«Goldene Blume»

04. Juni 2011 17:57; Akt: 04.06.2011 18:21 Print

Eine Rebellin als Vorbotin der roten Lawine

French-Open-Siegerin Li Na ist Chinas neue Vorzeigeathletin - obwohl sie sich erfolgreich gegen das totalitäre System gewehrt hatte.

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Rafael Nadal im Freudentaumel. Der Spanier hat seinem Ruf als Sandkönig einmal mehr alle Ehre gemacht. Roger Federer konnte hingegen in Paris einmal mehr nicht gewinnen. Es bleibt bei einem French-Open-Triumph für «King Roger». Applaus von Ehefrau Mirka gabs trotzdem. Und auch Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour (hinten) klatschte brav in die Hände. Ein begehrtes Souvenir des French-Open-Finals. Die Ex-Tenis-Asse Jim Courier (l.) und Gustavo Kuerten liessen sich das Spektakel nicht entgehen. Der Favorit dieses Ballgirls war klar. Ob Roger Federer da wohl um Unterstützung von oben bat? Rafael Nadal peitschte sich selber zum Erfolg ... ... und spielte sich in einen Rausch. Li Na schreibt in Roland Garros Tennis-Geschichte... ... zum ersten Mal überhaupt gewinnt eine Asiatin ein Grand-Slam-Turnier. Die 29-Jährige kann es kaum fassen. Auch ihre Fans freuts. Weniger Freude hatte die Italienerin Francesca Schiavone. Die Titelverteidigerin verlor den Final gegen Li Na. Novak Djokovic richtete böse Blicke zu den Göttern ... ... denn diese gaben Roger Federer den Vorzug. Der Basler steht sensationell im Finale. Die Siegesserie des Serben hatte nach 43 Spielen ein Ende. Die Zuschauer schrien sich die Seele aus dem Leib. Nur Schauspieler Jean-Paul Belmondo fand die Partie zwischen den Weltnummern 2 und 3 irgendwie zum Gähnen. Unverständlicherweise. Nadal kämpft sich in seinen sechsten French-Open-Final. Murray wehrte sich gegen den Spanier mit allen Mitteln... ...er streckte sich nach jedem Ball. Aber Nadal war zu stark. Francesca Schiavone steht im Final von Roland Garros. Die Französin Marion Bartoli hatte zum Leidwesen der Zuschauer das Nachsehen. Dieser Fotografin entgeht nichts. Auch die Chinesin Li Na freut sich zum zweiten Mal in ihrer Karriere über den Einzug in einen Grand-Slam-Final ... ... dies auf Kosten von Maria Scharapowa. Die Russin gewährte tiefe Einblicke. Casey Dellacqua (r.) und Scott Lipsky feiern den den Sieg im Mixed-Doppel. Küsschen für den Siegerpokal. Nadals Jubel nach dem 3-Satz-Sieg gegen Robin Söderling. Andy Murray macht Faxen mit dem Filzball - und steht ebenfalls im Halbfinal. Wessen Schatten das wohl ist...? ... die Brian-Brothers, die Dominatoren der Doppelkonkurrenz. Maria Sharapova in Schräglage. Li Na bejubelt den Einzug in den Halbfinal... ... ihre Familie freut sich mit ihr. Die Schiedsrichterin muss ganz genau hingucken. Roger Federer ist auch während der Partie gegen Gaël Monfils ganz entspannt. ...und seine Frau legt sich Lippenstift auf. Für Gaël Monfils ist die Angelegenheit nicht so entspannt. Er wird aber von vielen Fans unterstützt. Hier mit einem Transparent: «Gaël trinkt