Roger Federer

07. Juli 2014 14:11; Akt: 07.07.2014 14:50 Print

«Wir sehen uns nächstes Jahr» – ohne Garantie

von Peter Berger - Die knappe Finalniederlage in Wimbledon gegen Novak Djokovic hat gezeigt: Roger Federer kann noch Grand-Slam-Titel gewinnen. Einfacher wird es aber nicht.

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Novak Djokovic gewinnt in 5 Sätzen gegen Roger Federer. Es ist sein 2. Titel. Im 4. Satz scheint das Spiel entschieden. Federer muss einen Matchball abwehren. Doch der Maestro kommt zurück, gewinnt 4 Games in Folge und rettet sich in den 5. Satz. Djokovic kann es nicht fassen. Federer ist sehr nahe an der Sensation und dem 8. Titel, doch schlussendlich reicht es nicht ganz. Djokovic breakt den Schweizer und gewinnt das Turnier. Roger Federer kommt seinem Traum vom achten Wimbledon-Titel einen Schritt näher: Er schlägt im Halbfinal Milos Raonic souverän 6:4, 6:4, 6:4. Sie sehen ihn wieder - und zwar schon am Sonntag! Dann steht der Final gegen Novak Djokovic an. Holt Federer seinen achten Titel in London, krönt er sich zum alleinigen Rekordhalter. Raonic, der seinen ersten Grand-Slam-Halbfinal spielte, kann zwar was die Aufschläge und Vorhand angeht mithalten, spielerisch ist er dem Schweizer aber klar unterlegen. Die Faust von Roger Federer zeigt: Er ist der Sieger im Schweizer Viertelfinal in Wimbledon. Dabei erwischte Stan Wawrinka den besseren Start und holte sich den ersten Satz. Kein Wunder wirkt Wawrinka zum Schluss enttäuscht. Aber seine Fähigkeiten reichten heute nicht, Rasen-König Federer zu stoppen. Jaaaaaaa! Das Schweizer Duell im Viertelfinal ist perfekt: Wawrinka folgt Federer nach einem Dreisatz-Sieg gegen Feliciano Lopez. Der Spanier Feliciano Lopez war Wawrinka bis in den dritten Satz hinein ein absolut ebenbürtiger Gegner. Erst ganz zum Schluss bekundete er in seinen Aufschlagspielen Mühe und musst das einzige Break im ganzen Match zulassen. Federer hatte kurz zuvor Tommy Robredo 6:1, 6:4, 6:4 besiegt. Für Robredo hilft auch tiefes Durchatmen nicht: Der Spanier kommt nie richtig ins Spiel. Stan Wawrinka schlägt in der dritten Runde den Usbeken Denis Istomin und steht in den Achtelfinals von Wimbledon. Der Schweizer kommt gegen seinen Gegner nur am Anfang des ersten Satzes kurz unter Druck, als er drei Breakbälle abwehren muss. In den Achtelfinals wartet entweder Feliciano Lopez oder John Isner. Wie ein Eilzug: Federer lässt Santiago Giraldo keine Chance und steht im Achtelfinal. Am Ende gewinnt er gegen den Kolumbianer 6:3, 6:1, 6:3. Roger Federer hat auch in Runde 2 alles im Griff. Der Schweizer schlägt Gilles Muller aus Luxemburg 6:3, 7:5 und 6:3 und zieht in die nächste Runde ein. Dort trifft er entweder auf den Spanier Marcel Granollers oder den Kolumbianer Santiago Giraldo. Stan Wawrinka bleibt auch in der 2. Runde von Wimbledon siegreich. Der Schweizer schlägt den Taiwanesen Yen-Hsun Lu 7:6, 6:3, 3:6 und 7:5. In der nächsten Runde wartet Denis Istomin aus Usbekistan. Stanislas Wawrinka tritt in der 2. Runde gegen den Taiwanesen Lu Yen-Hsun an. Roger Federer gelingt der Auftakt in Wimbledon nach Mass. Er besiegt Paolo Lorenzi 6:1, 6:1, 6:3. Der Italiener hat einen schweren Stand. Stan Wawrinka startet mit einem 6:3, 6:4, 6:3-Sieg gegen Joao Sousa ins Turnier. Federer wirkt im Training in Wimbledon entspannt. Stan Wawrinka bekommt es in der ersten Runde von Wimbledon mit dem Portugiesen João Sousa (ATP 48) zu tun. Der siebenfache Champion Roger Federer trifft auf den Italiener Paolo Lorenzi (ATP 81). Im Viertelfinal könnten die beiden Schweizer aufeinandertreffen.

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Fehler gesehen?

Bleibt der Maestro nun auf 17 Grand-Slam-Titeln? Viele haben sich nach der Finalniederlage von Roger Federer gegen Novak Djokovic (7:6, 4:6, 6:7, 7:5, 4:6) diese Frage gestellt. Auch der Maestro selber weiss es nicht: «Diese Frage hätten sie mir genauso gut 2003 (nach Federers erstem Wimbledonsieg; die Red.) stellen können, und ich hätte die Antwort genauso wenig gewusst. Egal, ob bei Olympia, der Fussball-WM oder im Tennis: Es gibt keine Garantie, dass du nochmals da hinkommst.»

