Auf dem Vormarsch

04. Juli 2014 08:40; Akt: 04.07.2014 09:02 Print

Dimitrov will nicht mehr «Baby-Federer» sein

Der Bulgare Grigor Dimitrov ist auf bestem Weg in die Top Ten der Weltrangliste und in den Wimbledon-Final. «Baby-Federer» wird er aber nicht mehr gern genannt.

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Spalierstehen für die Gladiatoren: Novak Djokovic und Roger Federer an der Siegerehrung nach dem epischen Final. Seht, wie schön ich glänze! Der Challenge Cup, in die Höhe gestemmt von Novak Djokovic. Prinz William und Herzogin Kate verfolgen den Final ebenfalls, im Hintergrund die australische Tennislegende Rod Laver, der zweimal den Grand Slam schaffte. Unter die prominenten Finalzuschauer mischen sich auch Victoria Beckham und Schauspieler Samuel L. Jackson - und Bundesrat Ueli Maurer. Zum zweiten Mal nach 2011 jubelt in Wimbledon die Tschechin Petra Kvitova. Sie benötigte in ihrem zweiten Final nur gerade 55 Minuten für den Sieg gegen Eugenie Bouchard. Auch wenn die Haare fliegen, auf dem Platz wies die 24-Jährige ihre kanadische Widersacherin mit 6:3 und 6:0 deutlich in Schranken. Bouchard bekam in ihrem ersten Grand-Slam-Final eine harte Lektion erteilt. Er hadert mit sich selbst und überzeugt nur selten richtig: Novak Djokovic im Halbfinal von Wimbledon. Der Serbe hat gegen den starken Bulgaren Grigor Dimitrov mit sich und dem rutschigen Terrain zu kämpfen. Auch neues Schuhwerk verbessert den Grip nicht wirklich. Am Ende reicht es aber doch für den Djoker. Der topgesetzte Serbe steht im Final und trifft dort auf Roger Federer. Dimitrov spielt zwar in seinem ersten Grand-Slam-Halbfinal gut, der Bulgare muss sich aber dennoch geschlagen geben. Das muss auch Freundin Maria Scharapowa zur Kenntnis nehmen. Petra Kvitova gewinnt das tschechische Duell gegen Lucie Safarova 7:6, 6:1 und steht im Final. Dort trifft sie auf Eugenie Bouchard, die Simona Halep 7:6, 6:2 schlägt. Der Titelverteidiger scheidet aus: Andy Murray ärgert sich über die Niederlage gegen Grigor Dimitrov. Der Bulgare kann es fast nicht glauben, dass er den Titelverteidiger souverän in drei Sätzen bezwingen konnte. Beinahe auch ins Stolpern geraten wäre Novak Djokvoic, der Serbe zog gegen Marin Cilic aber noch einmal den Kopf aus der Schlinge. Aus der Traum vom erneuten Final: Sabine Lisicki scheitert im Viertelfinal von Wimbledon an der Rumänin Simona Halep 4:6, 0:6. Da schüttelt es Rafael Nadal. Der Spanier fliegt im Achtelfinal in Wimbledon raus. Der Spanier unterliegt dem 19-jährigen Australier Nick Kyrgios (ATP 144!) 6:7 (5:7), 7:5, 6:7 (5:7), 3:6. Der volle Einsatz nützt Maria Scharapowa nichts. Die French-Open-Siegerin verliert in den Wimbledon-Achtelfinals gegen die Deutsche Angelique Kerber 6:7 (4:7), 6:4, 4:6. Mit Sabine Lisicki ist eine weitere Deutsche in den Viertelfinals. So freut sich die Deutsche Sabine Lisicki über ihren Sieg gegen Ana Ivanovic. Andy Murray geriet zwar etwas in Schieflage, setzte sich letztlich aber souverän gegen den Südafrikaner Kevin Anderson 6:4, 6:3, 7:6 durch. Da hilft auch der Schrei beim wuchtigen Aufschlag nichts: Serena Williams ist in Wimbledon bereits ausgeschieden. Die Weltnummer 1 stolpert überraschend über die Französin Alizé Cornet, die eine innige Beziehung zum heiligen Rasen von Wimbledon pflegt. Trotz Stolperers: Rafael Nadal zieht gegen Michail Kukuschkin erstmals seit 2011 in den Achtelfinal ein. Da hat die Nadal-Fans wohl ein Kollege in Stich gelassen - aber vielleicht holt er sich in diesem Moment gerade ein Bier. Aua! Novak Djokovic fällt gegen Gilles Simon hin, worauf ihn die Schulter schmerzt. Trotzdem gewinnt er das Drittrundenspiel gegen den Franzosen klar in drei Sätzen. Feurig wie eh und je: Lleyton Hewitt heizt sich und das Publikum an, zum Sieg gegen den Polen Jerzy Janowicz reichts dennoch nicht. Der australische Kämpfer verliert in fünf Sätzen. Royale Unterstützung für Caroline Wozniacki: Der dänische Kronprinz Frederik (Mitte) verfolgt das Spiel seiner Landsfrau gegen die Kroatin Ana Konjuh. Der adlige Glücksbringer hilft, Wozniacki gewinnt 6:3, 6:0. Haarige Sache: Wenn Dominika Cibulkova wie hier gegen Lucie Safarova (4:6, 2:6) serviert, ist auf ihrem Kopf einiges los. Fast kein Tag ohne Regen in London. Nadal muss gegen Rosol wieder kämpfen - vor zwei Jahren hatte ihn dieser noch bezwungen. Serena Williams präsentiert eine Sieges-Pirouette nach dem Triumph gegen Chanelle Scheepers. Auch auf Rasen geschmeidig unterwegs: Novak Djokovic wurde in der 2. Runde einiges abverlangt von Radek Stepanek. Stepanek sorgt auf dem Centre Court wie meistens für gute Unterhaltung. Hier schaut er bei einer auf dem Grossbildschim eingespielten Challenge ganz genau hin. Der Titelverteidiger zeigt Biss: Andy Murray fegt Blaz Rola 6:1, 6:1, 6:0 vom Platz. Koffer packen heisst es bereits für David Ferrer. Der Weltranglistensiebte unterliegt überraschend dem Russen Andrej Kusnezow (ATP 118) in fünf Sätzen. Ernests Gulbis hadert mit sich selbst. Die lettische Weltnummer 10 scheitert in der zweiten Runde am Ukrainer Sergej Stachowski, der im vergangenen Jahr Roger Federer schlug. Rafael Nadal gerät im ersten Match gegen den Slowaken Martin Klizan in Schieflage, befreit sich jedoch. Fans von Lleyton Hewitt in Vorfreude auf das Spiel gegen Michal Przysiezny. Diesen Ball hau ich dir um die Ohren, scheint Donald Young vielleicht zu denken. Kaum Schweiss fliesst in der ersten Runde bei Novak Djokovic. In knapp 90 Minuten fegt er Andrej Golubev vom Platz. Andy Murray muss sich mächtig strecken. Ekatarina Makarova scheint mit ihrer Leistung überhaupt nicht zufrieden. Titelverteidiger Andy Murray entspannt sich beim Training. Auch Roger Federer scheint es locker zu nehmen. Bleibt vom Rasen weg: Die Anweisung vor dem Turnier ist klar. Der königliche Rasen ist bereit. Warum so ernst? Fühlt sich Djokovic bei seiner Pause zu sehr beobachtet? Meditiert hier Murray am Netz oder dehnt er sich? So ganz offensichtlich ist das nicht.

