ATP-Turnier in Dubai

26. Februar 2011 15:29; Akt: 26.02.2011 18:20 Print

Federer lässt sich (fast) kampflos besiegen

Roger Federer gelingt die Revanche gegen Novak Djokovic nicht. Beim 6:3 6:3 dominierte der Serbe Federer ohne Probleme. Die Unterschiede lagen beim Service und beim Siegeshunger.

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Novak Djokovic spielte nicht nur besser als Roger Federer - er zeigte sich auch deutlich siegeshungriger. (Bild: AFP)

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Der Final dauerte bloss 72 Minuten, während denen der Basler fast permanent nicht nur dominiert, sondern phasenweise sogar ausgespielt wurde. Roger Federer bot sich nur eine kleine Chance, der Partie einen anderen Verlauf zu geben: Im zweiten Satz ging der Schweizer nach seinem einzigen Break mit 3:1 in Führung. Novak Djokovic reagierte aber, gewann 20 der nächsten 25 Ballwechsel und beendete die Partie gleich beim ersten Matchball. Bezeichnenderweise unterlief Federer beim letzten Punkt ein unerzwungener Fehler. Ins Spiel des Schweizers hatten sich im Final viel zuviele Fehler eingeschlichen.

«So klar zu verlieren, ist natürlich alles andere als schön», gab Federer unumwunden zu. Insgesamt habe er in Dubai zwar ein gutes Turnier gespielt - aber die Leistung im Endspiel war für Federer natürlich alles andere als befriedigend: «Den Final habe ich nicht gut begonnen und noch viel weniger gut beendet.»

Federer ärgerte sich insbesondere über den zweiten Satz, in dem er mit Verspätung endlich ins Spiel gefunden hatte. Nach der 3:1-Führung lief bei der Nummer 2 der Welt aber plötzlich nichts mehr nach Wunsch. Schon im Halbfinal des Australian Open hatte Federer den zweiten Satz nach einer 5:2-Führung noch mit 5:7 verloren. Diesmal lief es vom 3:1 bis zum 3:6 ähnlich ab. Das Aufschlagspiel beim Stand von 3:2 begann Federer mit einem Doppelfehler, dann folgten zwei unerzwungene Fehler mit der Vorhand, und beim zweiten Breakball verschlug er am Netz einen Schmetterball. Auch das nächste Aufschlagspiel (bei 3:4) ging mit vier unerzwungenen Fehlern, drei mit der Rückhand, rassig verloren. «So viele Fehler darf man sich gegen Novak (Djokovic) nicht erlauben - schon gar nicht, wenn er so stark auftrumpft wie im Final.»

Tatsächlich verdiente sich Djokovic den achten Sieg gegen Federer (8:13 Bilanz), er profitierte nicht nur von den zahlreichen Eigenfehlern des Schweizers. Im ersten Satz brachte Djokovic fast alle ersten Aufschläge ins Feld. Von den längeren Ballwechseln entschied der Serbe die meisten für sich.

Novak Djokovic wird für Federer immer mehr zum Spielverderber. Federer startete mit 14:2 Siegen durchaus stark in die neue Saison; die beiden Niederlagen gegen Djokovic, gegen den er nun fünf Sätze hintereinander verloren hat, stören ihn aber gewaltig. Der erst 23-jährige Serbe hat in diesem Jahr schon rund 1200 Weltranglistenpunkte mehr gewonnen als Federer. Seit dem Masters hat Djokovic inklusive des Davis-Cup-Finals nie mehr verloren und 14 Einzel in Serie gewonnen, was einer persönlichen Bestleistung entspricht.

Das nächste Turnier bestreitet Roger Federer in Indian Wells, Kalifornien (ab 10. März). In der Oase im Llano Estacado werden die Topspieler geschlossen an den Start gehen.

(sda)