Milch». Während Marion Bartoli sich über ihren Einzug in den Viertelfinal freut... ...ist ihre Gegnerin Svetlana Kuznetsova enttäuscht. Viktor Troicki ärgert sich über einen Balljungen, der zu früh losgelaufen war. Andy Murray hingegen scheint sich bei höheren Mächten für seinen Sieg zu bedanken. Für Francesca Schiavone läufts gegen Anastasia Pavlyuchenkova nicht wie am Schnürchen. Rafael Nadal trainiert auch an seinem Ruhetag hart mit seinem Onkel Toni. Was Gaël Monfils hier wohl wollte? Weggeblasen hat er Ferrer im Achtelfinal jedenfalls nicht. Andrea Petkovic feiert den Vorstoss ins Viertelfinale mit dem «Moonwalk». Andy Murray versucht sich zwischen einem Ballwechsel mal als Gärtner. Freude raus - Zunge raus. Victoria Azarenka nach dem Sieg gegen ... ... Ekaterina Makarova. Robin Söderling zeigt Biss und schlägt den Franzosen Gilles Simon in drei Sätzen. Gaël Monfils hält das Fähnchen der Franzosen auch im Viertelfinal hoch. Will Rafael Nadal sich als Bandit verkleiden? Juan Ignacio Chela freut sich über seinen Sieg gegen Alejandro Falla. Ivan Ljubicic ärgert sich. Das Netz muss neu gerichtet werden. Ein glücklicher Nadal sieht anders aus... trotz seinem Sieg gegen Ivan Ljubicic. Li Na freut sich über einen Punkt. Novak Djokovic mit einem eleganten Return. David Ferrer weicht gerade noch rechtzeitig vor einem Ball von Gael Monfils aus. Für Gael Monfils läuft die Partie gegen David Ferrer... ... nicht wunschgemäss. Auch sie scheint ausgelaugt vom Marathon-Spiel zwischen Fabio Fognini und Albert Montanes. Gisela Dulko braucht eine physiotherapeutische Behandlung... doch wer ist die andere Dame? Francesca Schiavone freut sich nach ihrem Sieg über Jelena Jankovic. Auf der Ehrentribüne kriegen alle die gleichen Sonnenhüte... ...die restlichen Fans müssen sich anders behelfen. Am mittleren Wochenende muss Stanislas Wawrinka seinem Freund Roger Federer zum Gewinn des Schweizer Achtelfinal-Duells gratulieren. Federer gewinnt gegen Wawrinka 6:3, 6:2, 7:5. Ein neues Shirt muss her bei der Weltnummer 3. Posieren vor dem Spiel. Welchem Spieler hilft wohl dieser weibliche Fan? Rackets hätte Fabio Fognini genug. Nur der Oberschenkel macht zu schaffen. Vera Zvonareva hat den Ball im Visier. Alle sportliche Gymnastik nützt nichts ... ... Zvonareva scheidet gegen Anastasia Pavlyuchenkova aus. Tennis spielen gibt Durst. Rafael Nadal schüttelt sich nach dem Sieg in der 3. Runde. Maria Scharapowa: Im Eiskunstlauf wäre sie nicht so talentiert. Der Linienrichter hat alles Wichtige im Blick. Fotografen an bester Lage. Nein, nicht James Blake. Das ist Ivan Ljubicic. Die Hand gehört Mardy Fish, das Racket auch. Macht die Nadal-Faust: Novak Djokovic nach seinem 42. Sieg in Serie. So gross: Gilles Simon auf dem Court Philippe Chatrier. Schreckmoment für Andy Murray im Spiel gegen Michael Berrer. Die Weltnummer 4 übertritt sich bei einem Slide den linken Fuss. Die Bänder müssen bandagiert werden, doch es geht weiter. Freude über die Halbfinal-Qualifikation