ATP World Tour Finals

21. November 2015 22:57; Akt: 21.11.2015 22:57 Print

Federer lässt Wawrinka keine Chance

Roger Federer gewinnt das Schweizer Duell an den ATP World Tour Finals gegen Stan Wawrinka 7:5, 6:3. Der Baselbieter trifft im Final auf Novak Djokovic.

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Ein enttäuschter Roger Federer. Der Maestro verliert den Final der World Tour Finals in London gegen Novak Djokovic 3:6, 4:6. Für Djokovic ist es der fünfte Masters-Titel. Roger Federer steht wie im letzten Jahr im Final der ATP World Tour Finals. Dort trifft er am Sonntag auf die Weltnummer 1 Novak Djokovic. Der Maestro gewinnt das Duell gegen seinen Landsmann Stan Wawrinka 7:5, 6:3. Stan Wawrinka steht ebenfalls in den Halbfinals. Der Romand bezwingt den Lokalmatador Andy Murray 7:6, 6:4 und trifft am Samstagabend um 21 Uhr auf seinen Davis-Cup-Kumpel Roger Federer. Murray hadert mit sich selbst. Donnerstag, 19. November 2015 Roger Federer steht dank des Dreisatzsiegs gegen Kei Nishikori als Gruppensieger fest. Obwohl er mit Satz und Break hinten liegt, kämpft sich der Japaner zurück und gewinnt den zweiten Durchgang nach 1:4 noch mit 6:4. Federer lässt sich durch den Satzausgleich aber nicht aus der Ruhe bringen und siegt letztlich verdient. Pflicht erfüllt: Stan Wawrinka besiegt David Ferrer 7:5, 6:2 und wahrt seine Halbfinal-Chancen. Zu Beginn sieht es allerdings schlecht aus für den Romand, der 2:5 in Rückstand gerät und immer wieder mit sich hadert. Doch der Spanier lässt gegen Ende des ersten Durchgangs stark nach und ermöglicht Wawrinka die Wende. Im zweiten Satz bleibt er chancenlos gegen die Wucht des Schweizers. Machtdemonstration des Maestro: Roger Federer schlägt Novak Djokovic 7:5, 6:2 und steht bereits in den Halbfinals. Der Djoker gerät seit langem wieder einmal aus dem Gleichgewicht. Das war alles andere als ein Start nach Mass. In seiner ersten Partie an den ATP World Tour Finals hat Stan Wawrinka keine Chance. Der Lausanner unterliegt dem Spanier Rafael Nadal sang- und klanglos 3:6, 2:6. Roger Federer betritt die Manege! Der Schweizer nimmt seine 14. ATP-Finals - in Folge - in Angriff. Sein erster Gegner in der Londoner O2-Arena heisst Tomas Berdych. Es ist ein kurzer Auftritt. Federer schlägt den Tschechen nach anfänglichen Problemen deutlich 6:4, 6:2. Dass die erste Aufgabe ohne grossen Kraftverschleiss gemeistert wurde, freut auch Coach Stefan Edberg. Am Dienstag geht es weiter gegen Saison-Dominator Novak Djokovic. Wie fast an allen anderen Turnieren fiebert Ehefrau Mirka Federer auch beim Saisonfinale mit. Schlechter als Mirka ist die Gefühlslage bei Ester Satorova, der Frau von Tomas Berdych. Er braucht am Dienstag gegen den ebenfalls noch sieglosen Kei Nishikori einen Sieg, will er seine Chance auf die Halbfinals wahren. Nach dem Startsieg wird der Baselbieter zudem geehrt: Federer kriegt von der ATP den Fan-Award für den beliebtesten Spieler des Jahres. Und wem gehört die andere Trophäe? Auch Federer! Zum 11. Mal kriegt der Schweizer den Stefan Edberg Sportmanship-Award. Eine besondere Ehre, schliesslich sind es die anderen Tennis-Profis, die ihren Favoriten wählen. Die acht besten Tennis-Spieler des Jahres treffen sich anlässlich der Gruppenauslosung in der City Hall von London. Von links: Kei Nishikori, David Ferrer, Stan Wawrinka, Andy Murray, Novak Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal und Tomas Berdych. Roger Federer ist fit und motiviert. Der 34-jährige Schweizer will seinen 7. Titel bei den World Tour Finals holen.

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Federer und Wawrinka boten den 17'800 Zuschauern in der Londoner O2 Arena nicht das gleiche Drama wie im vergangenen Jahr, als Federer nach fast drei Stunden und vier abgewehrten Matchbällen gewonnen hatte. Es war jedoch erneut der Jüngere, der besser ins Spiel startete. Mit zunehmender Dauer machte aber Federer, der im Gegensatz zu Wawrinka einen Tag Pause gehabt hatte, den frischeren Eindruck.

