World Tour Finals

27. November 2011 21:37; Akt: 28.11.2011 07:13 Print

«Jo hat alles aus meinem Körper herausgesaugt»

Roger Federer krönt einen erfolgreichen Tennis-Herbst mit dem Sieg beim Saisonfinale. Der Schweizer erklärt, weshalb er nicht jeden Tag Tennis spielen kann und wie lange er nun Urlaub macht.

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Es ist geschafft! Roger Federer holt seinen sechsten Titel an den World Tour Finals. Der Schweizer musste gegen seinen starken Gegner richtig kämpfen. Jo-Wilfried Tsonga hat sich gewehrt so gut er konnte, es hat allerdings nicht gereicht. Während dem Final zwischen Federer und Tsonga sass auch der Fussball-Superstar Cristiano Ronaldo im Publikum Finale, Oho! Roger Federer steht nach dem 7:5 und 6:3-Sieg gegen David Ferrer im Finale. David Ferrer gab zwar im ersten Satz ordentlich Gegensteuer - zog am Ende aber doch den Kürzeren. Federers Final-Gegner heisst Jo-Wilfried Tsonga. Gegen den Franzosen hat der Schweizer schon in der Gruppenphase gewonnen. Tomas Berdych hat wieder einmal ein wichtiges Spiel verloren. Schauspielerin Grace Jones in ähnlicher Pose wie Tsonga. Ein Spiel, zwei Sieger: Thomas Berdych und David Ferrer stehen an den World Tour Finals im Halbfinale. Gruppensieg dank Erfolg gegen Ferrer: Die Weltnummer 7, der Tscheche Thomas Berdych, trifft am Samstag auf Jo-Wilfried Tsonga. So sieht ein unzufriederer Novak Djokovic aus. Der Serbe unterlag seinem Landsmann Janko Tipsarevic in drei Sätzen mit 6:3, 3:6, 3:6. Der Jubel von Tipsarevic fiel bescheiden aus, denn eigentlich wollte er seinem Landsmann wohl nicht die Suppe versalzen. Enttäuschung für Rafael Nadal: Für den Spanier sind die World Tour Finals nach der Gruppenphase zu Ende. Jo-Wilfried Tsonga dagegen darf seinen Freudentanz aufführen. Der Franzose zieht in den Halbfinal ein. Für Nadal bleibt das Masters das einzige grosse Turnier, das er noch nie gewinnen konnte. In der O2-Arena als Zuschauer: Die beiden Arsenal-Stars Andrej Arschawin und Robin van Persie zusammen mit Ex-Kollege Robert Pires. Roger Federer sicherte sich mit dem Sieg gegen Mardy Fish 200 ATP-Punkte und 120'000 Dollar Siegprämie. Im ersten Durchgang nahm Federer Fish sämtliche Aufschläge ab, kassierte umgekehrt aber auch ein Break. Der Amerikaner spielte sein Potential nur im zweiten Satz aus. Sein Ausscheiden stand schon vor der Partie fest. Bei Novak Djokovic war nach der Niederlage gegen David Ferrer die Luft draussen. Der Spanier hingegen strahlte wie ein Maikäfer. Jubel bei den Bryan-Zwillingen ... ... und Thomas Berdych. Auch Berdychs Freundin Ester Satorova war beim Erfolg ihres Liebsten mit von der Partie. Ersatzmann Janko Tipsarevic war nach der Niederlage am Boden. Er ist nach seinem ersten Einsatz bereits ausgeschieden. Rafael Nadal nahm an seinem spielfreien Tag den «Arthur Ashe Humanitarian Award» entgegen. Pure Enttäuschung: Rafael Nadal beim Handshake mit Roger Federer, nachdem er von diesem mit 6:3 und 6:0 abgefertig worden war. Die Unterstützung seiner Freundin Francesca Perello (l.) hat Rafael Nadal gegen Federer nichts gebracht. Auch Federers Frau Mirka war wieder auf den Zuschauerrängen. Das V für Victory: Die Geste Roger Federers war selten passender. Dynamischer Aufschlag des Schweizers. Das sah bei Nadal allerdings auch nicht schlecht aus. Der Daumen auf dem Weg nach unten: Rafael Nadal verabschiedet sich von den über 17'000 Tennisfans. Trauriger Blick von Andy Murray: Er musste für den Rest des Turniers forfait geben. Jo-Wilfried Tsonga bezwingt Mardy Fish mit 7:6, 6:1 und feiert damit seinen ersten Sieg an den diesjährigen World Tour Finals. Weniger zufrieden war Mardy Fish mit seiner Leistung. Vor lauter Ärger musste auch sein Racket einiges einstecken. Gut gebrüllt! Der enttäuschte Mardy Fish lässt auf der Bank den Kopf hängen. Novak Djokovic benötigte für seinen Auftaktsieg gegen Tomas Berdych satte 157 Minuten. Der Tscheche hatte Matchball, hatte sein Nervenkostüm aber nicht im Griff und verlor mit 6:3, 3:6 und 6:7. David Ferrer: «Huch, ich habe doch nicht etwa...» «Doch: gewonnen!» Beim Briten Andy Murray gabs hingegen nach der Niederlage gegen den Spanier eine sauere Miene ... ... genauso wie bei dessen Freundin Kim Sears. Roger Federer zog heute einen Ruhetag ein. Dafür liess er sich mit zwei Trophäen belohnen. Eine gabs für seine Fairness, die andere für die (erneute) Wahl zum Publikumsliebling. Viel Schall und Rauch bei Rafael Nadals erstem Auftritt. Er spielte gegen Mardy Fish. Knapp drei Stunden benötigte der Spanier um den amerikanischen Aussenseiter zu bezwingen, wie Nadal selbst unschwer auf seiner Uhr ablesen konnte (Richard Mille, 20 Gramm schwer, limitiert auf 50 Stück, Preis: 525 000 Dollar). Eine Woche nach dem Triumph in Paris-Bercy auch der Auftaktsieg in London: Roger Federer schlägt Jo-Wilfried Tsonga in drei Sätzen. Dabei hatte der Franzose im zweiten Satz eine wundersame Auferstehung gefeiert. Dem ist nichts beizufügen. Französische Fussball-Prominenz in Federers Box: Thierry Henry gab sich die Ehre. Rohan Bopanna (r.) hob im Doppel ab. Geheime Gespräche entscheiden über Sieg und Niederlage. Vor dem Turnier präsentierten sich die Tennis-Cracks im feinen Zwirn an der ATP-Tennis-Gala. Hier: Lokalmatador Andy Murray. Roger Federer Novak Djokovic mit Freundin Jelena Ristic Jo-Wilfried Tsonga Rafael Nadal mit Freundin Maria Francisca Perello David Ferrer Mardy Fish und Ehefrau Stacey Gardner Tomas Berdych und Freundin Ester Satorova

