Li Na

28. Januar 2011 14:30; Akt: 15.01.2012 15:06 Print

Eine Rebellin als Vorbotin der roten Lawine

Mit Li Na steht zum ersten Mal eine Chinesin im Final eines Grand-Slam-Turniers. Sie wehrte sich erfolgreich gegen das totalitäre System und ist trotzdem Chinas neue Vorzeigeathletin.

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Hat sich den Pokal verdientermassen geholt: Novak Djokovic. Der «Djoker» jubelt. Zum zweiten Mal nach 2008 gewinnt er das Australian Open. Andy Murray verliert auch seinen dritten Major-Final und Grossbritannien muss weiterhin auf den nächsten Grand-Slam-Sieger seit Fred Perry 1936 warten. Sie werden doch nicht etwa?!! Freud und Leid sind manchmal nahe beieinander. Wieder sass Ana Ivanovic in der Box von Novak Djokovic. Die beiden sollen aber nur gute Freunde sein. Alles bereit für den Final zwischen Novak Djokovic und Andy Murray. Posieren für das «Erinnerungsfoto». Noch würdigt «Nole» den Pokal keines Blickes. Dafür schaut Judy Murray ganz genau hin. Stolz präsentiert Kim Clijsters ihre erste Australian-Open-Trophäe. Die Chinesin Li Na konnte ihre Enttäuschung nicht verbergen. Ein Käfer störte Li Na während dem Final. Die Chinesin liess das Insekt sorgfältig entfernen. Die Chinesin durfte auf die Unterstützung ihrer Landsleute zählen. Igitt! Kim Clijsters mit Achselschweiss. Der Siegerpokal wird in Stellung gebracht. Die schottischen Fans bringen sich fürs Männer-Finale früh in Stellung. Bei Andy Murray ist die Luft auch nach sechs Partien noch nicht draussen. Im Training war er (ohne Mutter) sehr fleissig. Novak Djokovic ist wie immer zu Spässen aufgelegt. Andy Murray steht zum dritten Mal in einem Grand-Slam-Final. Ferrer biss sich an Murray die Zähne aus. Aber auch Andy Murray wusste zwischenzeitlich nicht, wie ihm geschah. Applaus für Murray von Caroline Wozniacki (oben) und seiner Mutter (unten). Very Scottish: Fan von Andy Murray bei dessen Halbfinal-Begegnung. Gisela Dulko (r.) und Flavia Pennetta gewinnen den Titel im Doppel. Küsschen im Doppelpack. Auf dem Weg zum Sieg musste Flavia Pennetta auch mal über eine Hürde gehen. Die Chinesin Na Li ist seit ihrem Finaleinzug eine gefragte Frau. Fotoshooting mit der Landesflagge. Li ist die erste Chinesin, die es in einen Grand-Slam-Final geschafft hat. Es ist aus, Federer scheitert im Halbfinal. Novak Djokovic mit der Chance, nach 2008 erneut den Titel an den Australien Open zu holen. Der Serbe am Boden: Ein seltenes Bild im Halbfinal gegen Roger Federer. Keine Dehnübungen: Djokovic nach einem missglückten Schlag. David Ferrer bereitet sich am Strand auf den Halbfinal gegen Andy Murray vor. Na Li: Mit Stil in den Final. Caroline Wozniacki: Sie tanzt nicht, sie spielt Tennis. Aber Grund zur Freude hatte «Sweet Caroline» nicht. Die Dänin scheidet aus. Derweil freuen sich die chinesischen Fans über den ersten Major-Final. Das Handtuch braucht Wozniacki nicht mehr. Kim Clijsters war in ihrem Halbfinale selten so in Bedrängnis. Sie schwitzte, aber siegte überzeugend. Vera Zvonarewa dagegen sitzt im Dunkeln. Rafael Nadal verlässt den Platz, um sich untersuchen zu lassen. Wenig später wird er denselben Weg nochmals gehen. Als Verlierer gegen David Ferrer. Zunge raus, Runde weiter. David Ferrer