Indes: Wimbledon 2014 gibt Anlass zur Hoffnung, dass der 18. Titel für den Rekordhalter noch folgen wird. Denn der bald 33-jährige Federer spielte in London wieder in alter Frische, nachdem er 2013 auch wegen Rückenproblemen arg gebremst worden war. Aber jetzt sind sich wieder alle sicher: Auch nach 1186 Partien auf der ATP-Tour und 59 Grand-Slam-Turnieren in 15 Jahren ist sein Hunger weiterhin gross, die Liebe zum Tennis ungebrochen. Deshalb war Federers wichtigster Satz in Wimbledon nicht irgend eine Analyse, sondern schlicht: «Wir sehen uns im nächsten Jahr.»

Raonic, Dimitrov holen auf

Eine Garantie, dass er dann auch wieder im Final stehen wird, gibt es, wie der Baselbieter sagt, nicht. Am meisten hängt nach wie vor von Federer selber ab. Ist er beschwerdefrei, kann er weiterhin mithalten und ist nach eigenen Worten «nur schwierig zu bezwingen». Doch mittlerweile sind nicht nur Djokovic, Rafael Nadal oder Andy Murray mögliche Bezwinger. Der Kreis der Anwärter, die einen Coup landen können, vergrössert sich. Stan Wawrinka hat dies Anfang Jahr in Melbourne bewiesen. Dahinter rücken Spieler wie die neue Nummer 6 der Welt, der Kanadier Milos Raonic, oder der erstmals in die Top-Ten vorgestossene Bulgare Grigor Dimitrov (9) immer näher zur absoluten Weltspitze. Dennoch: Utopisch ist der 18. Grand-Slam-Titel für ein Genie wie Federer nie.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mike, bern am 07.07.2014 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder an Nadal + Djokovic dran!

    Ich war beeindruckt von Roger! Habe ihn seit Jahren nicht mehr so stark erlebt! Er hat über Strecken fehlerlos +agressiv gespielt, die Schläge mit Risiko durchgezogen +war beim Aufschlag sehr stark. Das es am Ende nicht ganz klappte.. war ein Hauch, ein Wimpernschlag +sehr sehr schade. In dieser Verfassung wird er aber mit Garantie wieder (grosse) Turniere gewinnen! Da bin ich überzeugt. Er ist konditionell stark, riskiert wieder mehr, wirkt selbstbewusster +behält wieder länger die Nerven. Die Differenz zu Nadal +Djokovic in den entscheidenden Momenten - der letzten Jahre - ist so wieder weg.

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  • Winterthurer am 07.07.2014 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    So Schade hats nicht geklappt..

    ..als Fedi-Fan war das ein harter Sonntag gestern. Aber hey: Er hats in den Final geschafft und wunderbares Tennis gezeigt! Go Roger!

  • Endgame am 07.07.2014 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maestro

    Ich würde es ihm natürlich sehr gönnen, dass er nochmals einen Grandslam holt.. Aber er hat ja schon allen gezeigt, dass er der beste ist.. Ich hoffe einfach er spielt noch eine Weile.. Ich liebe es ihm, djokovic und Nadal beim Tennis zuzuschauen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Günther am 07.07.2014 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feddo-Ende

    Er wird nie mehr so eine Chance haben. Die Zeiten sind vorbei. Ich finde er hat genug gewonnen und sollte abtreten. Feddo-Ende!

  • Mike Hirschi am 07.07.2014 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titelgewinne

    Ich wünsche ihm nur das beste und hoffe das er jetzt eine gute Hardplatzt season spielt und 1,2 titel holt.

  • Nole am 07.07.2014 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nole

    Der bessere hat gewonnen. Und das war halt djokovic! Da gibt es nichts zu diskutieren!

  • bignolefan am 07.07.2014 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gs

    da hat nicht viel gefehlt. ein oder zwei punkte und alles wäre anderst gekommen. die leistung von fed top four niveau.. bin froh das nole nach sovielen final niederlagen wieder mal gewinnen konnte

  • Giancarlo am 07.07.2014 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Geniesst doch einfach Rorger's Tennis

    Man bedenke auch, dass Federer der einzige Top-Ten Spieler war, gegen den Djokovic in Wimbledon spielen musste. Was Federer hingegen gezeigt hatte, war grosses Tennis. Solange Federer grosse Spiele zeigt, ist es wirklich nicht so wichtig, ob er einen Grandslam gewinnt oder nicht. Djokovic wird Vater und heiratet, wie wird sich das auswirken? Nadal kränkelt und wird nur noch auf langsamen Unterlagen gut sein. Murray ist im Tief. Aber Federer liefert auch nach 15 Jahren grosse Spiele ab!