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Der Sieger der World Toour Finals 2011 heisst wie schon fünfmal zuvor Roger Federer. Der strahlende Sieger präsentierte stolz den überdimensionalen Pokal. Tränen gab es keine, dennoch war der 30-Jährige gerührt.

Jo-Wilfried Tsonga war ein würdiger Gegner und Federer sprach von einem unglaublichen Spiel. «Jo hat alles aus meinem Körper herausgesaugt», sagte ein sichtlich geschaffter Federer. Tsonga nickte und nahm das Lob des grossen Meisters gerne an. Das Match sei mit dem diesjährigen Viertelfinalspiel von Wimbledon zu vergleichen. «Ich hoffe wir haben im nächsten Jahr die Chance, erneut gegeneinander anzutreten. Und wer weiss: Das Finale der Olympischen Spiele ist ja auch wieder in London.» Tsonga lächelte und es schien, als könne er eine solche Einladung Federers nicht ausschlagen.

«Ich war extrem nervös»

Federer war gegen Tsonga bereits früh auf Kurs. Mit 6:3 gewann er den ersten Satz, im zweiten meldete sich der Franzose aber eindrücklich zurück und das Spiel drohte zu kippen. «Mitte und gegen Ende des zweiten Durchgangs war ich extrem nervös. Im Tie-Break habe ich es auch nie geschafft, den Match herumzubekommen», so Federer. Dass er seinem Gegner so einen dritten und entscheidenden Satz ermöglichte, habe ihn geärgert.

Der Triumph in London ist nach Basel und Paris der dritte Turniersieg in Folge. Weshalb Federer derart stark in Form ist, weiss er haargenau. «Ich brauchte eine Pause. Zuvor (vor den Swiss Indoors in Basel) habe ich zwar gut gespielt, aber genau solche Spiele wie das heute gingen verloren.» Es sei enorm wichtig gewesen, dass er sich zurückgezogen und sich mit seinem Team und der Familie besprochen habe. «Wir überlegten, was ich anders oder besser machen könnte und das ist uns gelungen. Es war die richtige Entscheidung.»