zeigte gegen die Weltnummer 1 eine phantastische Leistung. Häufig wusste Nadal nicht, wie ihm geschah - der Spanier war allerdings auch gesundheitlich angeschlagen. David Ferrer feiert einen Punkt. In dieser Form kann er jeden der Welt schlagen. Rafael Nadal wird sich Erholung gönnen. Noch sind seine Beschwerden nicht klar - ob es seine Krankheit war oder nur der Oberschenkel - oder beides. Roger Federer setzt zu seinem berüchtigten Schlag zwischen den Beinen an. Den Punkt wird er verlieren - das Match gegen Wawrinka gewinnt er aber in drei Sätzen. Wawrinkas Racket überlebt den dritten Satz nicht und wird zum begehrten Souvenir für die Fans. Trotz allem Ärger: Die beiden Kumpels trennten sich freundschaftlich. Kraft und Eleganz: Federer in Action. Es war eine historische Partie: Zum ersten Mal in der Tennisgeschichte trafen in einem Grand-Slam-Viertelfinal zwei Schweizer aufeinander. Rafael Nadal war gegen Marin Cilic wieder einmal nicht zu bremsen. Die spanischen Fans freut's natürlich. Tomas Berdych besuchte mit Freundin Lucie Safarova den Melbourner Zoo. Andy Murray zeigte gegen Jürgen Melzer Tennis zum Mit-der-Zunge-schnalzen. Beim Österreicher musste das Racket unter der schwachen Leistung leiden. Robin Söderling versteckt sich unter seinem Handtuch. Der Schwede wurde vom Ukrainer Alexander Dolgopolow völlig überraschend aus dem Turnier geworfen. Heisse Füsse bei Söderling? Der Höhenflug von Petra Kvitova hält an. Flavia Penetta velangt enttäsucht die Challenge. Sie ahnt das Ergebnis wohl schon. Stanislas Wawrinkas Jubel nach seiner Machtdemonstration gegen Andy Roddick. Im Viertelfinal wartet nun Roger Federer, der sich wohl nicht unbedingt freut, auf seinen Kumpel zu treffen. Andy Roddick konnte einem beinahe leid tun. Er hatte gegen den entfesselten Romand nicht den Hauch einer Chance. Immer wieder haderte Roddick mit sich selbst, ... ... lenkte sich dann aber mit einem kurzen Zwischenspielchen ab. Maria Scharapowa streckt sich. Genützt hat's nichts: Die Russin ist im Achtelfinal gegen Andrea Petkovic rausgeflogen. 283 Minuten brauchte Francesca Schiavone für ihren epischen Sieg über Svetlana Kuznetsowa. Die French-Open-Siegerin setzte sich schlisslich mit 6:4, 1:6 und 16:14 durch. Beide Spielerinnen mussten während dem Marathon-Match behandelt werden. Probleme hat auch Fernando Verdasco. Seine Füsse spielten ihm im Match gegen Tomas Berdych einen Streich. Roger Federer in Jubelpose: Der Schweizer besiegt Tommy Robredo und erreicht die Viertelfinals. Robredo von der Hitze total geschlaucht. Henri Le Conte im Legendendoppel mit unfairen Waffen. Wenig später nimmt er es entspannter. Le Conte spielt vom Sitz des Linesmans aus. Ob Teamkollege Patrick Rafter Freude daran hatte? Vermutlich schon. Breites Grinsen bei Petra Kvitova, nachdem sie Lokalmatadorin Samantha Stosur ausgeschaltet hat. Spuren im Sand - äh nein, auf dem Hartplatz. Gefürchige Gestik von Marin Cilic Trotzreaktion? Aber Herr Baghdatis, man zeigt doch nicht mit dem Finger auf den Schiedsrichter! Michail Juschni wollte nach seinem Drittrunden-Aus gegen den Kanadier Milos Raonic am liebsten im Erdboden versinken. Im Publikum waren die Affen los. Macht Wera Swonarjowa zwischendurch noch ein paar Balettübungen? Der