ATP-Finale

14. November 2019 08:00; Akt: 15.11.2019 09:50 Print

Diese drei Gründe sprechen für Federer

von Adrian Ruch, London - Novak Djokovic steigt am ATP-Finale als Favorit ins Duell mit Roger Federer. Doch aus Schweizer Sicht darf man auf eine Überraschung hoffen.

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Der Grieche setzt sich in einem hochstehenden Endspiel gegen den Österreicher Dominic Thiem durch. Obwohl Thiem den grössten Titel seiner Karriere verpasst, freut er sich über die Finalisten-Trophäe. Nach zweieinhalb Stunden und drei umkämpften Sätzen steht der Sieg von Tsitsipas fest (6:7,6:2,7:6). Dominic Thiem trauer seinen Chancen nach. Obwohl er den Startsatz verliert, muss er am Ende seinem Gegner gratulieren. Zwei neue Gesichter im Endspiel der ATP-Finals: Stefanos Tsitsipas und Dominic Thiem kämpfen in London um den letzten grossen Titel der Saison. Als jüngster Spieler im Feld erreicht Stefanos Tsitsipas erstmals das Endspiel des ATP-Finale. Dort trifft der Grieche entweder auf Alexander Zverev oder Dominik Thiem, die sich am Abend um das Finalticket duellieren. Roger Federer muss sich im Halbfinal dem 17 Jahre jüngeren Stefanos Tsitsipas geschlagen geben. Der Maestro sieht zu viele seiner Breakmöglichkeiten vom Youngster abgewehrt. Ist Federers nächster Gegner: Dank dem Sieg von Alexander Zverev gegen Daniil Medwedew trifft der Schweizer Tennisstar auf Stefanos Tsitsipas. Rafael Nadal bezwingt Stefanos Tsitsipas in drei Sätzen und wahrte seine Chance auf den Halbfinal – bis Zverev das Abendspiel gewann. Grossartiger Roger Federer: Im Gipfeltreffen um den Einzug in den Halbfinal schlug der Schweizer Novak Djokovic 6:4, 6:3. Für den Serben ist das Turnier zu Ende. Federers Jubel nach dem Triumph gegen seinen ewigen Rivalen. Versöhnlicher Abschluss: Nach zwei klaren Niederlagen gegen Novak Djokovic und Roger Federer besiegt Matteo Berrettini Dominic Thiem 7:6 (7:3), 6:3. Ausgeschieden ist der Italiener trotzdem, der Österreicher steht derweil schon als Gruppensieger fest. Ein starker Stefanos Tsitsipas schlägt Alexander Zverev 6:3, 6:2 und steht als zweiter Halbfinal-Teilnehmer nach Dominic Thiem fest. Nach einer spektakulären Aufholjagd gewinnt Rafael Nadal gegen Daniil Medvedev 6:7, 6:3, 7:6 und bleibt im Rennen um den Einzug in den Halbfinal. King Roger unter Druck: Nach der Auftakt-Niederlage gegen Dominic Thiem hiess es gegen Matteo Berrettini schon alles oder nichts für die Schweizer Tennis-Legende. Das Spiel war geprägt vom starken Aufschlagspiel beider Akteure, im Eiltempo rasten sie im ersten Satz durch die Games. Folgerichtig kam es zum Tiebreak, mit dem besseren Ende für Federer. Matteo Berrettini zeigte, warum der Aufschlag als seine grosse Stärke gilt. Allerdings hatte der Italiener besonders im zweiten Satz Probleme, sobald der Ball im Spiel war. Am Ende gewann Federer 7:6, 6:3 und hält damit seine Halbfinal-Chancen intakt. Ob der Schweizer die Gruppenphase übersteht, wird das wegweisende dritte Spiel gegen einen starken Novak Djokovic zeigen. Ein ratloser Rafael Nadal bei seinem ersten Einsatz in London. Er unterliegt Alexander Zverev in zwei Sätzen. Titelverteidiger Zverev zeigt beim 6:2, 6:4-Sieg gegen Nadal eine starke Leistung. Stefanos Tsitsipas jubelt nach seinem Sieg gegen Daniil Medwedew. Die beiden sind nicht die besten Freunde. Ratlos: Trotz ansprechender Leistung fand Federer gegen Dominic Thiel kein Mittel und verlor das Auftaktspiel 5:7, 5:7. Der Österreicher schraubte durch den Sieg seine Bilanz gegen Federer auf 5 zu 2, im Jahr 2019 steht es sogar 3 zu 0 zu Gunsten von Thiem. Noch ist ein Überstehen der Gruppenphase für Federer nicht ausgeschlossen, der Schweizer steht nach der Niederlage allerdings mächtig unter Druck. Ein Selfie auf dem Boot vor dem Londoner Riesenrad: Alexander Zverev, Dominic Thiem, Matteo Berrettini, Novak Djokovic, Rafael Nadal, Daniil Medwedew, Roger Federer und Stefanos Tsitsipas posieren zusammen vor dem Turnierbeginn. Federer ist auch für Selfies mit Fans zu haben. Der Schweizer diskutiert mit dem Österreicher Thiem. Federer ist ein gefragter Interviewpartner. Nadal zeigt sich gut gelaunt. Der Schweizer hat sich für das letzte Turnier des Jahres die Haare geschnitten und lässt den Bart wachsen.

