ATP-Finale

16. November 2019 17:59; Akt: 16.11.2019 18:52 Print

Tsitsipas bestraft einen verkrampften Federer

von Adrian Ruch - Roger Federer unterliegt im Halbfinal der ATP-Finale Stefanos Tsitsipas 3:6, 4:6. Damit ist die Saison des Schweizers beendet.

Bildstrecke im Grossformat »
Der Grieche setzt sich in einem hochstehenden Endspiel gegen den Österreicher Dominic Thiem durch. Obwohl Thiem den grössten Titel seiner Karriere verpasst, freut er sich über die Finalisten-Trophäe. Nach zweieinhalb Stunden und drei umkämpften Sätzen steht der Sieg von Tsitsipas fest (6:7,6:2,7:6). Dominic Thiem trauer seinen Chancen nach. Obwohl er den Startsatz verliert, muss er am Ende seinem Gegner gratulieren. Zwei neue Gesichter im Endspiel der ATP-Finals: Stefanos Tsitsipas und Dominic Thiem kämpfen in London um den letzten grossen Titel der Saison. Als jüngster Spieler im Feld erreicht Stefanos Tsitsipas erstmals das Endspiel des ATP-Finale. Dort trifft der Grieche entweder auf Alexander Zverev oder Dominik Thiem, die sich am Abend um das Finalticket duellieren. Roger Federer muss sich im Halbfinal dem 17 Jahre jüngeren Stefanos Tsitsipas geschlagen geben. Der Maestro sieht zu viele seiner Breakmöglichkeiten vom Youngster abgewehrt. Ist Federers nächster Gegner: Dank dem Sieg von Alexander Zverev gegen Daniil Medwedew trifft der Schweizer Tennisstar auf Stefanos Tsitsipas. Rafael Nadal bezwingt Stefanos Tsitsipas in drei Sätzen und wahrte seine Chance auf den Halbfinal – bis Zverev das Abendspiel gewann. Grossartiger Roger Federer: Im Gipfeltreffen um den Einzug in den Halbfinal schlug der Schweizer Novak Djokovic 6:4, 6:3. Für den Serben ist das Turnier zu Ende. Federers Jubel nach dem Triumph gegen seinen ewigen Rivalen. Versöhnlicher Abschluss: Nach zwei klaren Niederlagen gegen Novak Djokovic und Roger Federer besiegt Matteo Berrettini Dominic Thiem 7:6 (7:3), 6:3. Ausgeschieden ist der Italiener trotzdem, der Österreicher steht derweil schon als Gruppensieger fest. Ein starker Stefanos Tsitsipas schlägt Alexander Zverev 6:3, 6:2 und steht als zweiter Halbfinal-Teilnehmer nach Dominic Thiem fest. Nach einer spektakulären Aufholjagd gewinnt Rafael Nadal gegen Daniil Medvedev 6:7, 6:3, 7:6 und bleibt im Rennen um den Einzug in den Halbfinal. King Roger unter Druck: Nach der Auftakt-Niederlage gegen Dominic Thiem hiess es gegen Matteo Berrettini schon alles oder nichts für die Schweizer Tennis-Legende. Das Spiel war geprägt vom starken Aufschlagspiel beider Akteure, im Eiltempo rasten sie im ersten Satz durch die Games. Folgerichtig kam es zum Tiebreak, mit dem besseren Ende für Federer. Matteo Berrettini zeigte, warum der Aufschlag als seine grosse Stärke gilt. Allerdings hatte der Italiener besonders im zweiten Satz Probleme, sobald der Ball im Spiel war. Am Ende gewann Federer 7:6, 6:3 und hält damit seine Halbfinal-Chancen intakt. Ob der Schweizer die Gruppenphase übersteht, wird das wegweisende dritte Spiel gegen einen starken Novak Djokovic zeigen. Ein ratloser Rafael Nadal bei seinem ersten Einsatz in London. Er unterliegt Alexander Zverev in zwei Sätzen. Titelverteidiger Zverev zeigt beim 6:2, 6:4-Sieg gegen Nadal eine starke Leistung. Stefanos Tsitsipas jubelt nach seinem Sieg gegen Daniil Medwedew. Die beiden sind nicht die besten Freunde. Ratlos: Trotz ansprechender Leistung fand Federer gegen Dominic Thiel kein Mittel und verlor das Auftaktspiel 5:7, 5:7. Der Österreicher schraubte durch den Sieg seine Bilanz gegen Federer auf 5 zu 2, im Jahr 2019 steht es sogar 3 zu 0 zu Gunsten von Thiem. Noch ist ein Überstehen der Gruppenphase für Federer nicht ausgeschlossen, der Schweizer steht nach der Niederlage allerdings mächtig unter Druck. Ein Selfie auf dem Boot vor dem Londoner Riesenrad: Alexander Zverev, Dominic Thiem, Matteo Berrettini, Novak Djokovic, Rafael Nadal, Daniil Medwedew, Roger Federer und Stefanos Tsitsipas posieren zusammen vor dem Turnierbeginn. Federer ist auch für Selfies mit Fans zu haben. Der Schweizer diskutiert mit dem Österreicher Thiem. Federer ist ein gefragter Interviewpartner. Nadal zeigt sich gut gelaunt. Der Schweizer hat sich für das letzte Turnier des Jahres die Haare geschnitten und lässt den Bart wachsen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zum dritten Mal hintereinander scheitert Roger Federer scheitert am ATP-Finale in London in der Vorschlussrunde. Diesmal unterliegt er Stefanos Tsitsipas 3:6, 4:6, weil er bei weitem nicht das Niveau aus dem Spiel gegen Novak Djokovic erreicht. Federer versäumte es zu Beginn, sich Vorteile zu verschaffen. Gleich im ersten Game kam er zu einem Breakball, traf aber die Vorhand nach einem zweiten Aufschlag des Griechen unsauber. Überhaupt blieb ihm das Break versagt, weil ihm auf seiner vermeintlichen Schokoladenseite vier leichte Fehler unterliefen.