Blick von Gaël Monfils sagt alles - der «Slider Man» wurde vom Schweizer Stanislas Wawrinka regelrecht vom Platz gefegt. Gael Monfils. Keiner zu klein, um Tennisfan zu sein. Maria Scharapowa ein Schatten ihrer selbst? Nein. Zwar brauchte sie im «Beauty-Duell» gegen Julia Goerges drei Sätze, die Favoritin setzte sich dann aber doch durch. Spiegelnde Blicke Eine klare Ansage dieser Fans an Fernando Verdasco. Ob Roger Federer da wohl den Ball sucht? «Ulknudel» Novak Djokovic mit einer Showeinlage Gefürchiger Blick von Swetlana Kusnetsowa Arnaud Clement (r.) und Jeremy Chardy tuscheln während ihrem Zweitrunden-Doppel... ... genauso wie ihre Gegner Aisam-Ul-Haq Qureshi (l.) und Rohan Bopanna . Schattenspiel Luftiger Einblick bei Caroline Wozniacki Rafael Nadal: Ob er bei seinem zweiten Blitzsieg wirklich geschwitzt hat? Die Fans von Samantha Stosur zeigen sich sexy. Da kann der Fanclub von Andy Murray nicht ganz mithalten. Noch Fragen? Zu schnell: Die Russin Vera Dushevina. In der nächsten Runde trifft er auf Bernard Tomic, die Hoffnung der Australier mit dem etwas verkrampften Gesichtsausdruck. Diese Hände gehören Rafael Nadal. Jo-Wilfried Tsonga hat Hunger auf mehr. Die polnischen Fans von Agnieszka Radwanska. Marin Cilic verteilt seine beliebte Unterschrift. Auf Abwegen: Caroline Wozniacki versucht sich beim Cricket. Medizinische Pflege für die Ukrainerin Lesya Tsurenko. Zwei Fragen: Haben Aisam-Ul-Haq Qureshi (l.) und Rohan Bopanna John McEnroe zu viel zugeschaut und können ein Pakistani (Qureshi) und ein Inder (Bopanna) ein erfolgreiches Doppel bilden? Zumindest auf die zweite Frage lautet die Antwort: Ja. Die beiden siegten 6:3, 6:0. Feiern mit den Fans: Guillermo Garcia-Lopez (Mitte) nach seinem Sieg gegen Eduardo Schwank. Zunge raus: Flavia Pennetta. Wer solche Fans hat, muss niemanden fürchten. Dies gilt für die Japanerin Ayumi Morita. Maria Kirilenko untersucht ihr Racket. Irgendetwas mit den Bauchmuskeln scheint bei Sorana Cirstea nicht in Ordnung zu sein. Jelena Jankovic mimt den sterbenden Schwan. Sie scheidet überraschend aus. Roger Federer schreit seinen Siegesjubel nach dem Fünfsatz-Krimi gegen Gilles Simon in den Melbourner Nachthimmel. Der Franzose erwies sich beim 6:2, 6:3, 4:6, 4:6 und 6:3 für den Schweizer als harte Knacknuss. Schweisstreibend war das Zweitrundenspiel für Federer. Die Holländerin Arantxa Rus lässt die Haare wehen. Kleine Faxen-Einlage von Nicolas Almagro. Schielt der Spanier auf den grossen Coup? So schlimm kann es nun wirklich nicht sein, Gael... Feliciano Lopez lässt sich von einem Barbiere rasieren. Keiner zu klein, ein Fan zu sein. Virginie Razzano lässt die Muskeln spielen. Welcher Ärger bei Janko Tipsarevic. Julia Görges würde auch im Kunstturnen eine gute Falle machen. Schweiss- oder Wassertropfen bei Francesca Schiavone? Andrea Hlavackova wäre besser vor dem Spiel auf die Toilette gegangen. Kämpfen bis zum Umfallen, sagte sich Benoit Paire. Caroline Wozniacki zeigt Tennis-Ballett. Francesca Schiavone war nach ihrem Sieg völlig erschöpft. Maria Scharapowa kann nach ihrem Erfolg sogar locker grüssen. Die Unterstützung dieses Fans war der Russin sicher. Venus Williams mit Gehhilfe. Wo hat Vera Zwonarewa nur den Ball versteckt? Jürgen