bei Victoria Azarenko. Haare und Racket im Einklang: Petra Kvitova. Bob und Mike Bryan: Sie spielen seit Jahren zusammen im Doppel - und machen auch sonst vieles gemeinsam... Jo-Wilfried Tsonga am Boden. Was war geschehen? Er rutschte im Spiel gegen Wawrinka aus. Wer wohl sein Racket demolierte? Oh Wunder! Es war Stanislas Wawrinka, der die ersten beiden Sätze gegen Jo-Wilfried Tsonga verloren hatte und im dritten Durchgang mit 1:4 zurücklag. Francesca Schiavone: Kein Grund zum Ärger, sie steht im Achtelfinal. Michail Juschni benötigt Pflege. Bekannt als eine der beweglichsten Spielerinnen: Jelena Jankovic. Die Markenzeichen der Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands: Kniesocken und Football-Bemahlung. Genutzt hats nichts. Hier zaubert Gisela Dulko einen Ball unter dem Röckchen hervor. Ein bisschen Musik beim Anstehen vor den Toren der Arenen. So freut sich Qualifikant Antonio Veic über den Sieg gegen Nikolai Dawidenko. Der Kroate - hier noch mit Shirt - trifft jetzt auf Rafael Nadal. Weniger gut gelaunt ist Jeremy Chadry. Und wem gehört dieses Racket? Jürgen Melzer. Der Ösi schied aus. So langweilig kann Tennis sein für die Zuschauer. Grossartig gekämpft und doch verloren. Die 17-jährige Französin Carolina Garcia. Maria Scharapowa versteckt den Ball unter ihrem Röckchen ... ... und bedankt sich mit einem Küsschen bei den höheren Mächten. Erlösung für Rafael Nadal nach drei aufreibenden Sätzen. Daumen hoch, Robin Söderling. Ayumi Morita kurz vor dem Spagat. So sieht Marcos Baghdatis eher aus wie ein Zauberer. Ballgefühl ist gefragt. Kim Clijsters muss getröstet werden. Robin Haase. Leonardo Mayer. Mikhail Youzhny salutiert nach seinem Sieg. Sabine Lisicki hat Schmerzen... ..wird von ihrer Gegnerin Vera Zvonareva getröstet... ...und muss am Ende vom Feld getragen werden. Hände hoch Guillermo Garcia-Lopez... Zwei Fans warten auf den Beginn eines Matches. Novak Djokovic unterschreibt Riesen-Bälle. Jo-Wilfred Tsonga wie er leibt und lebt... ...in Ali-Manier nach dem Sieg in Runde 2. Tapes um die Finger von Gael Monfils. Der Platzwart befeuchtet den Platz. Jelena Jankovic mit witziger Frisur. Alize Cornet: Ein Sandkorn im Auge? David Ferrer müht sich ab. Aleksandra Wozniak streitet um einen Punkt. Roger Federer putzt sich die Nase. Aleksandra Wozniak braucht am Netz eine kleine Pause. Die Grimassen der Kim Clijsters. Rafael Nadal in Jubelpose. Ein strauchelnder Lukas Rosol. Robin Söderling: Kein Grund, sich zu verstecken. Wo ist denn hier der Schläger von Nadal? Arnaud Clément hat alle Hände voll zu tun. Auch der Sandkönig Nadal kann mal das Gleichgewicht verlieren. Gähnt da Ana Ivanovic? Robin Söderling in einer ungewöhnlichen Position. Kein Grund, dir selbst den Hals umzudrehen, Robin Haase! Ein Hofknicks von Andy Murray in seinem ersten Spiel. Jürgen Melzer: Kriegt er das Shirt über die Ohren? Trifft der Ball den Kopf von Johanna Larsson? Juan Ignacio Chela konzentriert sich auf den Ball. Hier sieht man, welche