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Grigor Dimitrov hat einen Lauf. Der Bulgare hat in der aktuellen Saison noch kein Spiel auf Rasen verloren. Die Weltnummer 13 gewann im Vorfeld von Wimbledon das Turnier von Queens. Dabei schaltete er im Halbfinal Stan Wawrinka aus. Nun steht der 23-Jährige erstmals in seiner Karriere in Halbfinal eines Major-Turnieres. Dank des Sieges im Viertelfinal gegen Titelverteidiger Andy Murray hat Dimitrov mittlerweile neun Partien auf Rasen en suite gewonnen.

Der Bulgare hat Talent, keine Frage. Schon früh wurde der Mann aus Haskovo mit Roger Federer verglichen. «Baby-Federer» nennen ihn die Fans. «Natürlich haben wir da und dort einige Ähnlichkeiten, aber ich möchte, dass die Leute mit den Vergleichen aufhören», änderte Dimitrov seine Meinung gegenüber «CNN». Er sei zwar geschmeichelt und zu Beginn habe er gedacht, das sei cool. Aber mit der Zeit habe er erkannt, wer er sei. «Ich versuche, meinen eigenen Stil aufzubauen und meine eigenen Schläge zu kreieren.» Auch der richtige Federer unterstützt den Bulgaren. «Ich hoffe, die Leute nennen ihn nicht mehr so häufig ‹Baby-Federer›. Zuerst ist es lustig, dann wird es mühsam», sagte Federer nach seinem Sieg gegen Dimitrov in Basel vom letzten Jahr.

Dimitrov holte dieses Jahr bereits drei Titel

Doch was weiss man über den Tennisspieler Dimitrov überhaupt? Der 23-Jährige hat beispielsweise das Turnier in Wimbledon schon gewonnen – 2008 bei den Junioren, und er gab dabei keinen einzigen Satz ab. «Grisha», wie Dimitrov mit Spitznamen heisst, hat in seiner bisherigen Karriere vier Turniere auf der Pro Tour gewonnen, drei davon in diesem Jahr. Neben Queens gewann er in Bukarest auf Sand und in Acapulco auf Hardplatz. Seinen ersten Titel feierte er im letzten Jahr in Stockholm, ebenfalls auf Hardplatz.

