2 Schritte bis zum Titel

03. Juli 2014 14:08; Akt: 03.07.2014 15:13 Print

Alles läuft für Federer

Physisch ist Roger Federer wieder da, wo er sein wollte. Doch kann er in Wimbledon wieder in den Kreis der Sieger zurückkehren? Die Zeichen stehen so gut wie lange nicht mehr.

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Novak Djokovic gewinnt in 5 Sätzen gegen Roger Federer. Es ist sein 2. Titel. Im 4. Satz scheint das Spiel entschieden. Federer muss einen Matchball abwehren. Doch der Maestro kommt zurück, gewinnt 4 Games in Folge und rettet sich in den 5. Satz. Djokovic kann es nicht fassen. Federer ist sehr nahe an der Sensation und dem 8. Titel, doch schlussendlich reicht es nicht ganz. Djokovic breakt den Schweizer und gewinnt das Turnier. Roger Federer kommt seinem Traum vom achten Wimbledon-Titel einen Schritt näher: Er schlägt im Halbfinal Milos Raonic souverän 6:4, 6:4, 6:4. Sie sehen ihn wieder - und zwar schon am Sonntag! Dann steht der Final gegen Novak Djokovic an. Holt Federer seinen achten Titel in London, krönt er sich zum alleinigen Rekordhalter. Raonic, der seinen ersten Grand-Slam-Halbfinal spielte, kann zwar was die Aufschläge und Vorhand angeht mithalten, spielerisch ist er dem Schweizer aber klar unterlegen. Die Faust von Roger Federer zeigt: Er ist der Sieger im Schweizer Viertelfinal in Wimbledon. Dabei erwischte Stan Wawrinka den besseren Start und holte sich den ersten Satz. Kein Wunder wirkt Wawrinka zum Schluss enttäuscht. Aber seine Fähigkeiten reichten heute nicht, Rasen-König Federer zu stoppen. Jaaaaaaa! Das Schweizer Duell im Viertelfinal ist perfekt: Wawrinka folgt Federer nach einem Dreisatz-Sieg gegen Feliciano Lopez. Der Spanier Feliciano Lopez war Wawrinka bis in den dritten Satz hinein ein absolut ebenbürtiger Gegner. Erst ganz zum Schluss bekundete er in seinen Aufschlagspielen Mühe und musst das einzige Break im ganzen Match zulassen. Federer hatte kurz zuvor Tommy Robredo 6:1, 6:4, 6:4 besiegt. Für Robredo hilft auch tiefes Durchatmen nicht: Der Spanier kommt nie richtig ins Spiel. Stan Wawrinka schlägt in der dritten Runde den Usbeken Denis Istomin und steht in den Achtelfinals von Wimbledon. Der Schweizer kommt gegen seinen Gegner nur am Anfang des ersten Satzes kurz unter Druck, als er drei Breakbälle abwehren muss. In den Achtelfinals wartet entweder Feliciano Lopez oder John Isner. Wie ein Eilzug: Federer lässt Santiago Giraldo keine Chance und steht im Achtelfinal. Am Ende gewinnt er gegen den Kolumbianer 6:3, 6:1, 6:3. Roger Federer hat auch in Runde 2 alles im Griff. Der Schweizer schlägt Gilles Muller aus Luxemburg 6:3, 7:5 und 6:3 und zieht in die nächste Runde ein. Dort trifft er entweder auf den Spanier Marcel Granollers oder den Kolumbianer Santiago Giraldo. Stan Wawrinka bleibt auch in der 2. Runde von Wimbledon siegreich. Der Schweizer schlägt den Taiwanesen Yen-Hsun Lu 7:6, 6:3, 3:6 und 7:5. In der nächsten Runde wartet Denis Istomin aus Usbekistan. Stanislas Wawrinka tritt in der 2. Runde gegen den Taiwanesen Lu Yen-Hsun an. Roger Federer gelingt der Auftakt in Wimbledon nach Mass. Er besiegt Paolo Lorenzi 6:1, 6:1, 6:3. Der Italiener hat einen schweren Stand. Stan Wawrinka startet mit einem 6:3, 6:4, 6:3-Sieg gegen Joao Sousa ins Turnier. Federer wirkt im Training in Wimbledon entspannt. Stan Wawrinka bekommt es in der ersten Runde von Wimbledon mit dem Portugiesen João Sousa (ATP 48) zu tun. Der siebenfache Champion Roger Federer trifft auf den Italiener Paolo Lorenzi (ATP 81). Im Viertelfinal könnten die beiden Schweizer aufeinandertreffen.

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Einen Brocken musste Roger Federer selbst aus dem Weg räumen (Stan Wawrinka), einer hat sich selbst verabschiedet (Rafael Nadal). Der grösste aber könnte ihm auf seinem Weg zum achten Wimbledon-Titel noch in die Quere kommen: Novak Djokovic, wenn alles nach Plan läuft sein Finalgegner vom Sonntag. Was bei Turnierbeginn nach einem happigen Los klang, hat sich in den vergangenen Tagen in eine machbare Aufgabe verwandelt.

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Aus einem weiteren Grund geht Federer beruhigt in seinen 35. Halbfinal bei einem Grand-Slam-Turnier. Aufgrund des spielfreien mittleren Sonntags in Wimbledon steht den Cracks oft eine happige zweite Turnierwoche bevor. Vier Best-of-5-Matches in sechs Tagen (im Falle eines Turniersieges) sind für den bald 33-jährigen Federer eine enorme Belastung. Gut, dass er Kräfte sparen konnte.