Kräfte im Tennis wirken: John Isner. Fliegende Haare bei Dominika Cibulkova... Eine komische Art, seine Freude auszudrücken: Barbora Zahlavova Strycova nach ihrem Sieg über die Chinesin Li Na. Auf den Zuschauerrängen: Studenten der französischen Militärakademie. Akuter Schwäche-Anfall, Andy Murray? Würde es mit offenen Augen nicht besser gehen, Kimiko Date-Krumm? Nikolay Davydenko lässt ein Handtuch fliegen. Caroline Wozniacki macht Fotos mit Fans. Iryna Bremond: Manchmal ist Tennis ganz schön anstrengend. War der noch drin? Ballgefühl ist gefragt... Marion Bartoli macht Dehnungsübungen... Marion Bartoli: ein echtes Kraftpacket... Denis Gremelmayr: Den Ball immer schön fokussieren. Gaël Montfils zeigt sich akrobatisch. Novak Djokovic versucht den Netzroller. Wo schaut Djokovic denn da hin? Ahhhhhhhh...Ricardo Mello ärgert sich. Der Blick nach oben scheint im Tennis gängig zu sein. Hier im Bild: Juan Martin Del Potro. Gaël Monfils: Puuuhhh noch mal Glück gehabt. Francesca Schiavone: Das sieht mehr nach Schmerzen als nach Tennis aus. Auch Lourdes Dominguez Lino hat bestimmt schon entspanntere Momente gehabt. Daniela Hantuchova: Die mit den den Schatten spielt. Bei einer Exhibition vor dem Turnier zeigte sich Djokovic am Mischpult mit DJ Ali Fitzgerald Moore, aka Big Ali. Man sieht es bei der Italienerin Flavia Pennetta: die Bandagen-Technik wird immer ausgefeilter. Auch die Füsse der Ukrainerin Alona Bondarenko müssen bandagiert werden. Immer ein beliebtes Fotosujet: Das Davis-Cup-Monument. Die Ballmädchen heben ab. Etwas im Auge, Jelena Dokic? Warum so böse, Jo-Wilfried Tsonga? Nach seinem Sieg gegen Jan Hajek sieht er dann schon viel fröhlicher aus... ... und führt einen Freundentanz auf. Die Ballkinder kriegen einen Platz mit bester Sicht auf den Court. Die Ukrainerin Alona Bondarenko kann bei Bedarf abheben. Albert Montañes wirkt irgendwie verkrampft. Kriegsbemalung bei Bethanie Mattek-Sands. Alize Cornet lässt den Kopf hängen. Allerdings hatte sie keinen Grund dazu: Die Französin gewann ihre Erstrundenpartie gegen die Tschechin Renata Voracova. Alla Kudrjawzewa (r.) und Simona Halep hatten sich nicht viel zu sagen. Höchste Konzentration beim Spanier David Ferrer. Roger Federer und Stanislas Wawrinka beim Training vor dem French Open. Ebenfalls mit dabei: Novak Djokovic. Ein letzter Stärkungsschluck vor dem Sprung auf die Weltnummer 1? Auch im Training: Rafael Nadal. Es bleibt noch Zeit für Jonglierkünste. Gegen den Experten hat Nadal aber keine Chance. Immer wichtig: Der richtige Sonnenschutz. Grace? Nein, das ist nicht das Royal-Blumenmädchen. Vielleicht ihr Bruder. An Unterstützung wird es Nadal nicht fehlen. Schwitzt ebenfalls: Andy Murray. Gelbe Filzbälle auf rotem Boden, diese Farbkombination wird in den nächsten zwei Wochen dominieren. Ohne die Ballkinder geht nichts. Mittendrin: die französischen Hoffnungen Nicolas Mahut und Florent Serra (vorne). Der letztjährige Sieger Rafael Nadal beim Draw mit Ana Ivanovic.

