Neues Turnier

30. Oktober 2019 10:16; Akt: 30.10.2019 11:19 Print

Federer verzichtet für die Familie auf ATP-Cup

Der Schweizer spielt nicht am neu geschaffenen Turnier. Die Schweiz gehört damit nicht mehr zu den qualifizierten Nationen.

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Gemeinsam mit Henri Laaksonen hätte Roger Federer im Januar in Sydney am ATP-Cup antreten sollen. Das neu geschaffene Turnier gilt als Vorbereitung auf das Australian Open, 24 Nationen nehmen teil. In der Gruppenphase wäre die Schweiz auf Belgien und Grossbritannien getroffen. Wäre. Denn wie am Mittwoch bekannt wurde, verzichtet Federer auf die Teilnahme. Damit rutscht die Schweiz aus dem Feld der 18 bereits qualifizierten Teams.

Wie Federer sagt, hat die Absage auch familiäre Gründe. Nach vielen Diskussionen mit seiner Familie und dem Team habe er entschieden, dass ihm und seinem Tennis zwei Extra-Wochen mit seiner Familie gut tun würden. «Es schmerzt mich, nicht ein Teil des aufregendsten neuen Events des Kalenders zu sein», so Federer gegenüber atpcup.com. Aber es sei die richtige Entscheidung, wenn er noch lange auf der ATP-Tour spielen wolle. Federer hatte erst im September zugesagt.

Federers Verzicht auf Sydney macht angesichts seines gedrängten Spielplans der nächsten Wochen und Monate Sinn und passt zu seiner neuen Schwerpunktsetzung. Als Konsequenz davon muss er 2020 nicht schon am 3. Januar einsatzbereit sein, wenn die Schweiz am ATP-Cup auf Grossbritannien getroffen wäre, sondern erst am 20. Januar, wenn das Australian Open beginnt. Das entlastet sein Vorbereitungsprogramm massiv und gibt ihm auch Zeit für die Familie (für das Schauturnier Ende Dezember in China benötigt er keine grosse Vorbereitung). Dass er deshalb in Melbourne weniger gut vorbereitet sein wird, ist nicht anzunehmen. Federer ist keiner, der viel Matchpraxis braucht, um seine Bestform zu finden. Viel wichtiger ist für ihn eine gute Trainingsphase und mentale Frische – und, eben, dass die Balance zwischen Karriere und Familie stimmt.

Federer ist mit seinem Team an seiner Sitzung zur Standortbesprechung und Detailplanung am Montag offensichtlich zum Schluss gekommen, dass weniger mehr ist, im Hinblick auf eine möglichst lange Fortsetzung seiner Karriere, was auch zum Verzicht auf Paris-Bercy geführt hat. Reglementsgemäss hat er dank seiner Erfolge und Verdienste um das Profitennis alle Freiheiten, und die Weltrangliste ist ihm längst nicht mehr so wichtig. Das lässt ihm die Wahl, seine Karriere so zu gestalten, wie er will, beispielsweise nochmals in Südamerika Schaukämpfe (wie Ende November) zu bestreiten oder erstmals in Südafrika anzutreten (wie am 7. Februar).

In seiner früheren Zu- und jetzigen Absage für den neuen ATP-Cup schwingt aber auch eine Botschaft mit. Im Gegensatz zum reformierten Davis-Cup stellte er sich grundsätzlich hinter den Anlass, der auch mit ihm Werbung machen konnte und über den er positiv sprach. Höchstens am Rand ein Thema dürfte für ihn gewesen sein, dass er in Sydney nicht mit Stan Wawrinka, sondern mit Henri Laaksonen die Schweiz hätte vertreten müssen, da der Westschweizer dann ein Turnier in Doha bestreiten wird. Die Schweiz ist nun in Sydney nicht dabei.

Tennis

(mro/rst)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leo am 30.10.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legitim

    Ist absolut legitim, wenn er seine Kräfte einteilt! Er hat sich nichts mehr zu beweisen. Familie geht vor. Hut ab vor diesem Entscheid!

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  • Markus am 30.10.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Hagelt es jetzt bei Fedi auch kritik?

    Mal abwarten ob jetzt Federer hier auch so kritisiert wird wie unsere Fussballer oder Hockeyspieler die mal absagen...da hagelt es ja oft gerne Kritik. Anyway, da ich bei Fussballern und Hockeyspielern nicht so kritisch bin sehe ich das auch bei Fedi locker, man muss Prioritäten setzen und in seinem Alter ist es durchaus klug und vernünftig, wenn die Familie die Prio Nr. 1 ist und er dadurch halt Turniere auslässt...

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  • chtinu am 30.10.2019 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tokio 2020

    Nächstes Jahr gibts es nur ein Ziel und das heisst Olympia Gold

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D. Nomums am 02.11.2019 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Logik für sich

    Ich kann Federers Logik irgendwie nicht nachvollziehen. Spielt auf Sand, wo er nichts zu bestellen hatte. Jahre zuvor hieß es, er müsse sich schonen. Jetzt in Basel hatte er ein Blitzturnier mit Forfait Sieg und dann macht er um Paris einen Bogen?! Ich denke, da wird der Rücken wieder gezwickt haben.

    • Morgeli am 03.11.2019 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D. Nomums

      Grund 1: Zverev zum ATP Finale nicht im Wege stehen. ATP Cup vs. Hopeman Cup - war da nicht was mit Piquet? Der einzige Weg dass ihn Nadal in GSs nicht überholt, ist gegen ihn zu gewinnen. Er ist halt hinterlistig und niederträchtig. Das sind die wahren Gründe.

    • Jakob 1. am 05.11.2019 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Morgeli

      Wie bösartig und unverschämt ist das denn?!!!

    • Morgeli am 06.11.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jakob 1.

      Die Wahrheit kann schmerzen.

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  • rhzh am 01.11.2019 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doch kein Schweizer

    Und schon wieder tut er es.. Immer wen es um die Schweiz geht, muss er passen. Oh sorry, er ist ja südafrikaner..

  • Swiss lady am 31.10.2019 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Jaja, Federer darf alles, jeder findet eine tolle Erklärung dazu. Wie hätte es wohl getönt, hätte Stan das selbe getan? Peinliche Fans

  • walter45 am 31.10.2019 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Federer kann machen was er will. Einmal meckern die einen, beim nächsten Mal die anderen.

  • Blasius am 31.10.2019 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut

    Gut so Roger immerhin stehst Du im 39. Lebensjahr; bald bist Du ein angebrochener 50er!