Kyrgios' Kampfansage

19. September 2019 18:10; Akt: 19.09.2019 18:12 Print

«Wir haben die bessere Chemie als Team Europa»

von Kai Müller - Aussenseiter nach Papierform? Interessiert Nick Kyrgios nicht. Er glaubt fest daran, dass das Team World den Laver-Cup in Genf gewinnt.

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Nick Kyrgios schert sich nicht darum, dass das Team World die Rolle des Underdogs einnimmt. Der Australier ist überzeugt davon, dass seine Mannschaft den Laver-Cup im dritten Anlauf gewinnen kann. Den Auftakt in Genf machen am Freitag um 13 Uhr der Kanadier Denis Shapovalov (Bild) und der Österreicher Dominic Thiem. Kyrgios sagt: «Ehrlich gesagt, glaube ich, dass Shapo auf den Platz gehen wird und Thiem überhaupt nicht gegen ihn spielen will.» Natürlich hofft auch John McEnroe, Captain des Team World, dass es diesmal klappt mit dem Triumph: «Wir waren zweimal sehr nahe dran, ich hoffe, dass wir nun den letzten Schritt machen.» Ready für die Präsentation? Noch nicht ganz. Zum Glück kann sich Stefanos Tsitsipas auf seinen Teamcaptain Björn Borg verlassen. Dieser sorgt für den letzten Schliff am Griechen. Unter den wachsamen Augen Fabio Fogninis. Ob der Italiener auch Hilfe in Anspruch nehmen muss? Ja, tatsächlich. Aber er sucht sie sich bei jemand anderem: Roger Federer feilt am Anzug der Weltnummer 11. «Halt, nicht anfassen, Rafa! Jetzt wo es Roger so schön hingekriegt hat.» Wirkt noch nicht sehr glücklich, als er sich von einer Menschenmenge umzingelt sieht: Nick Kyrgios. Er ist Mitglied des Team World, das am kommenden Wochenende Federer, Fognini, Tsitsipas & Co. fordert. Auf der Bühne heitert sich Kyrgios' Miene doch deutlich auf. Gemeinsam mit Jack Sock verzückt er die Zuschauer mit einem Tänzchen. Denis Shapovalov beobachtet still. Der Namensgeber ist natürlich auch da: Rod Laver lässt sich vom Publikum feiern, Federer freut sich gemeinsam mit Kollege Rafael Nadal und John McEnroe, dem Captain des gegnerischen Teams. John McEnroe mit seinem Vizecaptain und Bruder Patrick McEnroe. Ihr Team sei gekommen, um den Laver-Cup zu gewinnen, verkündet der ältere McEnroe-Bruder John. Nadal und Federer werfen Bälle in die Menge. Ganz offensichtlich in verschiedene Richtungen. Das Team Europe in voller Pracht: Stefanos Tsitsipas, Fabio Fognini, Rafael Nadal, Captain Björn Borg, Roger Federer, Dominic Thiem und Alexander Zverev (von links) sind dabei. Sechs Spieler, alle befinden sie sich unter den besten Elf der Welt. Bei einer solchen Zusammenkunft an Top-Spielern darf ein Selfie natürlich auch nicht fehlen. Und gegen dieses Team tritt Federers Clique an, das Team World, bestehend aus John Isner, Taylor Fritz, Denis Shapovalov, Captain John McEnroe, Jack Sock, Nick Kyrgios und Milos Raonic. Keiner von befindet sich momentan unter den Top-10 der Welt. Der bestklassierte ist der US-Amerikaner Isner auf Rang 20. Die Rollen sind also klar verteilt. Vielleicht freut sich Stefanos Tsitsipas ja darum so sehr auf das Turnier. Der Grieche gehört schliesslich zum Favoritenteam.

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Tür auf, die Show beginnt. Keine Sekunde vergeht, bis Nick Kyrgios den Anwesenden einen Nick-Kyrgios-Moment schenkt. Der Australier tänzelt in den Medienraum, steigt als Erster des Team World aufs Podium und wird gebeten, sich auf den letzten Stuhl in der Reihe zu setzen. Er nuschelt etwas von «Regeln», um die er sich bekanntermassen gerne foutiert, und nimmt dort Platz, wo er will.

