«Ich liebe euch»

20. Juli 2018 11:28; Akt: 20.07.2018 14:55 Print

Djokovic gibt Einblick in sein Seelenleben

von Tim Zimmermann - Nach seinem Wimbledon-Sieg schreibt Novak Djokovic seinen Fans einen offenen Brief. Der grösste Moment sei gewesen, als sein Sohn «Papa, Papa» rief.

Der beste Moment seiner Karriere: Novak Djokovic gewinnt in Wimbledon vor den Augen seines Sohnes. (Video: SRF)
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So haben wir Novak Djokovic lange nicht gesehen. Er ballt die Fäuste und schreit seine Freude heraus in den All England Tennis Club. Er sendet Küsse in seine Box, an seine Frau und an seinen bald vierjährigen Sohn Stefan. Mit seinem 6:2-, 6:2-, 7:6-Finalsieg in Wimbledon gegen Kevin Anderson meldete sich die ehemalige Weltnummer 1 am vergangenen Sonntag eindrücklich zurück. Nun wandte sich der Serbe mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Er will seine Gefühle, seine Emotionen mit der Welt teilen.

Den Titel vor den Augen seines Sohnes zu gewinnen, sei der grösste Moment seiner bisherigen Karriere gewesen. Der Triumph in Wimbledon sei unvergesslich, besonders, erfüllend und wunderbar. Doch der Moment, in dem sein Sohn ihm in all dem Jubel «Papa, Papa» zurief, sei schlichtweg zauberhaft gewesen.

Djokovic beschreibt seine Vaterfreuden, wie seine Rolle als Vater und Ehemann seine Welt verändert habe, und den Beitrag seiner Frau Jelena. Sie alle hätten ihm geholfen auf dem Weg zum «goldenen Gleichgewicht», das er nun gefunden habe.

Schwere Zeiten hinter sich

2017 musste Djokovic in Wimbledon den Viertelfinal gegen Tomá Berdych verletzungsbedingt aufgeben. Zwei Wochen später gab er sein Saisonende bekannt. Im Januar diesen Jahres kehrte der Serbe auf die Tour zurück, doch am Australian Open kam das Aus im Achtelfinal gegen den Südkoreaner Hyeon Chung. Danach entschloss sich Djokovic zu einer Operation am Ellbogen – die nächste lange Pause war die Folge. Nach seiner Rückkehr im Frühjahr kam er nicht auf Touren. Er trennte sich von seinen Trainern und holte sein altes Team zurück.


Djokovics Wimbledon-Triumph in Bildern:

Djokovic triumphiert in Wimbledon


Auch zu diesen schweren Momenten äussert er sich. So sei aber die Verletzung nur eines seiner Probleme gewesen, «das andere grosse (Problem, die Red.) war die Motivation. Ich hatte keine Probleme, zu üben und den Tennisplatz zu geniessen, aber ich hatte mentale Hürden, wenn ich (im Wettkampf, die Red.) antreten musste.» In den letzten zwei Jahren habe er keine klugen Strategien gewählt, nicht auf seinen Körper gehört und sei seinen eigenen Erwartungen nicht gerecht geworden. «Ich habe versucht, Lösungen woanders zu finden, dabei waren sie immer in mir.» In seinen Worten ist zu lesen, dass diese Zeit für ihn sehr schwer war. Lange habe er daran gezweifelt, ob er jemals wieder sein altes Niveau erreichen werde.

Der Serbe ist wieder hungrig

Auf dem heiligen Rasen zeigte Djokovic, dass er den Weg dorthin wiedergefunden hat. Er ist auch für Rafael Nadal und Roger Federer, die vor Wimbledon die letzten sechs Grand-Slam-Titel unter sich ausmachten, wieder ein ernst zu nehmender Konkurrent. Der 31-Jährige schliesst seinen Brief mit den Worten «Ich liebe euch, ich liebe Tennis, ich liebe das Leben. Novak.» Um abschliessend mit dem Postskriptum samt Smiley zu zeigen, dass er Lust auf mehr hat: «Der Wimbledon-Rasen schmeckte grossartig. Ich würde ihn nur mit Avocado ergänzen, und es wäre perfekt.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Panic Maja am 20.07.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Super Sportler

    super gemacht Djokovic weiter so

  • Hobbit am 20.07.2018 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Typ

    Als er so dominant war, habe ich ihn gehasst. Als er am Boden war, hatte ich Mitleid. Nun scheint er wieder dominant zu werden, aber ich mag ihn irgendwie trotzdem. Er ist ein Krieger, der dauernd kämpfen musste. Nicht nur gegen RF und Nadal, nein auch gegen sich selbst. Er kämpft auch heute noch um die Gunst des Publikums. Ein Mann auf der Suche nach sich selbst? Oder nun nicht mehr? Ein Mann mit tausend Emotionen, ich mag solche echte Menschen, solche Typen!

