am Abend um das Finalticket duellieren. Roger Federer muss sich im Halbfinal dem 17 Jahre jüngeren Stefanos Tsitsipas geschlagen geben. Der Maestro sieht zu viele seiner Breakmöglichkeiten vom Youngster abgewehrt. Ist Federers nächster Gegner: Dank dem Sieg von Alexander Zverev gegen Daniil Medwedew trifft der Schweizer Tennisstar auf Stefanos Tsitsipas. Rafael Nadal bezwingt Stefanos Tsitsipas in drei Sätzen und wahrte seine Chance auf den Halbfinal – bis Zverev das Abendspiel gewann. Grossartiger Roger Federer: Im Gipfeltreffen um den Einzug in den Halbfinal schlug der Schweizer Novak Djokovic 6:4, 6:3. Für den Serben ist das Turnier zu Ende. Federers Jubel nach dem Triumph gegen seinen ewigen Rivalen. Versöhnlicher Abschluss: Nach zwei klaren Niederlagen gegen Novak Djokovic und Roger Federer besiegt Matteo Berrettini Dominic Thiem 7:6 (7:3), 6:3. Ausgeschieden ist der Italiener trotzdem, der Österreicher steht derweil schon als Gruppensieger fest. Ein starker Stefanos Tsitsipas schlägt Alexander Zverev 6:3, 6:2 und steht als zweiter Halbfinal-Teilnehmer nach Dominic Thiem fest. Nach einer spektakulären Aufholjagd gewinnt Rafael Nadal gegen Daniil Medvedev 6:7, 6:3, 7:6 und bleibt im Rennen um den Einzug in den Halbfinal. King Roger unter Druck: Nach der Auftakt-Niederlage gegen Dominic Thiem hiess es gegen Matteo Berrettini schon alles oder nichts für die Schweizer Tennis-Legende. Das Spiel war geprägt vom starken Aufschlagspiel beider Akteure, im Eiltempo rasten sie im ersten Satz durch die Games. Folgerichtig kam es zum Tiebreak, mit dem besseren Ende für Federer. Matteo Berrettini zeigte, warum der Aufschlag als seine grosse Stärke gilt. Allerdings hatte der Italiener besonders im zweiten Satz Probleme, sobald der Ball im Spiel war. Am Ende gewann Federer 7:6, 6:3 und hält damit seine Halbfinal-Chancen intakt. Ob der Schweizer die Gruppenphase übersteht, wird das wegweisende dritte Spiel gegen einen starken Novak Djokovic zeigen. Ein ratloser Rafael Nadal bei seinem ersten Einsatz in London. Er unterliegt Alexander Zverev in zwei Sätzen. Titelverteidiger Zverev zeigt beim 6:2, 6:4-Sieg gegen Nadal eine starke Leistung. Stefanos Tsitsipas jubelt nach seinem Sieg gegen Daniil Medwedew. Die beiden sind nicht die besten Freunde. Ratlos: Trotz ansprechender Leistung fand Federer gegen Dominic Thiel kein Mittel und verlor das Auftaktspiel 5:7, 5:7. Der Österreicher schraubte durch den Sieg seine Bilanz gegen Federer auf 5 zu 2, im Jahr 2019 steht es sogar 3 zu 0 zu Gunsten von Thiem. Noch ist ein Überstehen der Gruppenphase für Federer nicht ausgeschlossen, der Schweizer steht nach der Niederlage allerdings mächtig unter Druck. Ein Selfie auf dem Boot vor dem Londoner Riesenrad: Alexander Zverev, Dominic Thiem, Matteo Berrettini, Novak Djokovic, Rafael Nadal, Daniil Medwedew, Roger Federer und Stefanos Tsitsipas posieren zusammen vor dem Turnierbeginn. Federer ist auch für Selfies mit Fans zu haben. Der Schweizer diskutiert mit dem Österreicher Thiem. Federer ist ein gefragter Interviewpartner. Nadal zeigt sich gut gelaunt. Der Schweizer hat sich für das letzte Turnier des Jahres die Haare geschnitten und lässt den Bart wachsen.

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Fehler gesehen?

Wie beurteilen Sie Ihre Leistung?
Es war ein solider Match von meiner Seite. Natürlich kann ich besser spielen, aber in erster Linie war es wichtig zu gewinnen, wie auch immer.