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Der 24-Jährige lässt sich tief in den Stuhl sinken, zwischendurch streckt er seine Arme weit von sich, gähnt, als ginge ihn das alles wenig an. Er scherzt, wenn seine Teamkollegen Fragen beantworten, amüsiert sich über gestellte – und wird ernst, wenn er dran ist. Die Kampfansage an die weitaus prominenteren Gegner um Federer und Nadal folgt prompt. «Unsere Chemie ist viel besser als die im Team Europa. Das gibt uns eine gute Chance», sagt er voller Überzeugung.

Tränen bei der Premiere

So unflätig er sich manchmal auch aufführt – Kyrgios ist ein Teamplayer. Einer, dem es leichterfällt, alles aus sich herauszuholen, wenn er nicht nur für sich spielt. Als er vor zwei Jahren bei der Laver-Cup-Premiere in Prag das letzte Spiel gegen Roger Federer nach vergebenem Matchball verlor, brach er in Tränen aus, weil er das Gefühl hatte, er habe seine Kollegen im Stich gelassen.

Nun in Genf, wo am Freitag die ersten Duelle anstehen (ab 13 Uhr im Ticker), redet er sich und seine Mannschaft stark: «Ich habe keine Angst vor den Europäern. Ich habe jeden Einzelnen von ihnen bereits geschlagen. Und andere Jungs in unserem Team haben das auch schon getan.»

Dass selbst der schlechteste Europäer, Fabio Fognini (ATP 11), besser klassiert ist als ihr Leader John Isner (ATP 20), mag Kyrgios nicht beeindrucken. «Das Ranking ist die überbewertetste Sache überhaupt», sagt er. «Auf dem Papier sind wir unterbesetzt und Aussenseiter, aber ich glaube fest daran, dass wir gewinnen können.»


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzli Chemielehrer am 19.09.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Chemie stimme

    ist Herr Kyrgios nun auch noch Chemiker?

  • Gibsmir Übelst am 20.09.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Harte Duelle wären doch schön

    Schade, dass Medwedew dort nicht am Start ist. Er war der Mann des Sommers, er hätte dort mit Sicherheit etwas gerissen. Fedal (Federer & Nadal) werden zusammen nicht zu bezwingen sein für Team World. Etwas mehr Spannung wäre doch interessanter gewesen. Hätte mich über harte Duelle gefreut.

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  • Retsokekuz Lebmabennah am 19.09.2019 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Leider unfair

    Sehr unfaire Gruppeneinteilung. Federer und Nadal zusammen gegen den Rest. Klarer Sieg für Team Europa.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gibsmir Übelst am 20.09.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Harte Duelle wären doch schön

    Schade, dass Medwedew dort nicht am Start ist. Er war der Mann des Sommers, er hätte dort mit Sicherheit etwas gerissen. Fedal (Federer & Nadal) werden zusammen nicht zu bezwingen sein für Team World. Etwas mehr Spannung wäre doch interessanter gewesen. Hätte mich über harte Duelle gefreut.

    • D. Holmich am 21.09.2019 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      Es wechselt immer ab

      Kommt Zeit, kommt Rat. Mal hat die Nation die stärksten Spieler, dann wieder eine Andere. Heute ist es halt Europa.

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  • Reto am 20.09.2019 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kraus pur

    Gekrauste Pracht von RF möchte ich sehen.

    • H.B. am 20.09.2019 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Was stimmt mit Ihnen nicht? Gehört das hier her? Leben sie bitte ihren Fetisch woanders aus!

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  • Bernd am 19.09.2019 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Rest ist unsympathisch

    Schade macht Rafa, Milos und Stefanos dort mit.

    • Bernd am 20.09.2019 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bernd

      Die die es evt. falsch verstehen ich meine nicht das die drei unsympathisch sind sondern die anderen. Danke.

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  • Retsokekuz Lebmabennah am 19.09.2019 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Leider unfair

    Sehr unfaire Gruppeneinteilung. Federer und Nadal zusammen gegen den Rest. Klarer Sieg für Team Europa.

    • Zuckersüße Yvi am 19.09.2019 23:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Retsokekuz Lebmabennah

      So spielt das Leben, es ist nicht immer fair. Die Großen überrollen die Kleinen. Muss man halt mit leben.

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  • Tiffy Pocke am 19.09.2019 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Er ist so süß

    Ich find den Nick voll süß. Wenn er spielt, erfreut es mein Herz.