Tennisjahr 2016

07. Januar 2016 16:50; Akt: 07.01.2016 18:43 Print

Bejubelt die Schweiz wieder einen Major-Titel?

von Kai Müller - Die Stars bereiten sich zwischen Katar und Australien auf den ersten Höhepunkt in Melbourne (ab 18. Januar) vor. Sechs Fragen zum Tennisjahr 2016.

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Wann überflügelt Roger Federer Ivan Lendl?

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1060 Einzel hat der Baselbieter auf der Tour bereits gewonnen. Damit ist er die Nummer 3 der ewigen Rangliste hinter Jimmy Connors (1254) und Ivan Lendl (1071). Im Idealfall – also mit einem Turniersieg in Brisbane, wo er vor Jahresfrist sein 1000. Spiel gewann, und Melbourne – könnte Federer in Rotterdam auf Platz 2 vorstossen. In Sachen Titel fehlen Federer (88) noch sechs, um zu Lendl aufzuschliessen. Connors (108) bleibt wohl unerreichbar.

Gibt es erneut Schweizer Grand-Slam-Titel zu bejubeln?

Die Schweiz hat so viele Weltklasse-Spieler wie nie. Die Hoffnung auf einen weiteren Major-Triumph ist durchaus berechtigt. 2014 und 2015 setzte jeweils Stan Wawrinka zu je einem Höhenflug dieser Art an. Roger Federer jagt seit Wimbledon 2012 seinem 18. Grand-Slam-Titel hinterher und ist mehrmals erst auf der Zielgeraden von Novak Djokovic abgefangen worden. Wawrinka kann mit seiner Wucht jeden Gegner zermürben. Wenn er sich in einen Rausch spielt wie vergangenen Juni in Paris, entscheidet allein er über Sieg oder Niederlage.

Belinda Bencic wird besser und besser, ein Coup auf höchster Stufe – es wäre der erste einer Schweizerin seit Martina Hingis in Melbourne 1999 – scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Ist es bereits 2016 so weit? Dazu kommt Timea Bacsinszky, die mit dem Halbfinal am French Open in neue Sphären vorstiess und grosse Lust verspürt, sich weiter zu verbessern. Die Erfahrungen von Paris, als mit dem steigenden Interesse «auf einen Schlag unglaublich viel auf mich einprasselte», wie sie selber sagte, werden ihr künftig helfen, besser mit solchen Situationen umzugehen.

Sollte es im Einzel nicht klappen, ist da ja noch Hingis. Allein 2015 heimste sie fünf Major-Titel im Doppel respektive Mixed ein.

Wird Olympia zum Schweizer Tennisfest?

Dank des oben genannten Quintetts verfügt die Schweiz an den Sommerspielen in Rio de Janeiro über eine schlagkräftige Equipe. Hinzu kommt, dass die Mixed-Paarung Federer/Hingis wie gemacht für eine Medaille scheint. Und vielleicht tritt Federer auch noch mit Wawrinka im Doppel an.

Vergoldet Djokovic seine Karriere?

Er war 2015 nahezu unschlagbar an den wichtigen Turnieren und dürfte erneut der Mann sein, der die Gegner vor unlösbare Probleme stellt: Novak Djokovic blickt auf eine herausragende Saison mit drei Major-Titeln zurück, die einzig in Paris einen argen Dämpfer erlitt, als ihn Wawrinka im Final vom Court Philippe Chatrier arbeitete. Der Sieg am French Open fehlt noch im Palmarès des Serben.

Nach dem (vorerst) verpassten Karriere- respektive Kalender-Grand-Slam sind die Aussichten 2016 noch verlockender: Im Olympia-Jahr winkt der Golden Slam, der Triumph an allen vier Majors sowie im olympischen Einzel. Dieses Kunststück hat bisher nur Steffi Graf 1988 geschafft.

Wer fordert Djokovic?

Neben den Schweizern, die dem Branchenleader zuletzt am meisten Probleme bereiteten, könnte künftig auch Rafael Nadal wieder eine wichtigere Rolle spielen. Gerade auf Sand sind dem Spanier, der gegen Ende Saison vermehrt Spiele und Selbstvertrauen gewann, wieder grosse Erfolge zuzutrauen. Andy Murray verfügt wohl nicht über die Waffen, um Djokovic ernsthaft zu bedrängen, darüber sollten einzelne Siege nicht hinwegtäuschen. Den Spielern der zweiten Garde um Nishikori, Berdych, Raonic usw. droht das gleiche Schicksal wie in den vergangenen Jahren (das US Open 2014 mit dem Sieg von Cilic ausgenommen): Wenn die grossen Titel vergeben werden, sind sie Zuschauer.

Knackt Serena Williams Grafs Rekorde?

Apropos Kalender-Grand-Slam: Serena Williams verpasste den totalen Triumph nur knapp, als sie am US Open im Halbfinal an Roberta Vinci scheiterte. In Melbourne winkt der Amerikanerin, der momentan eine Entzündung im Knie zu schaffen macht, der 22. Major-Titel, womit sie mit Graf gleichziehen würde, die den Rekord in der Profi-Ära (seit 1968) hält. Etwas ferner liegt eine andere Bestmarke: Graf war während 186 Wochen ununterbrochen die Weltnummer 1. Sollte sich Williams bis zum US Open an der Spitze halten können, würde sie die Deutsche überflügeln.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reporter am 07.01.2016 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Stan holt Grand Slam

    Ich traue Stan zu, dass er nochmals einen Grand Slam gewinnt. Er spielt zwar mit einem Frauenschläger Tennis, doch was sollst, Hauptsache er hat Erfolg.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reporter am 07.01.2016 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Stan holt Grand Slam

    Ich traue Stan zu, dass er nochmals einen Grand Slam gewinnt. Er spielt zwar mit einem Frauenschläger Tennis, doch was sollst, Hauptsache er hat Erfolg.

    • TennisSport am 07.01.2016 18:23 Report Diesen Beitrag melden

      Beide sind fähig dazu ....

      Ich traue es Roger ebenso immer noch zu.

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