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Novak Djokovic ist der beste Tennisspieler der letzten Jahre, und er weist gegen Roger Federer eine positive Bilanz auf (26:22). Vor allem hat er die letzten vier Direktbegegnungen allesamt und seit Anfang 2015 neun von zwölf Duellen für sich entschieden.

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Zudem hat er am ATP-Finale bisher auf höherem Niveau agiert. Während Federer gegen Dominic Thiem in zwei Sätzen verlor, unterlag Djokovic in einem epischen Match, der auf beide Seiten hätte kippen können. Und Federer bezwang zwar Matteo Berrettini souverän, aber auch da war Djokovic im Quervergleich besser, deklassierte er den Italiener doch regelrecht.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der Schweizer steigt heute in London als Aussenseiter ins letzte Gruppenspiel, das über die Teilnahme am Halbfinal entscheidet. Doch das heisst nicht, dass er verlieren muss. Er hat durchaus die Mittel, seinen Rivalen zu schlagen. Im Wimbledon-Final unterlag er hauchdünn, obwohl er spielerisch überlegen war.

Wir nennen drei Gründe, die für einen Sieg des 38-Jährigen sprechen:

    - Die vorteilhaften Bedingungen: Zwar kommt Djokovic überall gut zurecht, doch die Verhältnisse in der O2-Arena bevorzugen den offensiver eingestellten Spieler. Der schnelle und flache Ballabsprung erhöht die Wirkung des Aufschlags und erschwert das Schlagen von präzisen Passierbällen. Und der Service sowie das Netzspiel sind nun mal Federers Domänen.

      - Die Unterstützung des Publikums: Der Baselbieter wird wie schon in Wimbledon die Zuschauer im Rücken wissen, und in einer Halle wird es generell lauter. In der O2-Arena sind die Fans zudem im Durchschnitt extrovertierter, enthusiastischer als im All England Club. Schon gegen Thiem hatte Djokovic die Mehrheit der Leute gegen sich, angenehm ist das auf die Dauer nicht.

        - Der Druck auf Djokovic: Klar, Federer hat grosse Lust, heute zu gewinnen. Aber er weiss auch, dass seine bisherige Form nicht reichen wird. Das könnte ihm helfen, entspannt aufzuspielen. Der Serbe hingegen steht unter grossem Druck, den er sich selber macht. Er leidet darunter, dass Federer und Rafael Nadal global eindeutig beliebter sind. Umso lieber würde er die beiden sportlich übertrumpfen. Mit einem Titelgewinn würde der 32-Jährige Federers Bestmarke egalisieren, der am ATP-Finale sechsmal triumphiert hat. Zudem könnte er zum sechsten Mal ein Jahr als Nummer 1 abschliessen, somit den Schweizer übertreffen und mit Rekordhalter Pete Sampras gleichziehen.

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        Die beliebtesten Leser-Kommentare

        • kurtsui am 14.11.2019 18:21 Report Diesen Beitrag melden

          Alles offen

          Diese Prognose ist reine Kaffesatz-Leserei.

          einklappen einklappen
        • Rudi Klaus am 14.11.2019 18:21 Report Diesen Beitrag melden

          Vorteil Djoker

          Djokovic bringt halt die Bälle immer irgendwie zurück. Und seine Gegner machen schliesslich zuerst den Fehler. Das ist sein Vorteil. Nicht das technisch bessere Spiel.

        • Herr Prügeli am 14.11.2019 18:04 Report Diesen Beitrag melden

          nie genug

          niemand braucht drei oder zwanzig Gründe, einer ist genug!

        Die neusten Leser-Kommentare

        • Marcel W am 14.11.2019 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

          Fifty fifty

          Der Bessere möge gewinnen. Es würde mich freuen, wenn Roger gewinnt. Die Chancen stehen 49.5 zu 50.5%. Nach dem Spiel sage ich dann, wem die 50.5% gehören...

        • Benno am 14.11.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

          Bitte bitte noch einmal

          Hoffe auf ein Wimbledon Finale 2019 2.0 !!

        • Analyst am 14.11.2019 20:47 Report Diesen Beitrag melden

          Drei Gründe Pro Federer

          Wie leicht ist es Drei Gründe gegen ihn zu finden?

        • Jeton Gashi am 14.11.2019 20:33 Report Diesen Beitrag melden

          Zusammenfassung

          Ob die drei o.g. Gründe tatsächlich für Federer sprechen, bleibt zumindest zweifelhaft; mindestens 10 weitere Gründe sprechen eindeutig gegen Federer bzw. für Djokovic.

        • Kate am 14.11.2019 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

          Nun..

          Federer wackelt. Djokovic spielt stark. Mental und physisch. Darum wird er als Sieger vom Platz gehen!