ATP-Turnier in Madrid

07. Mai 2012 19:21; Akt: 07.05.2012 19:35 Print

Djokovic greift wieder voll an

Als erster des Favoritentrios steigt Novak Djokovic in Madrid ins Turnier ein. Der Serbe will nach einer schwierigen Phase wieder voll angreifen und das schwierige Double Madrid/Rom verteidigen.

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Schon als kleiner Knirps hatte Novak Djokovic zum ersten Mal einen Tennisschläger in der Hand. Mit 12 Jahren kam er in die angesehene Akademie von Niki Pilic in München, wo er zum Profi reifte. Schon mit 16 debütierte er 2003 auf der ATP-Tour. Bereits im frühen Jahren seiner Profikarriere zeigt der Serbe beim Siegesjubel am US-Open, welche Energie in ihm steckt. Zusammen mit Ana Ivanovic nimmt Novak Djokovic am Hopman Cup in Australien teil und demonstriert schon mal seine schauspielerischen Künste. Beim French Open trifft Novak Djokovic auf Titelverteidiger Rafael Nadal... ... der Serbe muss nach 0:2-Rückstand verletzt aufgeben und dem Spanier den Vortritt lassen... Mit Wucht, Kraft und Eleganz holt sich Djokovic beim in Amersfoort den Turniersieg. Beim Croatia Open gibt sich Djokovic gegen Stanislas Wawrinka mit dem kleinen Pokal zufrieden... ... wegen Atemproblemen muss der Serbe im Finale beim Stand von 6:6 im ersten Satz aufgeben. Novak «Nole» Djovokic beim Training anlässlich der Relegationsrunde im Davis-Cup gegen die Schweiz in Genf... ... Djokovic gewinnt zwar sein Einzel gegen Wawrinka, aber gegen Roger Federer ist kein Kraut gewachsen - die Schweiz siegt mit 4:1. Strahlend präsentiert der Serbe die Siegestrophäe beim ATP-Turnier im französischen Metz. Mit einem Sieg in Adelaide startet Djokovic ins neue Jahr. Beim Australien Open wird er von seinen Landsleuten kräftig unterstützt... ... bleibt aber im Achtelfinal am Weltranglisten-Ersten Roger Federer hängen. Im Finale von Indian Wells beisst Sieger Rafael Nadal in die Trophäe, aber Djokovic stösst nach diesem Turnier erstmals in die Top Ten der Weltrangliste vor. In der Heimat kennt die Popularität keine Grenzen, Djokovic wird nach seinem Sieg beim ATP-Turnier in Key Biscayne frenetisch gefeiert. Im Halbfinale von Wimbledon gibt Novak Djokovic einmal mehr verletzungsbedingt auf und wird von Rafael Nadal getröstet. In Montreal feiert Djokovic den bis dahin grössten Sieg, schlägt in Serie die ersten drei der Weltrangliste, Roddick, Nadal und im Finale auch Federer. Bei den US Open 2007 steht Djokovic zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Grand Slam Final, verliert aber gegen Roger Federer in drei Sätzen. In Wien kommt es 2007 zum Finale mit Stanislas Wawrinka, diesmal entscheidet der Serbe das Duell für sich und stemmt den Siegerpokal. Das erfolgreiche Jahr schliesst Djokovic mit der Teilnahme am Tennis Masters Cup in Shanghai ab, verliert aber bei seiner Premiere alle drei Gruppenspiele. Der 20-jährige Novak Djokovic gewinnt sein erstes Grand Slam Turnier und ist damit jüngster Sieger bei den Australien Open... ... innig küsst der Serbe die Trophäe nach dem Finalsieg gegen Jo-Wilfried Tsonga, nachdem er im Halbfinal bereits Roger Federer eliminiert hat. Der Serbe setzt seine Siegesserie fort und bezwingt Mardy Fish 2008 im Finale von Key Biscane, das er im Vorjahr noch gegen Nadal verloren hat. In Rom heisst der Finalgegner wieder mal Stanislas Wawrinka, der Sieger nach drei Sätzen aber Novak Djokovic. Bei den Olympischen Spielen in Pelking holt sich Djokovic die Bronzemedaille. Zum Abschluss des Jahres spielt Djokovic beim Tennis Masters Cup in Shanghai für einmal Hahn im Korb... ... was ihn sichtlich motiviert und ihm zum ersten «Weltmeister-Titel» führt. Den ersten Titel in diesem Jahr holt sich der Serbe beim Dubai-Open mit einem Zwei-Satz-Sieg gegen David Ferrer. Beim US-Open spielt Djokovic zum Vergnügen der Fans ein paar Bälle mit Tennis-Legende