Sie sagten im Platzinterview, Ihre Rückhand sei anfänglich Ihre Schwäche gewesen. Sie ist auch Berrettinis Schwäche, kann er diesen Schlag so weiterentwickeln, wie Sie das gemacht haben?
Sie fragen jemanden, der keine doppelhändige Rückhand schlagen kann, ich bin also nicht der Experte (schmunzelt). Aber sicher, er wird die Rückhand bestimmt verbessern, das ergibt sich von selber, wenn tausende von Bällen auf diese Seite kommen.

Was waren Ihre Gedanken, als Sie im achten Game des zweiten Satzes drei Breakbälle abwehren mussten?
Dass ich nicht die ersten Aufschläge verschlagen darf, wie es mir gegen Thiem passiert ist. Gegen ihn hatte ich über den zweiten Service gehen müssen, und er liess mich dafür bezahlen. Ich wollte den ersten Aufschlag ins Spiel bringen und dann aggressiv weiter spielen, ohne das Break zu schenken. Ich wollte, dass Berrettini grossartig würde spielen müssen, um den Ballwechsel zu gewinnen.

Bedenkt man, wie nahe Sie dem Wimbledon-Titel gewesen waren: Welche Narben hat diese Finalniederlage gegen Novak Djokovic hinterlassen?
Wir werden es herausfinden, aber ich denke, ich habe die negativen Gedanken weggespült. Seither ist viel Wasser den Bach hinuntergeflossen. Wir können beide auf einen grossartigen Match zurückblicken und daraus Selbstvertrauen ziehen, ich vielleicht ein bisschen weniger. Ich habe nicht gehofft, nie mehr gegen ihn antreten zu müssen. Ich freue mich darauf, am Donnerstag gegen ihn zu spielen.

Werden Sie rechnen, wenn Sie sich am Dienstagabend die Partie Djokovic - Thiem anschauen?
Nein, ich schaue den Match nicht wegen der Mathematik, sondern, um zu sehen, wie Thiem gegen Djokovic spielt und was funktioniert. Ich werde die Ausgangslage sowieso rechtzeitig erfahren. Ich nehme an, dass ich gewinnen muss, doch vielleicht wird nicht einmal das reichen. Dessen bin ich mir bewusst. Ich habe mich selber in diese Situation gebracht. Doch ein Sieg gegen Djokovic ist immer gut – egal, worum es geht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ziegel am 12.11.2019 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzlichen Glückwunsch

    Er ist einfach Genial , immer. Auch wenn er einmal nicht gewinnt, er ist genial seit vielen Jahren, bravo

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  • Vivienne am 12.11.2019 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zugabe

    Jeder Match von Roger Federer ist eine Zugabe zu seiner einzigartigen Karriere, ein Genuss vom Feinsten.

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  • RicBellini am 13.11.2019 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ich bin kein Fan von Djoko. Heute hat er aber gegen Thiem trotz Niederlage gezeigt welch Defensivqualitäten er hat. Leider bezweifle ich, dass King Roger so lange so harten Druck auf Djoko ausüben kann. Ich hoffe und wünsche es mir aber habe meine Zweifel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rusedski am 17.11.2019 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    Unfaire Spiel

    Ja, dieses Mal hast Du geschafft gegen Djokovic zu gewinnen aus verschieden Gründen, vor allem, weil die hysterische, unfaire und unsprotliche englische Publikum immer zu Dir stand. Aber, vergesse nicht, Djokovic führt gegen Dich noch immer 26:23 und es ist unmöglich dass Du gegen ihm in Führung kommst.

  • Blasius am 13.11.2019 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwerer Gang

    Das wird schwer Roger, sehr sehr schwer.

    • 2minboy am 13.11.2019 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      Tee trinken und abwarten...

      Einfach Tee trinken und abwarten. Die Antwort bekommen wir nach dem Match Djokovic vs Federer... ein Leckerbissen auf jeden Fall. Möge der bessere gewinnen!

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  • Xherdan S. am 13.11.2019 02:50 Report Diesen Beitrag melden
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  • Xherdan S. am 13.11.2019 02:45 Report Diesen Beitrag melden
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    • Vero am 13.11.2019 07:08 Report Diesen Beitrag melden

      In den Bergen

      Wo sind alpanische Tennisspieler ???

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  • Xherdan S. am 13.11.2019 02:42 Report Diesen Beitrag melden
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