Australian Open

22. Januar 2020 10:14; Akt: 22.01.2020 13:10 Print

«Am Schluss tat er mir ein wenig leid»

von Marco Keller - Roger Federer überzeugt am Australian Open weiterhin. In der 2. Runde bezwang der Weltranglisten-Dritte den Serben Filip Krajinovic in etwas mehr als eineinhalb Stunden 6:1, 6:4, 6:1.

Der entscheidende Punkt: Roger Federer schlägt Filip Krajinovic problemlos. (Video: SRF)
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Wie im Startspiel gegen Steve Johnson legte Federer unter dem geschlossenen Dach der Rod Laver Arena einen Blitzstart hin. Nach 15 Minuten stand es 5:0, fünf Minuten später war der erste Satz im Trockenen. Auch im zweiten Durchgang startete Federer wie die Feuerwehr und hatte früh Chancen zum Doppelbreak und der 4:1-Führung. Doch dann fand der Serbe, der sich bis dahin eigentlich gar nicht so viel vorzuwerfen hatte, immer besser ins Spiel, und schaffte schliesslich sogar das Rebreak zum 4:4. Mit zwei leichten Fehlern – einem Smash und einem Volley – hatte er dann erheblichen Anteil, dass Federer umgehend das 5:4 gelang. Krajinovic wusste um die Wichtigkeit jenes Moments und zertrümmerte beim Seitenwechsel ein Racket. Wenige Minuten später war auch der zweite Satz in trockenen Tüchern.

Vor 12 Jahren hatte Federer am Australian Open gegen Krajinovics Coach Janko Tipsarevic einen Marathon bestreiten müssen und letztlich erst 10:8 im fünften Satz gewonnen. Im Vergleich zu jenem Tag 2008 gab es aber zwei Unterschiede: Federer laborierte nicht am Pfeifferschen Drüsenfieber und sein Gegner Krajinovic hatte tags zuvor einen Marathon bestritten, der nach knapp vier Stunden endete, während Federer spielfrei war. Im dritten Satz liess sich der Serbe dann auch am Schlagarm behandeln und nahm ein medizinisches Time-out. Bald darauf war die Partie nach einem Vorhand-Kracher Federers beendet.

Als nächster Gegner wartet ein Australier

Die Adelung erfolgte bald darauf im Platzinterview durch John McEnroe: «Ich habe dich in den letzten 20 Jahren oft gesehen, aber die Leistung heute Abend war schlicht phänomenal.» Federer konterte zum Altmeister: «Meinst du das wirklich?» Und fuhr seriöser fort: «Ich bin wirklich zufrieden, es ist ein toller Start in die Saison bis jetzt. Ich bin entspannt und froh, dass sich das harte Training ausbezahlt hat.» Am Schluss habe er sogar ein wenig Mitleid mit seinem Gegner gehabt, gab er zu: «Bei 5:1 und 40:0 sagte ich mir, es sei schon nicht ganz fair, dass er gestern dreieinhalb Stunden spielen musste und ich frei hatte.»


Immer noch fit: Roger Federer präsentierte sich auch heute in einer starken Verfassung. (Video: SRF)

Nächster Gegner Federers ist am Freitag John Millman (ATP 47). Der 30-jährige Australier schaltete mit der Turniernummer 31 Hubert Hurkacz (POL) einen Gesetzten aus. Gegen den früheren Interclubspieler des TC Zug hat Federer zwar eine 2:1-Bilanz und auch den letzten Vergleich im Vorjahr auf dem Rasen von Halle gewonnen. Millman, dessen grösste Stärke die Konstanz ist, hat Federer aber auch eine der bittersten Niederlagen seiner Karriere zugefügt: 2018 gewann er im Achtelfinal des US Open in vier Sätzen und es war einer der seltenen Fälle, wo Federer extrem mit der Hitze zu kämpfen hatte. «Ich bin damals fast ohnmächtig geworden, aber John ist aus Queensland, ihm machten diese Bedingungen nichts aus.»

«Ich habe enormen Respekt vor Millman», sagte Federer, «er ist einer der härtesten Arbeiter und ein super Typ. Vor solchen Jungs habe ich am meisten Respekt.»

Tennis

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • coffeetocod3 am 22.01.2020 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Opa

    Es ist einfach unglaublich, wie Roger als Sport-Opa junge, talentierte und fitte Tennisspieler an die Wand spielt. Unglaublich, dass es aktuell keinen in den 20ern gibt, der dem Spitzentrio annähernd das Wasser reichen kann.

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  • Alexander Hirzel am 22.01.2020 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Der Maestro ist der beste!

    Der Maestro ist und bleibt der beste!!!

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  • Nase am 22.01.2020 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wie jetzt?

    Das Turnier hat erst angefangen!!! Da kannst du nicht erwarten, dass schon alle Superstars gegeneinander spielen!! Schaust du zum ersten mal Tennis???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bitte, bitte, liebe Königin am 24.01.2020 02:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bye, Bye, Fliegenfänger

    Heute geht der Baselbieter Fliegenfänger baden. Hat genug mit dem Schläger in der Luft herumgewedelt. Millman ist da eine Nr. zu groß.

  • Klara am 23.01.2020 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Coole Überschrift....

    ....aber Vorsicht, Hochmut kommt vor dem Fall. Vielleicht muss Roschee dann seinem nächsten Gegner auch leid tun.... Bis jetzt war ja nur Kanonenfutter.... wie immer.

  • Drift and fall Again am 23.01.2020 05:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wetter oder nicht, wir werden es erleben

    Federer machte sein Ausscheiden in New York gegen Millman an den damals herrschenden klimatischen Bedingungen fest. Dann schauen wir mal, ob er es jetzt besser macht oder ob es jetzt wieder am Wetter lag.

  • Arkan Triprsta am 23.01.2020 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorwärts

    Novak gewinnt das Turnier locker. Keinen Meter dem Roscher.

  • Richie Reto am 22.01.2020 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Super Roger

    Isses eine Fliegtasse? Nein! Isses ein Schräubokopter? Nein! Was isses dann? Super Roger! Super Roger kommt zu dir gefliegt! Wenn du fast am Heulen bist und es nach Ärger riecht, super, super Roger, kommt zu dich gefliegt! Super Roger, schneller wie der Wind. Du mußt nur an ihn gläuben tun, dann hilft er dich bestimmt. Super, super Roger, schneller wie dem Wind!

    • Mycockis Onlyforbibisim am 22.01.2020 23:51 Report Diesen Beitrag melden

      Niemals wieder...

      Den Text kenne ich. Doch mit einem anderen Interpreten. ;o))

    • Vlado am 23.01.2020 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Richie Reto

      Man kann nicht behaupten; je später der Abend desto interessanter die Leute.

    • Karl am 23.01.2020 08:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Super Roger

      Denn Schluss haste vergessen! Vorsicht, Roger, ein Gegner!

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