Exhibition-Tour

28. September 2019 10:53; Akt: 30.10.2019 18:46 Print

Federer bringt Ziehsohn Zverev in die Kritik

von René Stauffer - Der Deutsche spielt statt im Davis-Cup mit ihm Schaukämpfe in Südamerika. Das sorgt in weiten Kreisen für Unmut.

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Zwei, die sich verstehen: Roger Federer und Alexander Zverev vergangene Woche am Laver-Cup in Genf. (Bild: Keystone)

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Am vergangenen Sonntag verhinderten Roger Federer und Alexander Zverev mit ihren Siegen in der Genfer Palexpo-Halle in den letzten beiden Einzeln in extremis gegen John Isner und Milos Raonic den erstmaligen Erfolg von John McEnroes Team Welt im Laver-Cup. Auch sonst stehen sich die beiden nahe, und sie rücken immer noch näher zusammen. Federer versorgt das deutsche Kronjuwel schon seit Jahren mit guten Ratschlägen, coachte den elffachen Turniersieger zusammen mit Björn Borg und Rafael Nadal auch in Genf, wo er mit ihm auch ein Doppel spielte. Inzwischen wechselte der Hamburger auch zu Team8, der Agentur von Federer und Tony Godsick.

Da überrascht es wenig, dass der als künftige Nummer 1 gehandelte Zverev nun von Federer auch zu seiner Schautournee nach Mittel- und Südamerika eingeladen wurde. Nur zwei Tage nach dem Ende des ATP-Finales in London, an dem Zverev letztes Jahr seinen grössten Titel holte, treten die beiden am 19. November in Santiago de Chile gegeneinander an, am 22. November dann auch in Bogota (Kolumbien), am 23. November in Mexico City und am 24. November in Quito (Ecuador). Dazwischen reist Federer auch nach Argentinien, wo er am 20. November gegen Juan Martin Del Potro spielt.

Schauauftritte gehören zum Tennis, bringen es in Regionen, in denen sonst keine Weltklassespieler auftreten, verschaffen dem Sport Werbung und den Teilnehmern ein hübsches Nebeneinkommen oder Weihnachtsgeld. Alles schön und gut. Diese Geschichte hat allerdings einen Schönheitsfehler, der Zverevs Glaubwürdigkeit und Image nicht helfen wird. Denn in der gleichen Woche (18. bis 24. November) findet in Madrid das neue Finalturnier des Davis-Cup mit 18 Mannschaften statt – mit Deutschland, das im Gegensatz zur Schweiz qualifiziert ist. Aber ohne Zverev.

«Lieber Ferien in den Malediven»

Der 22-jährige Weltranglistensechste, der auf eine eher enttäuschende Saison zurückblickt, hatte schon vor einem Jahr erklärt, dass der Davis-Cup für ihn zu spät im Jahr komme. Im November mache er lieber Ferien auf den Malediven. An den Swiss Indoors in Basel begründete er 2018: «Ich brauche meine Ferien und genügend Zeit, um meinen Körper wieder auf die Folgesaison vorzubereiten.» Dass nun bekannt wurde, dass er stattdessen mit Federer auf eine Schautour geht, passt schlecht zu dieser Aussage und muss für den Internationalen Tennisverband, der zusammen mit Gérard Pique und der Kosmos-Gruppe den Davis-Cup ausrichtet, wie eine Provokation sein.

Ein Teil dieser Kritik wird erfahrungsgemäss auf Federer abfallen, der auch mit dem Laver-Cup die Szene aufgemischt hat. Bei diesem ist nun prompt eingetreten, was er eigentlich hatte vermeiden wollen: Dass er bei den Teilnehmern grössere körperliche Spuren hinterlässt. «Keiner soll aus dieser Woche kaputt herausgehen», sagte er auch in Genf. Herausgekommen ist es dieses Jahr anders: Kyrgios (Schlüsselbein) und Nadal (war schon nach dem US Open an der Hand verletzt) konnten am Sonntag in Genf gar nicht mehr antreten. John Isner verlor in Chengdu diese Woche als Topgesetzter in der 1. Runde. Stefanos Tsitsipas musste als Topgesetzter in Huajin im Startspiel gegen Mannarino bei Satzgleichstand wegen Atemproblemen aufgeben. Am gleichen Turnier verlor Kyrgios, immer noch angeschlagen, in Runde 1, worauf er die restlichen Turniere in Asien absagte. Dabei bevorzugte es der grösste Teil der Laver-Cup-Teilnehmer, in der Woche danach gar kein Turnier zu bestreiten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul Wosum am 28.09.2019 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Sturm im Wasserglas