Zehn Tage Urlaub

Nun geht es ab in den Urlaub. Federer wünscht sich die Auszeit, obwohl sich seine Fans bei seiner momentanen Verfassung freuen würden, wenn die Saison noch etwas länger ginge. «Nein, ich möchte nicht weiterspielen, ich gehe gerne in die Ferien. Das Jahr war lang und jeden Tag zu trainieren und Tennisspiele zu bestreiten, macht mich kaputt.» Die Auszeit eines Tennis-Profis ist aber nicht sonderlich lange. «Ich habe zehn Tage echte Ferien, danach gehe ich nach Dubai und dort beginnt das Aufbautraining für die kommende Saison.» Pause hin oder her: Federer will auch nächste Saison wieder um Titel mitspielen. «Ich bin verletzungsfrei und daher denke ich, dass es gut kommt.»

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • swissness am 27.11.2011 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Still Number 1

    Ein wahrer Champion!!Super Roger!! Die Ferien hat er sich wahrlich verdient. Denn den eigenen Körper zu achten,bedeutet die wahre Numner 1 zu sein! Weiter so..

  • M.T. Thun am 28.11.2011 01:18 Report Diesen Beitrag melden

    Neulich ... im Sommer

    ... als Roger im Final verlor und auch mal im Viertelfinal - da ihm haben Hunderte von Blick- und 20Min. Leser den Rücktritt und Ruhestand nahegelegt ... in der heutigen Zeit, wo das Rentenalter bei 65 liegt und vielleicht noch angehoben wird, und jeder weiss dass die Leistung in vielen Branchen ab 50 nachlässt und nach 60 noch mehr, da wollten sie dem Roger, der kaum über 30 ist, etwas aufzwingen ... das stimmt mich traurig ... weiter so Roger so lange du kannst, und anschliessend wirst du der beste Trainer der Welt oder spielst Senioren- oder Show-Matches auf höchstem Niveau :D

  • Rainer Monza am 27.11.2011 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Roger - Unglaublich!

    Man kann nicht genug Achtung vor einem solchen Spitzensportler haben. Was er immer wieder abliefert über die letzten Jahre ist phänomenal. Als Einzelspieler kannst du nicht auf die Kollegen links und rechts zählen - IMMER alleine die Hochs und Tiefs meistern. Schöne Ferien, beste Gesundheit und auf ein Neues im 2012!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sportkenner am 28.11.2011 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Federer als Vorbild für den CH-Sport

    Federer wurde einige Male hintereinander zum Weltsportler des Jahres ausgezeichnet, während er in der Schweiz meistens von anderen, die es sicher auch verdient gehabt haben, geschlagen wurde. Jetzt, wo er einige Monate erfolgslos blieb und erst im Herbst wieder aufblühte, merkt man, wie viel er für den CH-Sport bedeutet. Ich als selbst aktiver Einzelsportler weiss, dass es Tiefs und Hochs gibt - ganz im Gegensatz zu einem Teamsport, wo eine vorübergehende Schwäche meistens verzeiht bzw. unbemerkt bleibt. Go Roger, glaube weiter an Dich, auch wenn es manchmal Kritik hagelt!!

  • M.T. Thun am 28.11.2011 01:18 Report Diesen Beitrag melden

    Neulich ... im Sommer

    ... als Roger im Final verlor und auch mal im Viertelfinal - da ihm haben Hunderte von Blick- und 20Min. Leser den Rücktritt und Ruhestand nahegelegt ... in der heutigen Zeit, wo das Rentenalter bei 65 liegt und vielleicht noch angehoben wird, und jeder weiss dass die Leistung in vielen Branchen ab 50 nachlässt und nach 60 noch mehr, da wollten sie dem Roger, der kaum über 30 ist, etwas aufzwingen ... das stimmt mich traurig ... weiter so Roger so lange du kannst, und anschliessend wirst du der beste Trainer der Welt oder spielst Senioren- oder Show-Matches auf höchstem Niveau :D

  • fedi22 am 27.11.2011 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Hopp!!

    Ich wünsche Roger Federer alles Gute und hoffe im Namen der Schweiz, dass er im 2012 wieder die Nummer 1 wird! Wir drücken Dir die Daumen!

  • Patrizio Suterini am 27.11.2011 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geniale Ausgangslage für 2012

    Sensationell das Saisonfinale von Federer. Das nährt meine Hoffnung, dass Federer sogar noch einmal die Nummer 1 werden kann und somit Pete Sampras in der ewigen Bestenliste überholt! Go Roger!

    • Pete am 28.11.2011 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      Déjà Vu

      Richtig! Dies ist jedoch die identische Ausgangslage wie jene, welche er letztes Jahr zur gleichen Zeit bereits hatte...

    einklappen einklappen
  • Swiss Power am 27.11.2011 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo??

    Absprache hahahaa nicht federer niemaals gratulation und schöhne ferien