Dimitrov begann im Alter von fünf Jahren Tennis zu spielen. Schnell sah man, dass der Bulgare viel Talent hat. So zog er nach Paris und trainierte in der bekannten «Patrick Mouratoglou's Tennis Academy». So wurde Dimitrov die Nummer 1 der Junioren und gewann neben dem Wimbledon-Titel auch die US Open für Junioren. In der aktuellen Saison hat er nun gute Chancen, auch bei den Profis erstmals in die Top Ten vorzustossen.

Dieser Punkt gegen den Serben Viktor Troicki zeigt, wieso Dimitrov mit Federer verglichen wird. (Quelle: Youtube)

Bekannt ist Dimitrov nicht nur wegen seines Talents, sondern auch wegen seines guten Aussehens. Der Bulgare ist ein Frauenschwarm. Doch er ist vergeben. Der 23-Jährige ist mit Maria Scharapowa, Glamour-Girl in der weiblichen Tennisszene, liiert. Und was die Damenwelt wohl noch eifersüchtiger machen wird: Dimitrov ist ein liebenswerter Kerl mit Humor. Dass er liebenswert ist, zeigte er am Turnier von Miami. Als er bemerkte, dass ein Ballmädchen bald in Ohnmacht fallen könnte, nahm er sie bei der Hand und führte sie an den Spielerbänken vorbei vom Platz, wo sich Ärzte um das Mädchen kümmerten.

Dimitrov hilft einem Ballmädchen. (Quelle: Youtube)

Dass er auch Humor hat, bewies der Bulgare an einer Pressekonferenz in Indian Wells, bei der plötzlich Spassmacher Novak Djokovic auftauchte. «Mein Freund Grigor ist der bestaussehnde Typ auf der Tour. Du musst nicht viel über Tennis sprechen, du hast dieses Jahr so viel Erfolg. Lass uns über dein Aussehen sprechen», sagte der Djoker. Dimitrov blieb ganz cool und erwiderte: «Was möchtest du wissen?»

Dimitrov und Djokovic haben's an der Pressekonferenz lustig. (Quelle: Youtube)

(hua)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lars H. am 04.07.2014 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Finale Djokovic - Federer wäre super

    Respekt vor der Leistung von Dimitrov. Doch Djokovic ist auch kein Anfänger und wird Dimitrov seine Grenzen aufzeigen. Wird sicher spannend.

  • Heino K. am 04.07.2014 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    6:4 6:4 6:4

    Baby- Federer hin oder her, der Joker macht`s in 3 Sätzen. Wetten? ;)

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  • Michelle S. am 04.07.2014 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Dimitrov muss laut schreien

    Dimitrov hätte eine Chance gegen Djokovic. Er müsste bei jedem Schlag so laut schreien, wie es seine Freundin Maria Sharapova macht. Damit würde er Djokovic aus dem Konzept bringen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sonusfaber am 04.07.2014 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Im Finale ...

    ... wird es weder Nole noch Roger geben! Raonic jedenfalls wird den armen Roger durchsieben, denn keiner schlägt so brutal, so vernichtend, so erbarmungslos auf wie der Kanadier. Was Nole betrifft, naja, ich räume ihm zwar mehr Chancen als dem inzwischen "ergreisten" King of Tennis zu, aber auch er wird ausscheiden. Keine Frage! Ahahahahah! ;-)

  • Lisey am 04.07.2014 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Federer raus

    Fedi fliegt raus...... endlich Tennis ist soo langweilig geworden. Sollte mal ein anderer ( Geld) verdienen!

  • Michelle S. am 04.07.2014 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Dimitrov muss laut schreien

    Dimitrov hätte eine Chance gegen Djokovic. Er müsste bei jedem Schlag so laut schreien, wie es seine Freundin Maria Sharapova macht. Damit würde er Djokovic aus dem Konzept bringen.

  • Lars H. am 04.07.2014 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Finale Djokovic - Federer wäre super

    Respekt vor der Leistung von Dimitrov. Doch Djokovic ist auch kein Anfänger und wird Dimitrov seine Grenzen aufzeigen. Wird sicher spannend.

  • Heino K. am 04.07.2014 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    6:4 6:4 6:4

    Baby- Federer hin oder her, der Joker macht`s in 3 Sätzen. Wetten? ;)

    • Parelli Marco am 04.07.2014 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      so..

      dann hoffe ich mal ich gewinne. 50.- x 2,6 ist keine schlechte idee..

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