Melzer hat ihn bereits gefunden und zeigt seinem Gegner die neuen Bälle an. Rafael Nadal schwitzte beim Autogramm geben wohl mehr als auf dem Platz. Juan Martin Del Potro darf endlich wieder jubeln. Auch Maria Kirilenko hat Grund zur Freude. Die schöne Russin gewann gegen die Italienerin Oprandi Romina erst dank einem 8:6 im dritten Satz. Daumen hoch bei Robin Söderling. Ana Ivanovic am Boden: Die Serbin ist nach einem Marathon-Match bereits ausgeschieden. Die Fans von Andy Murray sind hingegen in bester Stimmung. Noch mehr Murray-Fans: Was sie wohl unter dem Kilt tragen? Naja, besser ein bisschen geschminkt statt gar nicht. Die türkischen Fans feuern lautstark Marsel Ilhan an. Michael Juschni zeigt auch in Australien seinen gewohnten Armee-Jubel. Die Einheimische Samantha Stosur trägt drunter Lacoste. Die australischen Tennis-Fans sind noch nicht hellauf begeistert. Obwohl der Kandadier Frank Dancevic schon einmal seine Muskeln spielen lässt. Beeindruckend auch das Sixpack der Belgierin Yanina Wickmayer. Tathiana Garbin will Federer kopieren. Den Ball hat sie offenbar aber nicht getroffen. Roger Federer darf jubeln. Er fegt zum Auftakt den Slowaken Lukas Lacko mühelos mit 6:1, 6:1, 6:3 vom Feld. Das Autogramme-Schreiben kostete ihn danach fast mehr Kraft. Auch Stanislas Wawrinka überspringt die erste Hürde in drei Sätzen. Der Romand besiegt Teymuraz Gabashvili mit 7:6, 6:4, 6:4. Hatte weniger Glück: Timea Bacsinszky (WTA 50) verlor in Melbourne gegen die 35 Plätze schlechter klassierte Rumänin Monica Niculescu mit 0:6, 3:6. Thiemo De Bakker kann es im Spiel gegen Gael Monfils nicht glauben, ... ... der Franzose streckte sich wieder wie in seinen besten Tagen und drehte einen 0:2-Satzrückstand. Stimmung über Melbourne. Dieses Racket gehört Ryan Harrison. Er verlor 4:6, 3:6, 4:6 gegen Adrian Mannarino. Australische Tennisfans. Das ist der Siegertanz von Lukasz Kubot, nachdem der Pole Sam Querrey besiegt hat. Und hoch das Bein. Caroline Wozniacki zeigt, was sie drunter trägt. Kleine Zwischenverpflegung bei Maria Scharapowa. Diese Fans sind selbst auf den Regen vorbereitet. Diese Tenniscracks sammelten für die Flutopfer am Tag vor dem Turnier. Bildlich festgehalten wurde alles von Novak Djokovic. Ein Starfotograf. Dank solchen Traumschlägen konnten ... ... Roger Federer und Rafael Nadal jubeln. Er fands weniger lustig: Lleyton Hewitts Sohn Cruz. Andy Murray oben ohne. Er zeigt seine Muskeln. Rafael Nadal: Er scheint zu schwitzen. Leibchen an vor den Augen von Trainer Toni. Auch Ana Ivanovic schuftet bis der Schweiss tropft. Wo ist der Ball, Venus Williams? Andy Murray beim Training mit Kindern. Derweil erhält Roger Federer Tipps von Trainer Paul Annacone. Der Schweizer geht als Titelverteidiger an den Start. Annacone und Federer. Kann da jemand nicht hinsehen? Pause am Netz für Rafael Nadal. Wenig später entledigt er sich seines Shirts. Wischt sich den Schweiss ab und ... ... hat Zeit für einen Schwatz mit Feliciano Lopez. Weiter gehts mit neuem Shirt. Gewinnt Nadal in Melbourne, hält er alle Grand-Slam-Titel gleichzeitig. Kleine Stärkung für Venus Williams. Auch mit dabei: Mutter Oracene. Ana Ivanovic darf natürlich auch nicht fehlen. Findet sie zurück zu alter Stärke?