John McEnroe, bleibt aber im Halbfinal an Roger Federer hängen. Den nächsten Turniersieg feiert Djokovic im Oktober beim China Open in Peking. Auch in Basel beim Heimturnier von Finalgegner Roger Federer triumphiert der Serbe... ... und lässt sich von seiner Freundin Jelena Ristic feiern. In Paris beim BNP Paribas Masters stemmt Novak Djokovic gleich den nächsten Pokal in die Höhe. Zum Abschluss der Saison nimmt Novak Djokovic noch an den World Tour Finals in London teil, kommt aber nicht über die Gruppenspiele hinaus. Novak Djokovic zusammen mit Rafael Nadal bei einem Exhibition Tennis-Match zugunsten der Erdbeben-Opfer in Haiti. Beim ersten Grand Slam Turnier des Jahres scheidet Djokovic im Viertelfinal aus, etabliert sich aber am 1. Februar erstmals als Nummer 2 der Weltrangliste. In Wimbledon verpasst Djokovic den Einzug ins Finale nach einer Dreisatz-Niederlage gegen den Tschechen Tomas Berdych. Bei den US Open schafft es Djokovic wieder ins Finale, bleibt gegen Rafael Nadal aber nur zweiter Sieger. In Basel steht Titelverteidiger Djokovic erneut im Finale, diesmal zieht er aber gegen Lokalmatador Federer den kürzeren. Standesgemässes Posieren bei den ATP World Tour Finals in London zusammen mit Premier-Minister David Cameron (4.v.l.) Der Höhepunkt der Saison findet aber in Belgrad statt, der Davis-Cup-Final gegen Frankreich steht auf dem Programm... ... Serbien gewinnt und die Spieler rasieren sich ihre Schädel... ... für Novak «Joker» Djokovic eine gute Gelegenheit, wieder mal für ein Spässchen zu sorgen. Gut gelaunt startet Novak Djokovic in die neue Saison und verdingt sich kurzzeitig als Fotograf. Der Serbe kann nicht nur Tennis spielen, er tanzt auch gerne, im Duett mit Kim Johnson verzückt er das Publikum an Australien Open. Mit einem Finalsieg über den Schotten Andy Murray sichert sich Djokovic seinen zweiten Titel an den Australien Open nach 2008... ... der Serbe lässt sich gebührend feiern und beisst unter Blitzlicht-Gewitter in die heiss begehrte Trophäe. In Dubai setzt Djokovic seine Siegesserie fort und gewinnt das Turnier zum dritten Mal in Folge... ...zwischendurch bleibt für den Serben auch mal etwas Freizeit, um mit Freundin und Delfin ein bisschen im Wasser zu plantschen. Nächstes Turnier, nächster Sieg - Djokovic posiert mit der Trophäe von Indian Wells nach Finalsieg über Rafael Nadal. Djokovic bleibt locker und beweist das mit einem Tänzchen bei einem Exhibition-Match gegen Nadal in Bogota. Die beiden Superstars strahlen nach der Partie um die Wette, Nadal siegt, aber Djokovic nimmts gelassen und beide haben Spass dabei. Beim nächsten Aufeinandertreffen der beiden gehts wieder um was, Djokovic siegt und holt sich den Titel in Miami. Während seines Aufenthaltes beim Serbien Open, das er ebenfalls gewinnt, findet der «Joker» auch noch Zeit für ein Fussball-Benefiz-Spiel. In Madrid feiert Novak Djokovic seinen sechsten Turnier-Sieg der noch jungen Saison in Serie, Finalgegner Nadal applaudiert artig. Dem Sieger gehört die ganze Aufmerksamkeit und Djokovic reitet weiterhin auf der Erfolgswelle. Auch in Rom ist Djokovic nicht zu stoppen, erneut siegt er im Finale gegen die Nummer 1, Rafael Nadal, und bedrängt den «Sandkönig» immer stärker. Novak Djokovic: Der Saisonüberflieger glänzte in seiner Karriere schon immer auch als Unterhalter. So wie hier mit DJ Big Ali am Rande des French Open. In Roland Garros geht Djokovics Serie weiter: 43 Siege in Folge feiert der Serbe bis zum Halbfinal des French Open. Dort ist dann allerdings Schluss mit lustig: Roger Federer fügt «Nole» die erste Niederlage in diesem Jahr zu und zieht in den Final ein. Damit ist es auch Aus mit dem Traum von der Weltnummer 1 - vorerst zumindest. Der Schmerz ist allerdings nur von kurzer Dauer: In Wimbledon katapultiert sich der Serbe dann doch noch in den Tennis-Olymp. Mit dem