Im ersten Aufschlaggame lief es noch schlechter: Federer verschlug zwei Smashes, einen Schlag, den er gewöhnlich traumwandlerisch sicher ausführt, und präsentierte so Tsitsipas die Möglichkeit zum Servicedurchbruch. Dieser packte zu. Und schon befand sich der Schweizer in Rücklage.

Vergeblicher Kraftakt

Bei 2:4 bekam Federer drei Möglichkeiten, den frühen Aufschlagverlust zu kompensieren. doch das gelang ihm nicht. Die Begegnung erinnerte nun an jene am Australian Open, als Federer alle zwölf Breakmöglichkeiten ausgelassen und in vier Sätzen verloren hatte. Der Baselbieter wehrte sich in der Folge verbissen gegen den Verlust des ersten Durchgangs, doch mit dem siebten Satzball machte sein Widersacher alles klar. Der Schweizer hatte zwar zwar für einige Höhepunkte gesorgt, aber zu inkonstant agiert.

Ein Break war zu wenig

Im zweiten Satz zog Federer ein miserables Game ein, wodurch er seinen Aufschlag zu null abgab. Bei 3:6, 1:2 stand er mit dem Rücken zur Wand. Doch er glich umgehend aus, wobei er seinen insgesamt zehnten Breakball nutzte. Laute «Roger, Roger»-Rufe hallten nun durch die voll besetzte O2-Arena. Doch Vorhand und Aufschlag funktionierten an diesem Samstag einfach nicht, Federer wirkte verkrampft und liess sich erneut breaken. Bei 4:5 erarbeitete er sich zwei Möglichkeiten auszugleichen, doch es sollte einfach nicht sein. Es war ähnlich wie in Melbourne: Federer nutzte seine Chancen nicht und wurde von Tsitsipas bestraft.


Tennis

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • KvB am 16.11.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Spannende Angelegenheit

    Wenn Tsitsipas gut drauf ist, taucht Roger. Für die Geschichte wäre es schön, wenn Federer auch diesen Titel holt. Aber es wird hart. Der Bessere soll gewinnen und das ist auch in anderen Sportarten so.

  • Daniel Huber am 16.11.2019 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Daniel

    Yeaaaah, herzliche Gratulatin an Stefanos Tsitsipas

    einklappen einklappen
  • Franziska am 16.11.2019 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach super...

    Die jungen Wilden... toll!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schätzilein am 24.11.2019 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konto ist doch voll !!

    das wird wieder mein täubschen...

  • Tombeo am 18.11.2019 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hör endlich auf, Fedi ....

    .... deine Tage sind nun wirklich gezählt !!!!!

  • susi am 17.11.2019 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roger Federer

    tja wiedermal peinlich oder doch verpasst aufzuhören oder ist die Geldgier grösser? freude ist es nicht mehr das sieht mann im gesichtausdruck an

    • Besserwisser am 17.11.2019 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @susi

      Sieht man das am Gesichtsausdruck? Was du nicht alles siehst. Geldgier ist halt schnell unterstellt, gell? Auch wenn einer schon über 100 Millionen Preisgelder gemacht hat, kann man ihm das noch unterstellen.

    • Dani Düsentrieb am 18.11.2019 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @susi

      Susi..., Brot kann schimmeln, aber was kannst Du?

    einklappen einklappen
  • peter am 17.11.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    peter

    Er sollte zurücktreten wenn er noch kann, nicht erst wenn er muss

    • Frag Ender am 17.11.2019 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @peter

      Und warum? Er kann so lange spielen, bis er zurücktreten muss. Was kümmerts dich?

    einklappen einklappen
  • Urs am 17.11.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Federer

    Was will sich RF mit 38 Jahren eigentlich noch beweisen????