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Nachdem der 30-jährige Waadtländer zum 3:2 vorgelegt hatte, profitierte Federer beim Re-Break zum 4:4 noch von einem Rückhandfehler seines Davis-Cup-Kollegen. Den entscheidenden Aufschlagdurchbruch zum 7:5 verdiente sich der vier Jahre ältere Basler aber mit zwei präzisen Vorhand-Passierbällen. Mit einem schnellen Break zum 2:0 im zweiten Satz schaffte Federer bereits eine Vorentscheidung. Gleich im nächsten Spiel verpasste Wawrinka seine letzte Chance, ins Match zurückzukommen, danach hatte er bis zum Ende keinen Breakball mehr. Beim Stand von 2:5 wehrte er noch einen ersten Matchball ab, mit einem Aufschlagspiel zu null machte Federer aber nach 70 Minuten den Sack zu.

Break mit Netzroller geschafft

Wawrinka hatte am Abend zuvor gegen Andy Murray als letzter Spieler die Halbfinals erreicht und knüpfte gegen Federer zunächst nahtlos an seine starke Leistung gegen den Briten an. Er erlaubte es Federer nicht, das Diktat zu übernehmen, auch wenn dieser mit einer sehr offensiven Taktik und vielen Netzangriffen antrat, die sich letztlich auch auszahlte.

Das erste Break gelang Wawrinka allerdings etwas glücklich, als zuerst ein Return von ihm via Netzkante in Federers Feld fiel und danach beim Breakball des Baslers knapp hängen blieb. Federer blieb jedoch ruhig und wartete geduldig auf seine Chance. Während Wawrinkas Schritte ein wenig langsamer wurden, drehte er immer mehr auf. Am Ende wies er mit 30 direkten Gewinnschlägen und 19 unerzwungenen Fehlern eine deutlich positive Bilanz auf.

Erneut das Duell mit Federer

Federer erreichte damit zum zehnten Mal den Final des Jahresend-Turniers, wo er am Sonntag (ab 19.00 Uhr live bei uns im Ticker) auf die Weltnummer 1 Novak Djokovic trifft. Federer gewann das Masters sechsmal (2003, 2004, 2006, 2007, 2010 und 2011), verlor zweimal im Final (2005 gegen David Nalbandian und 2012 gegen Djokovic) und konnte im vergangenen Jahr wegen seiner Rückenverletzung nicht zum Final (gegen Djokovic) antreten. In diesem Jahr treffen die beiden bereits zum achten Mal aufeinander, Federer hat Djokovic dabei drei seiner nur sechs Niederlagen zugefügt.

Sechs Stunden vor dem Schweizer Duell hatte Djokovic seinen Halbfinal gegen Rafael Nadal in ebenfalls nur 79 Minuten 6:3, 6:3 gewonnen. Der Spanier konnte sich dabei keinen Breakball erarbeiten und verlor im vierten Spiel in diesem Jahr gegen Djokovic zum vierten Mal ohne einen Satzgewinn. Der 28-jährige Serbe hat die ATP-Finals bereits 2008 (damals noch in Schanghai) sowie in den letzten drei Jahren gewonnen. Mit dem 23. Sieg im 46. Spiel glich der Serbe in den Direktbegegnungen erstmals aus.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nina am 21.11.2015 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RF- the best

    Einfach grandios:) freue mich auf das Match morgen.

  • Anna am 21.11.2015 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stolz & Freude

    Kann " man " denn nicht einfach mal kritiklos Stolz sein auf einen CH Sportler wie RF ... das was er geleistet hat und noch leistet gibts nicht weit gestreut ...

    einklappen einklappen
  • Boris am 21.11.2015 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fo federer

    Verdiennt hätten beide den final gegen den Joker . Zum glück hat federer den match für sich entschieden. Momentan ist er aus meiner sicht der einzige spieler der uns morn einen spannenden match gegen djokovic zeigen kann .!! Go Federer

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jangdebang am 23.11.2015 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anfängertennis

    Ist und war ja auch keine Überraschung, dass Federer gegen Djokovic nie eine Chance haben konnte. So ungefähr wie der FC Basel gegen einen Viertliga Verein das Nachsehen hat. Und überhaupt sollte Federer schleunigst zurücktreten. Sein Anfänger- tennis ist nicht mehr anzuschauen

  • kaka am 22.11.2015 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hana

    Wie kann man RF als Schweizer nicht mögen? Was der alles gewonnen hat! In praktisch jedem anderen Land würde man ihn auf Händen tragen. Ihr seid und bleibt ein Volk welches niemanden die Butter auf dem Brot gönnt.

  • luke am 22.11.2015 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    go roger

    Ich hoffe, fedi gewinnt - der Favorit bleibt leider der djoker (über 2 gewinnsätze liegt ja evtl. Etwas drinn...). Was mich in London stört, ist die langsame unterlage. finde es im allgemeinen bedenklich, dass die Atp die courts immer mehr verlangsamt. Das führt letzlich dazu, dass wir nur noch langweiliges Grundlinien-tennis ala nole zu sehen bekommen...eigentlich schade!

  • Eri am 22.11.2015 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird sicher ein spannendes...

    ....Spiel, dass sich die zwei Jungs heute liefern. Würde den Sieg beiden gönnen. Aber wie heisst es doch so schön - es möge der Bessere gewinnen!

  • Hungi am 22.11.2015 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die 2 besten Spieler

    Das heutige Finale findet zwischen den beiden besten Spieler statt. Hoffentlich können beide auf ihrem hohen Niveau durchspielen bis zum Ende des Matches. Ich wünsche allen viel Spass beim Zusehen.