Halbfinal-Sieg über Jo-Wilfried Tsonga erreicht er nicht nur erstmals das Endspiel auf dem heiligen Rasen, sondern sichert sich auch die Übernahme der Weltranglisten-Spitze von Rafael Nadal. Zwei Tage später trifft «Nole» im Endspiel von Wimbledon ausgerechnet auf Nadal - und fügt diesem auch im Direktduell eine bittere Niederlage zu. Mit 6:4, 6:1, 1:6, 6:3 sichert sich Djokovic seinen ersten Turniersieg auf dem heiligen Rasen. Djokovic setzt seinen Höhenflug auch auf den Hartplätzen fort. In Montreal besiegt der Serbe im Final Mardy Fish. In Cincinnati wird «Nole» erst im Final von einer Schulterverletzung ausgebremst. Gegen Andy Murray muss er aufgaben. Es ist erst seine zweite Niederlage des Jahres. Wahnsinn: Im Halbfinal des US Open besiegt die Weltnummer 1 Roger Federer nach einem 0:2-Satzrückstand und zwei abgewehrten Matchbällen. In einem spektakulären US-Open-Final bezwingt Novak Djokovic Rafael Nadal. Danach musste der Serbe seinen Anstrengungen aber Tribut zollen. Beim Davis Cup zwickte plötzlich der Rücken. Sechs Wochen lange spielte Djokovic kein Turnier mehr. Bei seinem Comeback in Basel kämpfte er sich bis in den Halbfinal, wo schliesslich die Schulter wieder streikte. Trotz einem weiteren Forfait in Paris trat die Weltnummer 1 beim Saisonfinale in London wieder an. Dort scheiterte der «Djoker» allerdings bereits in der Gruppenphase. Dennoch: Djokovic hatte das Jahr 2011 geprägt, wie kaum einer eine Saison zuvor. Im Januar 2012 verteidigt Djokovic seinen Titel am Australian Open. Der Final gegen Rafael Nadal geht als längstes Grand-Slam-Endspiel in die Geschichte ein (5:53 Stunden). Für seine Supersaison 2011 wird der Serbe im Februar 2012 mit dem «Laureus Sports Award» für den Weltsportler des Jahres ausgezeichnet. Einen weiteren Turniersieg durfte er 2012 in Miami feiern. Im Final bezwang er Andy Murray. Nach dem Final bei den French Open und dem Ausscheiden gegen Roger Federer im Halbfinal von Wimbledon verliert Djokovic durch den Turniersieg Federers die Weltnummer-1-Position nach insgesamt 53 Wochen wieder. King Roger übernimmt. Nach dem Erreichen des vierten Platzes bei Olympia in Wimbledon, verteidigt Djokovic in Toronto eine Woche später seinen Titel und bricht den Bann der titellosen Zeit seit März 2012. Beim US Open muss Djokovic im Final Andy Murray den Vortritt lassen. Der Schotte feiert seinen ersten Grand-Slam-Sieg. Doch Djokovic erholt sich schnell von den Niederlagen. In Peking tanzt er nach seinem Turniersieg mit den Linienrichtern den Gangnam-Style. Auch in Schanghai darf der Serbe nach einem Finalsieg über Andy Murray den Pokal in die Höhe stemmen. Dank der Erfolgsserie nimmt er Federer noch vor dem Saisonfinal in London die Weltnummer 1 wieder ab. Bei den World Tour Finals kommt es im Final zum Gigantentreffen: Federer zieht im packenden Final den Kürzeren und verpasst seinen siebten Masters-Titel. Beim Australian Open ist Djokovic wieder nicht zu stoppen. Nach einem Achtelfinal-Krimi gegen Stanislas Wawrinka besiegt «Nole» im Final Andy Murray in vier Sätzen. Auch in Dubai stemmt die Weltnummer 1 am Ende des Turniers die gewaltige Siegestrophäe in die Höhe. Bei den nordamerikanischen Hartplatzturnieren läuft es dagegen nicht nach Wunsch: In Indian wells scheitert Djokovic an Juan Martin Del Potro, in Miami an Oldie Tommy Haas. Schreckmoment im Davis Cup: Djokovic verletzt sich am Knöchel und muss eine Woche pausieren. Nach Startschwierigkeiten ist Djokovic in Monte Carlo aber wieder der strahlende Sieger: Er beendet Nadals neunjährige Herrschaft im Fürstentum. Küsschen für das Publikum in Paris: Beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres ist der Halbfinal Endstation. Er unterliegt dem späteren Champion Rafael Nadal. Auf dem heiligen Rasen muss der 26-Jährige zusehen, wie sein Freund Andy Murray das erste Mal Wimbledon gewinnt.