    Die Saison ist für Alexander Zverev doch eh gelaufen. Kann ihm doch nichts besseres passieren, als mit King Roger spielerisch zu lernen und die beiden festigen ihre Freundschaft und Geschäftspartnerschaft. Sehe das Problem nicht. Im Gegenteil: Jeder ist frei zu spielen wo er will.

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  • Markus am 28.09.2019 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mimimi

    Die Spieler können doch tun und lassen was sie wollen. Sie gehören nicht einer Nation.

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  • huschmie am 28.09.2019 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht einmischen

    Man findet immer etwas, das den einen nicht passt. Die Spieler sollen selbst bestimmen, wo sie teilnehmen wollen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Familie Densim am 01.10.2019 05:45 Report Diesen Beitrag melden

    Endgültig weg hier

    Wir wünschen den Schweizer Tennis Fans noch weiterhin alles Gute. Genießt euren Maestro, solange er noch auf der Tour ist. Wir klinken uns hier aus, da wir nicht länger gegen "Hater" ankämpfen wollen. Adieu!

  • Alfred Jahn am 30.09.2019 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Familie

    Bei uns würden RF Fans aus der Familie verstossen. Das wissen alle, und es kam noch nie vor. Geldgier wurde schon immer bestraft. Solche Leute brauchen wir nicht.

    • Ting aus N.P. am 30.09.2019 22:25 Report Diesen Beitrag melden

      Häää?!

      Was haben denn Federer Fans mit geldgier zu tun?! Sie feuern ihren Star an aber Geld bekommen sie nicht dafür. Verstehe ihre Ausführung nicht ganz.

    • Loosli Beat am 01.10.2019 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ting aus N.P.

      Ein Fan von einem Geldgierigen zu sein, ist unhaltbar für ihre Familie. Das meint er. Ist bei uns auch so.

    • kuesche am 11.10.2019 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      Primitiv

      Sehr sehr primitiv,Alfred Jahn! Sie verstehen nicht viel von Sport und dem Leben eines Sportlers! Roger darf auch einmal einen schlechten Tag haben, wo es ihm einfach nicht richtig läuft und worüber er sich eben aufregte! Hatte er jedoch Meisterhafte Phasen in diesem Spiel

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  • Wolle Daten am 30.09.2019 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist die Frage

    Warum sich da groß aufgeregt wird, das ist die Frage. Natürlich ist er Deutschlands Nr. 1, doch es fehlt ihm leider die nötige Konstanz. Deshalb soll er sich mal richtig Spaß holen und vielleicht kommt er so wieder in die richtige Spur. Er hat viel Potential.

  • Lübecker Glühwurm am 29.09.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Zverev macht es richtig

    Zverev hat begriffen, dass Roger nicht mehr lange auf der Tour sein wird. Da will er noch ein wenig seine Präsenz genießen und vor allem, die Stadien werden rappelvoll sein.

  • Widmer am 29.09.2019 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur 62 Kommentare in 2 Tagen?

    Irgendwie scheinen Federer Fans und Nichtfans gesättigt sein mit dem Schreiben von Kommentaren. Nur 62 Kommentare in 2 Tagen! Wahrscheinlich sind es mehr, jedenfalls 2 von mir wurden nicht aufgeschaltet, dafür immer wieder die gleichen von den Gleichen! Im Gegensatz vor ein paar Jahren war die Kommentafunktion schnell rappeltvoll und die Funktion wurde schnell mal geschlossen.