Gereizter Star

03. Juli 2019 18:33; Akt: 04.07.2019 14:02 Print

Federer hat genug von der Tennispolitik

von René Stauffer, Wimbledon - Nach dem mühevollen Start in Wimbledon reagierte er ungewohnt aggressiv auf bestimmte Fragen.

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Auffallend scharf antwortete Roger Federer an der Medienkonferenz nach seinem Viersatz-Startsieg gegen den Südafrikaner Lloyd Harris (ATP 86) einem britischen Journalisten. Dieser pflegt ihm immer wieder Fragen zur Tennispolitik und den Unruhen um das Player Council mit Präsident Novak Djokovic zu stellen. «Ich bin, ehrlich gesagt, nicht in der Stimmung, jetzt über Politisches zu sprechen», sagte Federer. «Das ist der zweite Tag von Wimbledon, und das war deine letzte Frage über die Politik heute.»

Der Journalist des britischen «Telegraph» hatte ihn zuerst zu den vier Rücktritten im Player Council befragt. Einer von ihnen ist der Holländer Robin Haase, mit dem Federer gut befreundet ist. «Er wollte schon in Indian Wells austreten, aber ich überredete ihn zum Weitermachen», sagte der 102-fache Turniersieger. Ihm missfällt, dass das Image des Tennis unter den Negativschlagzeilen um diese Story leidet: «Der Tour geht es nicht schlecht. Wir haben Rekordzahlen in Bezug auf Preisgelder und Zuschauer. Die Dinge laufen gut. Einzig auf der politischen Seite haben wir etwas Mühe, die Dinge zu lösen.»

«Lasst die Tränen in der Garderobe»

Eher harte Worte fand Federer auch für die anhaltenden Schwierigkeiten der jüngeren Spitzenspieler, konstante Leistungen zu bringen. «Es ist überraschend, dass Zverev, Tsitsipas und Thiem alle im Startspiel verloren haben, egal, gegen wen. Das sind einfach zu viele. Aber die erste Woche in Wimbledon testet eben deine Fähigkeiten und auch deine Nerven.»

Federer war auch nicht entgangen, dass die erwähnten Spieler sich gegenüber den Medien sehr emotional zeigten, den Tränen nahe waren. «Ich war ja selber Mister Emotionell, deshalb verstehe ich das. Ich weinte ständig nach Niederlagen in meinen Juniorenjahren.» Spielern, die an Niederlagen so schwer tragen, würde er inzwischen raten, sich vor den Interviews mehr Zeit zu gönnen, sagte er: «Nimm dir zwei Stunden oder vier, egal. Nimm eine lange Dusche und lass all die Tränen in der Garderobe.» Es sei unangenehm zu erleben, wie hart Niederlagen einige Spieler treffen könnten.

Der nächste Gegner gibt sich locker

Federer spielt am Donnerstag gegen einen anderen ihm unbekannten Spieler, den Briten Jay Clarke. Der Wildcard-Empfänger (ATP 169) aus dem englischen Derby wird Ende Monat erst 21. Aber er gibt sich unbeeindruckt vor seinem bisher grössten Auftritt. «Das wird ein guter Match», sagte er. «Ich habe Federer verfolgt, während ich aufwuchs, weshalb es für mich keine Überraschungen geben wird.» Der Schweizer habe in seinem Geburtsjahr (1998) in Wimbledon das Juniorenturnier gewonnen.

«Ich schaute immer zu ihm hoch und versuchte, vieles zu kopieren von dem, was er machte.» Allerdings habe er damit irgendwann aufgehört: «Es war einfach zu schwierig.» Er wolle versuchen, noch einige Tipps von Andy Murray zu bekommen, verriet er. Schaden könnten ihm diese gewiss nicht.

Resultate und News zum Turnier in Wimbledon finden Sie im Liveticker.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Expat am 03.07.2019 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geniesst Euer Leben

    All die negativen Kommentare über Roger Federer kommen von Leuten für die das Glass immer halb leer ist. Neid und negatives Denken wie kann man da Freude am Leben haben.

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  • Moni am 03.07.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Roger

    Joker ist einer der nur Unfrieden stiftet. Das tut dem Tennissport ganz und gar nicht gut. Joker ist sehr unzufrieden mit sich selbst. Und Federer hat die richtige Antwort dem Reporter gegeben.

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  • A.Santiago am 03.07.2019 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neider denkt bitte an meine Worte

    Ich lebe zur Zeit in der Dominikanischen Republik. Zwei Drittel der Bevölkerung ist arm und verdient etwa nicht einmal 200 Franken im Monat. Wenn jemand Medikamente braucht, diese sind viel teurer als in der Schweiz. Wenn ein Dominikanischer Sportler, zum Beispiel ein Baseballspieler ein Millionengehalt in der USA bekommt, freuen sich alle für ihn. Die Jungen versuchen ihm nachzueifern und trainieren wie wild. Jetzt kommt meine Frage: warum können sich die Schweizer nicht über einen Sportler freuen, der es geschafft hat? Immer nur neidisch sein ist ungesund.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Katzerich am 05.07.2019 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überfordert

    Solange der serbische Unsympathling mitmischt kommt nichts Vernünftiges zustande.

  • Tobi am 05.07.2019 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Dankbar

    Ich finde Roger Federer echt toll. Mit seiner ruhigen und immer noch bescheidenen Art, dem tollen Tennispiel echt ein Vorbild für den Sport allgemein und eine richtig gute Werbung für unser Land!

  • Ironie am 04.07.2019 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Sonnyboy

    Ist ein echter Sonnenschein, dieser Herr Federer.

  • cookie am 04.07.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    @20 Minuten

    was soll denn nun wieder der satz ...nach mühevollem start in Wimbledon... sorry ja der match ging überr 4 sätze, aber wie waren fast so schnell vorbei wie sonst 3-sätzer. da muss ich mich ab den medien schon etwas fragen? offensichtlich hat der Schreiberling das match gar nicht gesehen, sonst würde er nicht solchen stuss von sich geben. es ist absolut normal, dass man beim technisch hochstehenden spiel wie RF es zelebriert etwas anlauf braucht. vom 2. satz an war RF im flow und da hätte absolut jeder auf der anderen seite stehen können er wäre chancenlos gewesen gegen RF.

  • Peter am 04.07.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Heiligenschein

    Na ja unser Tennisstar mit weisser Weste. Ups habe ich schon wieder böse gesprochen über die Heiligkeit der Schweiz!