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Fehler gesehen?

Eigentlich war die Karriere von Li Na vor neun Jahren bereits zu Ende. Da sie wegen ihrer schlechten Weltranglisten-Position nur bei bedeutungslosen Challenger-Turnieren spielen durfte und mit den straffen chinesischen Verbandsstrukturen nicht zurechtkam, hatte die ««goldene Blume» die Lust am Tennis verloren. Deshalb legte Li Na eine Pause ein und studierte in ihrer Heimatstadt Wuhan Kommunikations- und Medienwissenschaften.

Doch so ganz ohne Tennis konnte Li Na doch nicht sein und startete 2004 ihr Comeback. Langsam aber sicher arbeitete sie sich in der Weltrangliste wieder nach oben, doch der ganz grosse Leistungssprung folgte erst, als sie offen gegen den chinesischen Verband rebellierte. Mit viel Beharrlichkeit erkämpfte sie die Trennung von den stirkten Vorgaben des chinesischen Verbandes und engagierte neben ihrem Ehemann Jiang Shan mit Thomas Hogstedt einen westlichen Trainer.

Zweite Rebellion geglückt

Die Loslösung vom totalitären System brachte viele Vorteile. Li Na musste beispielsweise nur noch 12 statt 65 Prozent des gewonnenen Preisgeldes dem Verband abtreten. Zwar musste die Chinesin nun alles selber organisieren sowie Reisen und Hotels buchen, aber: «Wenn ich müde bin, kann ich jetzt einfach sagen, dass ich eine Pause machen will».

Früher ging das nicht. Als Na elf Jahre alt war, versuchte sie sich zum ersten Mal an einer kleinen Rebellion. In der Sport-Eliteschule forderte ihr Trainer nach stundenlangem Training weitere Übungen. Das Jungtalent weigerte sich. Am nächsten Tag stellte der Trainer sie einfach an die Grundlinie und sagte, sie müsse dort ausharren, bis sie sich entschuldige. Wieder blieb Na stur. «Erst nach drei Tagen habe ich mich dann doch entschuldigt», erinnert sich die 29-Jährige heute. «Damals gab es noch keine Chance, aus diesem System auszubrechen.» Mit einem Tattoo, Piercings und ausgedehnten Shoppingtouren brachte sie ihre Coaches dennoch an den Rand der Verzweiflung.

Nummer 1 aus China? «Eher früher als später»

Mittlerweile hat auch der Verband die widerspenstige Vorzeige-Spielerin lieben gelernt. Dank den Erfolgen von Li Na, die im vergangenen Jahr in Down Under wie Landsfrau Zheng Jie im Halbfinal stand und im Januar ihren ersten WTA-Titel holte, boomt der Tennissport im «Reich der Mitte». Während 1990 im Milliardenvolk nach Schätzungen des Weltverbandes nur 10 000 aktiv Tennis spielten, sind es inzwischen drei Millionen.

«Bald wird China das Land sein, in dem die meisten Kinder Tennis spielen», erklärte Brad Drewett, der für die ATP das China-Geschäft aufbaute. Eines Tages könnte China also auch die Weltnummer 1 stellen. Das glaubt auch die amerikanische Tennislegende Billie Jean King: «Unter den 1,3 Milliarden Menschen in China ist sicher jemand, der dieses Potenzial hat. Eher früher als später».

Tennisbegeisterung im «Reich der Mitte» entfacht

Die erste ernsthafte Kandidatin dafür ist Li Na. Der erste Schritt wäre, wenn sie im Final vom Samstag Kim Clijsters besiegen würde. Das spielerische Potenzial hat sie zweifellos und auch sonst wäre die Chinesin eine Nummer 1, die dem angeschlagenen Frauen-Tennis gut tun würde. Mit ihrer weltoffenen und selbstironischen Art bezauberte sie in Down Under die Tennisfans. Das nimmt man auch in ihrer Heimat wahr.

Die Medien überbieten sich gegenseitig mit Superlativen für ihr neues Aushängeschild und bereits wird sie mit Superstars wie Basketballer Yao Ming, Snooker-Spieler Ding Junhui oder Hürdenläufer Liu Xiang verglichen. «Klammheimlich hat Na Li sie als strahlendste aller chinesischen Athleten abgelöst», schrieb beispielsweise das Sportportal Tengxun. Was wohl los sein wird, wenn Na Li tatsächlich die Australian Open gewinnen und dereinst den Tennisthron besteigen sollte? «Dann geht der Tennisboom erst richtig los.» Der schlafende Riese wäre geweckt und über die Tenniswelt könnte eine rote Lawine hereinbrechen.

(pre)