Key Biscayne

30. März 2011 19:24; Akt: 30.03.2011 21:22 Print

Die Tenniswelt entdeckt Andrea Petkovic

Die Deutsche setzte sich einen Tag nach ihrem Erfolg gegen die aktuelle Weltnummer 1 Caroline Wozniacki gegen Jelena Jankovic durch, die früher das Klassement auch kurzzeitig angeführt hatte.

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Die 23-Jährige Deutsche Andrea Petkovic mischt die WTA-Tour auf. (Bild: Keystone)

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Petkovic siegte 2:6, 6:2, 6:4, wobei ihr die längere Regenunterbrechung zu Beginn des zweiten Satzes sehr zupasskam. «Vorher hatte ich überhaupt keinen Rhythmus und war frustriert. In der Pause hat mir dann mein Coach gesagt, es liege auch daran, weil Jelena so gut spiele und so habe ich mich dann beruhigt.»

Erfolge von Petkovic tun auch der mit Persönlichkeiten nicht gerade reich gesegneten WTA-Tour gut. Die 23-Jährige, akademisch alles andere als ein Leichtgewicht, hebt sich mit ihrer positiven und unbekümmerten Art wohltuend von vielen ihrer Konkurrentinnen ab. Es ist natürlich Schwachsinn, sie als «neue Steffi Graf» zu bezeichnen, aber die erste deutsche Key-Biscayne-Halbfinalistin seit Anke Huber (2001) hat durchaus Potenzial für die Top Ten. Sie weiss auch um ihre Qualitäten: «Ich bin eine der fittesten Spielerinnen auf der Tour. Gut spielen konnte ich schon immer, ich brauchte aber Zeit, Erfahrung und Konstanz, um dies auch über längere Zeit durchzuziehen.»

Zwischen Petkovic und dem Finaleinzug steht nun nur noch Maria Scharapowa. Die Russin bezwang die Rumänin Alexandra Dulgheru, die vor dem Turnier eine Saisonbilanz von 1:6 hatte, nach dreieinhalb Stunden. Beeindruckend war weniger das Niveau - von 251 gespielten Punkten waren 129 unerzwungene Fehler - als Scharapowas Entschlossenheit. Wenn immer es eng wurde, machte sie noch mehr Druck und wurde so letztlich belohnt. Falls sie sich an Petkovic für die Achtelfinal-Niederlage am Australian Open revanchieren will, muss sie sich aber steigern.

Eine starke Leistung, die unbelohnt blieb, zeigte Ana Ivanovic. Die Serbin agierte gegen Kim Clijsters enorm druckvoll und führte 5:1 im Entscheidungssatz. Eine halbe Stunde und fünf vergebene Matchbälle später konnte aber die Belgierin jubeln. Ivanovic sah aber schon kurz danach wieder das positive: «Ich habe jetzt ein Racket kaputt gemacht und etwas geweint. Nun ist es aber okay und die Leistung gibt mir für die nächsten Monate Zuversicht.»


Key Biscayne:

Frauen. Letzter Achtelfinal: Kim Clijsters (Be/2) s. Ana Ivanovic (Ser/19) 7:6 (7:4), 3:6, 7:6 (7:5). - Viertelfinals: Vera Swonarewa (Russ/3) s. Agnieszka Radwanska (Pol/9) 7:5, 6:3. Andrea Petkovic (De/21) s. Jelena Jankovic (Ser/6) 2:6, 6:2, 6:4. Maria Scharapowa (Russ/16) s. Alexandra Dulgheru (Rum/26) 3:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5). - Halbfinal-Tableau: Petkovic (21) - Scharapowa (16); Swonarewa (3) - Asarenka (8)/Clijsters (2).

(sda)