Novak Djokovic fühlt sich bereit für das Turnier in Madrid.

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Es war unklar, ob Novak Djokovic fit ist für das Turnier in Madrid. Der Serbe gab am Montag aber Entwarnung. «Es geht mir wieder gut, ich bin fit», sagte der Serbe, der am Sonntag seine Medienverpflichtungen kurzfristig annulliert hatte, weil er sich «indisponiert» fühlte.

Eine weitere Negativnachricht wäre für den Serben hart gewesen, war doch schon der Auftakt der Sandsaison nicht nach seinem Gusto verlaufen. Mitten während des Turniers von Monte Carlo hatte Djokovic die Nachricht erreicht, sein Grossvater sei gestorben. Der Serbe spielte sich trotz des Schocks bis ins Endspiel, war dann dort aber gegen Rafael Nadal chancenlos, den er vorher sieben Mal in Serie bezwungen hatte.

Letzte Woche verzichtete der Weltranglisten-Erste nun auf den Start beim Heimturnier in Belgrad. «Es wäre nicht richtig gewesen, an einem weiteren Turnier teilzunehmen, ich war emotional einfach nicht bereit. Deshalb habe ich Belgrad ausgelassen», so Djokovic gestern in Madrid, «aber was war, ist nun vorbei. So hatte ich eine zusätzliche Woche, um mich zu erholen. Jetzt habe ich die letzten zehn Tage gut trainiert und mich auf dieses Turnier vorbereitet.»

Fokus auf Roland Garros

In Madrid und Rom gelangen Djokovic im Vorjahr zwei - sogar innerhalb seines fast perfekten Jahres - herausragende Leistungen. Dass er innert Wochenfrist beide Turniere gewinnen und dabei in beiden Finals Sand-Majestät Rafael Nadal schlagen konnte, war gewaltig. «Das war sicher eine meiner grössten Leistungen im letzten Jahr», blickt der «Djoker» zurück.

Die beiden Turniersiege führten dazu, dass er in den nächsten zwei Wochen nun wieder maximal den Besitzstand wahren kann, etwas, woran er sich seit der Saison 2011 gewöhnt hat. Sein Fokus geht aber weiter: «Ich will bei jedem Turnier gut spielen, aber natürlich ist Roland Garros das Hauptziel der Sandsaison. Hier in Madrid will ich es sehr langsam angehen, Runde für Runde und schauen, wie es geht.»

(sda)

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