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Fehler gesehen?

Eigentlich war die Karriere von Li Na vor neun Jahren bereits zu Ende. Da sie wegen ihrer schlechten Weltranglisten-Position nur bei bedeutungslosen Challenger-Turnieren spielen durfte und mit den straffen chinesischen Verbandsstrukturen nicht zurechtkam, hatte die «goldene Blume» die Lust am Tennis verloren. Deshalb legte Li Na eine Pause ein und studierte in ihrer Heimatstadt Wuhan Kommunikations- und Medienwissenschaften.

Doch so ganz ohne Tennis konnte Li Na doch nicht sein und startete 2004 ihr Comeback. Langsam aber sicher arbeitete sie sich in der Weltrangliste wieder nach oben, doch der ganz grosse Leistungssprung folgte erst, als sie offen gegen den chinesischen Verband rebellierte. Mit viel Beharrlichkeit erkämpfte sie die Trennung von den stirkten Vorgaben des chinesischen Verbandes und engagierte neben ihrem Ehemann Jiang Shan mit Thomas Hogstedt einen westlichen Trainer.

Zweite Rebellion geglückt

Die Loslösung vom totalitären System brachte viele Vorteile. Li Na musste beispielsweise nur noch 12 statt 65 Prozent des gewonnenen Preisgeldes dem Verband abtreten. Zwar musste die Chinesin nun alles selber organisieren sowie Reisen und Hotels buchen, aber: «Wenn ich müde bin, kann ich jetzt einfach sagen, dass ich eine Pause machen will».

Früher ging das nicht. Als Li Na elf Jahre alt war, versuchte sie sich zum ersten Mal an einer kleinen Rebellion. In der Sport-Eliteschule forderte ihr Trainer nach stundenlangem Training weitere Übungen. Das Jungtalent weigerte sich. Am nächsten Tag stellte der Trainer sie einfach an die Grundlinie und sagte, sie müsse dort ausharren, bis sie sich entschuldige. Wieder blieb Li Na stur. «Erst nach drei Tagen habe ich mich dann doch entschuldigt», erinnert sich die 29-Jährige heute. «Damals gab es noch keine Chance, aus diesem System auszubrechen.» Mit einem Tattoo, Piercings und ausgedehnten Shoppingtouren brachte sie ihre Coaches dennoch an den Rand der Verzweiflung.

Nummer 1 aus China? «Eher früher als später»

Mittlerweile hat auch der Verband die widerspenstige Vorzeige-Spielerin lieben gelernt. Dank den Erfolgen von Li Na, die im vergangenen Jahr beim Australian Open wie Landsfrau Zheng Jie im Halbfinal stand und dieses Jahr in «Down Under» gar als erste Chinesin einen Grand-Slam-Final erreichte (dort verlor sie dann gegen die Belgierin Kim Clijsters), boomt der Tennissport im «Reich der Mitte». Während 1990 im Milliardenvolk nach Schätzungen des Weltverbandes nur 10 000 aktiv Tennis spielten, sind es inzwischen drei Millionen.

«Bald wird China das Land sein, in dem die meisten Kinder Tennis spielen», erklärte Brad Drewett, der für die ATP das China-Geschäft aufbaute. Eines Tages könnte China also auch die Weltnummer 1 stellen. Das glaubt auch die amerikanische Tennislegende Billie Jean King: «Unter den 1,3 Milliarden Menschen in China ist sicher jemand, der dieses Potenzial hat. Eher früher als später».

Tennisbegeisterung im «Reich der Mitte» entfacht

Die erste ernsthafte Kandidatin dafür ist Li Na. Mit ihrem Triumph beim French Open wird sie am Montag zumindest schon auf den vierten Platz der Weltrangliste vorstossen und damit die beste Klassierung einer Asiatin, der Japanerin Kimiko Date-Krumm 1995, egalisieren. Das spielerische Potenzial hat sie zweifellos und auch sonst wäre die Chinesin eine Nummer 1, die dem angeschlagenen Frauen-Tennis gut tun würde. Mit ihrer weltoffenen und selbstironischen Art bezauberte sie weltweit die Tennisfans. Das nimmt man auch in ihrer Heimat wahr.

Die Medien überbieten sich gegenseitig mit Superlativen für ihr neues Aushängeschild und bereits wird sie mit Superstars wie Basketballer Yao Ming, Snooker-Spieler Ding Junhui oder Hürdenläufer Liu Xiang verglichen. «Klammheimlich hat Na Li sie als strahlendste aller chinesischen Athleten abgelöst», schrieb beispielsweise das Sportportal Tengxun nach Na Lis Finalqualifikation beim Australian Open. Was wird nun wohl los sein, nachdem Na Li tatsächlich das French Open gewinnen konnte? Und was, wenn sie wirklich dereinst den Tennisthron besteigen sollte? «Dann geht der Tennisboom erst richtig los.» Der schlafende Riese wäre geweckt und über die Tenniswelt könnte eine rote Lawine hereinbrechen.

(pre/mon)