  • James McGregor am 20.07.2018 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg spricht für sich

    Ist egal, ob er beliebter oder nicht ist, wie Nadal oder Federer. Der Erfolg gibt ihm recht. Jetzt steht er schon bei 13 GS Titeln. Noch einer und er steht auf einer Stufe mit "Pistol" Pete Sampras.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lossli am 21.07.2018 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin auch Papa, na und?

    Für das alles bekommt er sicher denn Schweizerpass sofern er sein Wohnsitz wechselt.

    • Horst Walther am 21.07.2018 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lossli

      Er spricht 3 deiner Landessprachen. Du müsstest den Pass eigentlich abgeben.

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  • Doris am 20.07.2018 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Comeback

    Dass Novak nach dem French Open Sieg seine Gegner bei den ATP 1000er und GS weiterhin so dominiert, schien unwahrscheinlich zu sein, weil irgendeinmal musste der Fall kommen. Jetzt kann man sich streiten über die Länge dieser Zeit, ob 1 oder 2 Jahre, aber jedenfalls hat er sein Tennis, das ihn so erfolgreich gemacht hat wieder gefunden und es ist noch Potenzial nach oben. Wenn er zu seiner alten Form kommt(die Familie und die Kinder geben ihn noch mehr Kraft) wird es sehr schwierig sein ihn zu schlagen und ich sehe ihn ebenfalls um die 20 GS bei Ende seiner Karriere.

  • Joe am 20.07.2018 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schöner Erfolg

    Gut, er ist zurück. Gebe es zu, habe nicht mehr dran geglaubt. Freue mich und hoffe auf weitere Erfolge. Ein oder zwei Slams noch, einmal Cincy dazu, positive Bilanz mit den anderen Beiden behalten und das solls dann gewesen sein.

  • Sonusfaber am 20.07.2018 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zweifel ...

    der mann redet sich einiges ein, dünkt mich. er ist ein unglaublicher champion, die szene mit dem kind ist aber sehr kitschig herübergekommen, eher gespielt als echt, als hätte sein sohn ihn nicht wirklich gesehen. vor allem aber bezweifle ich, dass seine frau ihm eine unterstützung ist. auf mich jedenfalls wirkt sie lieblos und kühl, bisweilen pathetisch, mich würde sie nur nerven. und man weiss, dass sie ihn nicht immer liebevoll behandelt ...

    • Minnie Mouse am 20.07.2018 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sonusfaber

      Ihre Beschreibung von Jelena Djokovic passt für mich auf Frau Federer! Sie wirkt kalt!

    • Sonusfaber am 22.07.2018 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Minnie Mouse

      sie ist nicht kalt, sie ist äusserst ruhig und absolut zuverlässig und kein bisschen hysterisch, eine wunderbare, bodenständige und intelligente Frau

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  • Yves RÖSLI am 20.07.2018 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Game over

    Fedi, jetzt ist deine Zeit endgültig vorbei. Geh mit deinen Kindern spielen. Ich will dich auch in keiner deiner unzähligen Werbungen sehen.

    • Pippo am 20.07.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Yves RÖSLI

      Was musst du jetzt wieder Federer ins Spiel bringen? In diesem Beitrag geht es um das Comeback von Nole. Nicht um das gehate gegen Federer..

    • Yves RÖSLI am 20.07.2018 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pippo

      Bitte nicht dutzen. Wir sind und werden nie Freunde oder Kollegen.

    • time over am 20.07.2018 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Yves RÖSLI

      Federers Zeit ist vorbei. Ein alter Mann, der sich peinlich durch Turniere mogeln will.

    • Reto 1 am 21.07.2018 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Yves RÖSLI

      Was du willst, interessiert niemanden.

    • Thomas am 21.07.2018 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto 1

      Dann bin ich niemand.

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