Federer ist im Zeitplan

Dank seinem glatten Sieg gegen Tommy Robredo erreichte er den Viertelfinal ohne Satz- und Aufschlagverlust und stand bei seinen fünf Spielen nicht mehr als 96 Minuten pro Partie auf dem Platz. Gegen Wawrinka blieb er zwar im ersten Durchgang chancenlos, gewann dann aber relativ zügig in vier Sätzen. Da der Romand offensichtlich angeschlagen war, musste Federer zudem keine langen Ballwechsel spielen.

Federer geht am Freitag nicht nur frisch in das Halbfinal-Duell mit dem Kanadier Milos Raonic, der im Viertelfinal Nadal-Bezwinger Nick Kyrgios eliminierte. Auch die Moral stimmt vor dem Generationen-Duell mit dem 23-jährigen Kanadier, gegen den Federer im Head-to-Head 4:0 führt. Auf Rasen, seiner Lieblingsunterlage, kann Fedex sein schnelles Spiel forcieren.

Aufgepasst vor Raonics Aufschlag

Für Raonic, der unglaubliche Fortschritte gemacht hat und eine starke Saison spielt, aber mit seinen 1,96 m und 99 kg manchmal träge wirkt, ist Federers Rasenspiel eine Herausforderung. Mit seinem variantenreichen Spiel und besonders dem Slice dürfte Federer dem Kanadier das Leben schwer machen. In Acht nehmen muss sich der Schweizer vor dem Aufschlag des Hünen: 147 Asse schlug Raonic im bisherigen Turnierverlauf – 39 davon gegen Kyrgios.

Was die Erfahrung angeht, kann Raonic, der als erster Kanadier seit 1908 in einem Major-Halbfinal steht, dem Schweizer lange nicht das Wasser reichen. Der Maestro konnte das prestigeträchtige Turnier schon siebenmal gewinnen – bei acht Final-Teilnahmen. Und noch etwas spricht für den besten Tennisspieler aller Zeiten: Wenn er im Halbfinal stand, dann zog er auch in den Final ein. Seit seinem ersten Triumph 2003 musste Federer zweimal im Viertelfinal (2010 gegen Berdych, 2011 gegen Tsonga) und 2013 bereits in der zweiten Runde (gegen Stachowski) die Segel streichen.

Hilft Dimitrov?

Müsste man ein Drehbuch schreiben, wie und wo Roger Federer zu seinem 18. Grand-Slam-Titel kommt, könnte man den bisherigen Turnierverlauf schildern. Für das Schlusskapitel ist der Maestro selber verantwortlich. Vielleicht hilft Grigor Dimitrov mit, der wie Federer in diesem Jahr auf Gras noch unbesiegt ist und im Halbfinal auf Novak Djokovic trifft.

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Björn Connors am 03.07.2014 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Euphorist

    Naja ich denke nicht das Dimitrov "hilft". Er ist schon seit längerem ganz stark unterwegs und auch dieser Gegner muss erst noch geschlagen werden. Generell befindet sich Federer seit längerem in einer tollen Form und überrascht mich momentan vorallem auch physisch. Ich hoffe es klappt mit dem 18. Grand Slam. Mach die 20 voll! ;-)

  • Thomas Zabo am 03.07.2014 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nr.18

    Federer wirkt fitter und lockerer als noch vor 1 Jahr. Wenn er einen starken 1.Aufschlag hat, ist er in dieser Form durchaus noch in der Lage auch Djokovic auf Rasen zu bezwingen, ich drück die Daumen!

  • Annemarie am 03.07.2014 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wimby ist spannend

    Roger ist topfit, schnell und spielfreudig. Raonic hat grosse Fortschritte gemacht. Er hat nicht nur seinen Hammeraufschlag; sein Spiel ist variabler und präziser geworden. Er ist besser auf den Beinen und beweglicher als noch vor einzwei Jahren. Und 10 Jahre jünger als Roger (!). Nole ist immer ein sehr gefährlicher Gegner und mit Dimitrov (auch 10 Jahre jünger als Roger) ist absolut zu rechnen. Bald werden die Jüngeren vorne sein, das ist normal und richtig. Keine Tragödie, wenn Roger verliert. Einfach weiterspielen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jol Bear am 03.07.2014 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sieht gut aus, aber sehr schwierig

    Wenn Nadal und Murray schon ausgeschieden sind, heisst das nicht, dass es für Federer einfacher wird. Jene, die diese vermeintlichen Favoriten bezwungen haben, sind im Moment eben besser, spielen Wimbledon 2014 stärker als ihre Gegner. Raonic und Dimitrov zu unterschätzen, das wäre so ziemlich die naivste Schlussfolgerung. Ich gehe aber davon aus, dass Roger selber einer der wenigen ist, welche die Situation richtig einschätzen. Und Djokovic scheint in sehr guter Verfassung zu sein...

  • joni the smasher am 03.07.2014 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    herr

    sollte roger das turnier gewinnen wird er seinen rücktritt bekannt geben.

  • Sonusfaber am 03.07.2014 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Roger gewinnt

    Turniersieg, völlig verdient!

  • Marat am 03.07.2014 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Traumfinale

    Ich hoffe auf das Traumfinale: Federer - Dimitrov. Das Original gegen die jüngere Ausgabe von ihm :-)

  • kein Eidgenosse am 03.07.2014 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nr.3+ 4 der Welt 1/2Finale Wimbledon!

    hört sich doch gut an! Das CHer Männer-Tennis der Gegenwart wird in Zukunft schwer zu Topen sein!Ich geniesse den Moment und freue mich auf die Final-Spiele mit RF!;)