Schlimmer geht immer

04. Juli 2014 14:24; Akt: 04.07.2014 14:24 Print

Die schrägsten Wimbledon-Outfits

Weiss, weiss, weiss: Der Dresscode in Wimbledon ist fast so wichtig wie die Leistung auf dem Platz. Kein Wunder, lassen sich die Tennis-Stars etwas einfallen, um aufzufallen.

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Bethanie Mattek-Sands schiesst 2011 den Vogel ab, als sie mit dieser Jacke auftaucht. Bälle hat sie zwar viele auf den Schultern und Armen, doch damit spielen kann sie nicht. Ein gefundenes Fressen für die Fotografen. Sie geniesst die Aufmerksamkeit. Dass spektakulär auch beim Spielen geht, zeigt Anna White 1985. Ihr Ganzkörperanzug schreit nach einem Revival! Nicht nur an der Kleidung wird herumexperimentiert. Der Argentinier Marcelo Charpentier sorgt 1997 für einen Farbtupfer auf dem Kopf. Im selben Jahr fällt auch Venus Williams mit ihrer Haarpracht auf. Man beachte: In den traditionellen Farben des Turniers. Venus Williams ist auch in den folgenden Jahren stets vorne dabei, wenn es um spektakuläre Outfits geht. Hier ein jüngeres Beispiel von 2011. Ein Jahr zuvor spielt sie quasi im Tütü. 2017 begeht Venus Williams jedoch einen schweren Fehler. Sie trägt einen pinken BH, worauf sie diesen während einer Regenpause im Spiel gegen Elise Mertens verschwinden lässt. Ihre Schwester Serena reizt den Dresscode immer bis aufs Äusserste aus. Mit dem Haarband, dem Nike-Zeichen und vor allem den leuchtenden Shorts bewegt sie sich an der Grenze des Erlaubten. Die Möglichkeiten bei den Herren sind outfittechnisch begrenzt. Sie machen es mit Accessoires - wie Roger Federer. 2009 erscheint der Schweizer in einer edlen Strickjacke. Im Juni 2007 erscheint Federer mit einer edlen weissen Tasche, einem Blazer sowie langen Hosen. Von Federer inspiriert? Auch Serena Wiliams versucht es mit einem Blazer und langen Hosen. 2013 wird der Maestro gezwungen, seine Schuhe mit den orangefarbenen Sohlen zu wechseln. Rafael Nadal muss seine farbigen Shirts ebenfalls zu Hause lassen. Ärmellos geht aber. Gleiches gilt für seine überlangen Shorts, welche er in seinen frühen Jahren trägt. Es gibt auch Regeln für die Fans. Diese Nadal-Fans hatten offenbar Glück. Wie man in Wimbledon erscheint, weiss David Beckham. Der Glamour-Boy mit dem perfekten Outfit. Und auch die Legende Sir Bobby Charlton (links) weiss sich zu kleiden. Die königliche Familie gibt sich natürlich auch keine Blösse.

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Als Paradiesvogel Andre Agassi 1991 in Wimbledon nach vierjähriger Abstinenz erstmals wieder antrat, staunten die Zuschauer: Der Mann, dessen Markenzeichen die neonfarbenen Shorts, Schuhe und Haarbänder sowie seine wilde Vokuhila-Mähne waren, erschien in Weiss – von Kopf bis Fuss. Die «Fast ausschliesslich weiss»-Regel war dem US-Amerikaner zuvor ein Dorn im Auge gewesen, so dass er unter anderem aus diesem Grund von 1987 bis 1991 eine Pause in Wimbldeon eingelegt hatte.

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Obwohl die Vorschriften in den vergangenen Jahren etwas gelockert wurden – ein paar Tennis-Ladys tragen unter ihrem Kleid etwa farbige Shorts oder Rafael Nadal hatte heuer eine rote Uhr um sein Handgelenk –, findet Roger Federer, dass der Dresscode noch immer zu strikt angewendet wird. Dies hat er jüngst erneut betont. 2013 musste er sein Schuhwerk wechseln, weil seine Nike-Treter eine orangefarbene Sohle hatten. Ein Jahr vor Federer erwischte es Radek Stepanek, dessen Schuhe mehrfarbig waren.

Federer: Der Outfit-King von 2006 bis 2009

Weil das Regelwerk derart engstirnig ist, lassen sich die Tennis-Stars und ihre Ausrüster immer mal wieder etwas Aussergewöhnliches einfallen. So gaben Federers Auftritte 2006, 2007, 2008 und 2009 auch wegen seiner Outfits zu reden. 2006 war es bloss ein Blazer, 2007 dann ein Gesamtkunstwerk – inklusive Tasche und langen Hosen für den Einmarsch auf dem Centre Court. 2008 erschien der Rasenkönig dann in einem klassischeren Look. Strickjacke anstatt Blazer lautete das Motto, was im Vergleich zu früher eher schlicht daherkam. 2009 trauten sich Federer und Nike dann wieder mehr. Der Maestro tauchte unter anderem mit einer nicht zu knapp mit Gold bestückten Tasche auf.

Es liegt auf der Hand, dass die Damen outfitmässig in der Vergangenheit mehr über die Stränge geschlagen haben. In den letzten 15 Jahren waren die Augen stets auf Venus Williams gerichtet, wenn die US-Amerikanerin für ihren ersten Auftritt den heiligen Rasen betrat, aber auch ihre Schwester Serena wusste stets aufzufallen. Beide haben die Regeln jeweils bis aufs Letzte strapaziert. Der Kanarienvogel war aber ihre Landsfrau Bethanie Mattek-Sands vor drei Jahren, als sie mit einer mit weissen Tennisbällen und Nieten bestückten Jacke auftauchte. Oder Anne White, ebenfalls aus den USA. Sie trat 1985 in einem hautengen Ganzkörperanzug an.

Auch für Zuschauer gibt es Regeln

Den Fans wird geraten, nicht in Jeans, Flip-Flops, Kapuzenpullis oder extrem kurzen Röcken aufzutauchen, um sicher zu gehen, den Court betreten zu dürfen. Unter dem Motto «No riff-raff please, we're Wimbledon» (kein Gesindel, wir sind Wimbledon) wurde 2012 erstmals ein Guide für Zuschauer im All England Tennisclub erstellt.

Dieser wird wohl aber nicht so strikt angewendet. Sonst hätten die Organisatoren Fans von Rafael Nadal diese Woche keinen Eintritt gewährt. Was in Australien, New York und Paris geht, ist in Wimbledon ein No-Go. Sie feuerten den Spanier in gelben Shirts (mit Buchstaben versehen), farbigen Stirnbändern (mit Fähnchen) und bemalten Wangen an. Witzig: Der sechste Fan im Bunde, der mit dem zweiten A auf der Brust, fehlte. Ganz links stand einer mit der Aufschrift «Vamos», neben ihm war aber nur ein N-A-D-L zu sehen.

Was sich die Tennis-Stars in den vergangenen Jahrzenten sonst alles ausgedacht haben, um in Wimbledon die Blicke auf sich zu ziehen, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

(als)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Basler am 04.07.2014 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fasnacht

    Betthanie Mattek-Sands könnte mit ihrem Outfit locker in Basel Schnitzelbängg machen und zwar mit den Striggede:-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Basler am 04.07.2014 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fasnacht

    Betthanie Mattek-Sands könnte mit ihrem Outfit locker in Basel Schnitzelbängg machen und zwar mit den Striggede:-)