Federer zur Klimadebatte

10. Januar 2020 09:15; Akt: 10.01.2020 12:18 Print

«Ich weiss, dass ich kein Vorbild sein kann»

Der Schweizer Tenniscrack, von der Klimaaktivistin Greta Thunberg an den Pranger gestellt, räumt ein, dass er nicht als Vorbild dienen kann.

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Vier Grand-Slam-Turniere über die halbe Welt verteilt, dazu zahlreiche Turniere und auch noch Showkämpfe auf entfernten Kontinenten: Ein Tennisspieler kommt um das Reisen nicht herum, auch nicht Roger Federer, der inzwischen in Australien angekommen ist, wo in Melbourne ab dem 20. Januar das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres stattfindet.

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Liegt die Klimajugend richtig?

In Zeiten, in denen freitags die Klimajugend auf die Strassen geht und gegen den Klimawandel protestiert, gerät jetzt auch die Ikone des Schweizer Sports in den Mittelpunkt der Kritik. Während der 20-fache Grand-Slam-Sieger auf Twitter attackiert und dazu aufgefordert wird, sein Sponsoring mit der Credit Suisse zu kündigen, äusserte sich der 38-Jährige an einem Pressetermin im Dezember in Dubai zur Klimadebatte.

«Das Thema ist für mich als guter Tennisspieler, der viel reist, sehr heikel», sagt der Baselbieter im «Blick». «Wir leben ein völlig abnormales Leben, ich weiss, dass ich diesbezüglich kein normales Vorbild sein kann. Ich kann ja schlecht allen sagen ‹Seid aufmerksam!› und dann gleich wieder nach Australien fliegen. Gleichzeitig kann ich kaum alle Grand Slams nach Basel holen.»

Bis Februar werden es 100'000 km sein

Seit Oktober letzten Jahres und dem ATP-1000-Turnier in Shanghai hat Federer schon rund 80'000 km im Flugzeug zurückgelegt. Das Masters-Turnier am Huangpo war für den Weltranglistendritten die erste Station einer ausgedehnten Weltreise, die ihn bis Mitte Februar durch alle Erdteile und in über ein Dutzend Metropolen geführt haben wird. Die Strecke von rund 100'000 Flugkilometern, die er dabei zurücklegt, würde reichen, um den Globus mehr als zweimal am Äquator zu umrunden. Verantwortlich für diese Strecke waren unter anderem auch Schaukämpfe gegen den Deutschen Alexander Zverev in Mittel- und Südamerika.

Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Kennt Vielflieger Federer so etwas wie Flugscham? «Ja und nein», sagt er. «Wenn ich mich für Ja entscheide, muss ich meine Karriere sofort beenden.» Wie er auch sagt, versuchen seine Frau Mirka und er auf jeden Fall zu Hause und auf Reisen Umwelt-Prinzipien zu respektieren und ihre Kinder damit vertraut zu machen.

Vorderhand geht es der Klimajugend und ihren Aktivisten jedoch darum, weniger Federers zahlreiche Flugmeilen anzuprangern, als ihn vielmehr davon zu überzeugen, sich von der Credit Suisse zu trennen. Im Moment stehe das positive Image des Tennisspielers in einem krassen Gegensatz zu den Investitionen der Bank in fossile Brennstoffe fördernde Firmen.

Tennis

(erh)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • onlione am 10.01.2020 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    bitte nicht beachten...

    wäre ich Roger Federer würde ich diesem Hype null Beachtung schenken. Er spielt Tennis nicht mehr und nicht weniger. Das ist sein Business und nicht gretabesserwisserin

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  • Ma He am 10.01.2020 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorteil Federer

    In dem Hr. Federer sein Grundstück von Altlasten befreit, macht er die Welt ein bisschen sauberer. Er hat also bereits einen Vorsprung gegenüber den Klimaaktivisten...

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  • Rufer in der Wüste am 10.01.2020 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt keinen Grund...

    ...sich rechtfertigen zu müssen. Die sog. Klimaaktivisten sind nicht nur weltfremd sondern auch in höchstem Masse unverantwortlich wenn es um globale Zusammenhänge und wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Belange geht. Das ist Populismus vom Feinsten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Paunki23 am 13.01.2020 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Gibt es was neues im Tennis ausser was federer gerade macht.,?! ATP Cup zb...

  • Toni Maccaroni am 12.01.2020 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Person of interesst

    Immer wieder spannend wie die meisten Promis reagieren wenn sie merken das sie eben auch bei unbequemen Angelegenheiten eine öffentliche Person sind....

  • LeOn LeMa am 12.01.2020 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiss es

    Unsere Erde ist im Halbzeit da kann niemand etwas machen und die Sonne genau so

  • Eidgenossin am 12.01.2020 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit

    Ich glaube da hat Herr Federer absolut die Wahrheit gesagt das er da kein Vorbild ist,die Wahrheit ist immer gut. Aber er ist nicht der einzige welcher kein Vorbild ist.

  • Anne-Marie Favre am 12.01.2020 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geschmacklos

    RF ist ein Heuchler. Um die ganze Welt reisen, ein bisschen hin und her Tennis spielen, und Millionen kassieren. Für Werbung kassiert er nochmals Millionen, zu mehr ist er nicht fähig.

    • Frag Ender am 13.01.2020 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anne-Marie Favre

      Inwiefern ist er ein Heuchler? Ja, er geht seiner Arbeit nach und reist viel. Aber deine Unterstellung begründest du nicht. Weist du überhaupt, was ein Heuchler ist?

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