10. Titel in Basel

27. Oktober 2019 14:57; Akt: 30.10.2019 18:43 Print

Federer zu Tränen gerührt

von Simon Graf - Der Maestro deklassiert im Basler Final Alex de Minaur (6:2, 6:2) in 68 Minuten. Doch Routine ist sein zehnter Titel für ihn nicht – bei seiner Platzrede überkommen ihn die Emotionen.

Mit diesem Punkt gewinnt Federer zum 10. Mal die Swiss Indoors. (Quelle: SRF)
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«Jetzt hast du Wimbledon gewonnen, das ein ziemlich gutes Turnier ist», sagte der legendäre US-Tennisreporter Bud Collins am 7. Juli 2003, einem Tag für die Schweizer Sporthistorie, zu Roger Federer. «Aber wann gewinnst du endlich Basel?» Die anderen Journalisten brachen in Gelächter aus, auch Federer schmunzelte und sagte: «Wer weiss, vielleicht dieses Jahr.»

Doch es sollte wieder nicht sein. Der Baselbieter, der vor seiner Haustüre schon zwei tränenreiche Finals verloren hatte (2000, 01), scheiterte in jenem Jahr im Achtelfinal an Ivan Ljubicic, seinem heutigen Coach. Er musste 25 werden, ehe er 2006 erstmals auch an den Swiss Indoors triumphierte. Im Final gegen «El Bombardero» Fernando Gonzalez. Doch seitdem hat er nicht mehr aufgehört, in Basel Titel zu sammeln.

Seit 2013 in Basel unbesiegt

Im Final gegen den jungen Australier Alex de Minaur (ATP 28) stürmte er nun in nur gerade 68 Minuten zu seinem zehnten Heimsieg. So oft hat er nur noch am Rasenturnier in Halle gewonnen. Inzwischen ist er in der St. Jakobshalle seit 24 Partien unbesiegt. Der Letzte, dem das Kunststück gelang, ihn vor seinem Heimpublikum zu schlagen, war Juan Martin Del Potro im Endspiel 2013.

Der flinke de Minaur ist so ziemlich das Gegenteil des wuchtig spielenden Hünen Del Potro. Und der 20-Jährige wirkte in seinem ersten Duell gegen Federer nach einem ansprechenden Start bald einmal ziemlich verloren auf dem Court. Seine grossen Stärken sind seine Schnelligkeit und seine Fähigkeit, den Ball im Spiel zu halten. Doch Federer zeigte De Minaur von Beginn weg, dass er keine grosse Lust hat auf längere Ballwechsel, setzte ihn konsequent unter Druck.

Eindrückliche Selbstverständlichkeit

Nach seinem ersten Break zum 3:1 im Startsatz blickte Federer nicht mehr zurück. Er nahm de Minaur insgesamt viermal den Aufschlag ab und liess selber keinen Breakball zu. Das 6:2, 6:2 spiegelte seine Überlegenheit gut. Wie schon die ganze Woche spielte er mit einer eindrücklichen Selbstverständlichkeit. Es war ein ganz anderer Weg zum Titel als 2018, als er sich mit Mühe von Runde zu Runde geschleppt hatte, die Zuschauer lange leiden liess.

Die offzielle Bestätigung steht noch aus, doch dies dürfte der Turniersieg sein, für den Federer am wenigsten lange auf dem Court ausharren musste. Nur gerade 4 Stunden und 23 Minuten brauchte er für seine vier Siege, im Viertelfinal profitierte er ja vom Forfait Stan Wawrinkas (Rücken). Man könnte es auch so sagen: Mit 38 ist Federer so schnell wie noch nie.

Am Ende fliessen die Tränen

«Ich hoffte, Roger würde es verleiden, hier zu gewinnen», witzelte Finalverlierer de Minaur nach der Lehrstunde. «Aber das war leider nicht der Fall.» Von einem goldenen Konfettiregen verweht, dankte Federer danach allen, die es möglich machen würden, dass er weiter so gut spiele. «Ich hätte nie gedacht, dass ich hier zehnmal gewinnen würde», sagte er. «Ja ich hätte nicht gedacht, dass ich hier einmal gewinnen würde. Darum ist es ganz, ganz speziell.» Dann flossen bei ihm die Tränen – und mit ihm weinten viele auf den Rängen vor Rührung.

Federer kann die Tränen nicht zurückhalten. (Bild: Keystone)

Und vielleicht schaute der 2016 verstorbene Bud Collins ja von oben herab und lächelte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lehrer am 27.10.2019 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Zeichen der Intelligenz

    Die negativen Kommentare zeigen nichts anderes als das viele Schreiber nicht gerade die Intelligentesten sind.Gratuliere Roger.

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  • Marco Borer am 27.10.2019 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Gratulation! Es gibt nichts besseres als Roger Federer!

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  • H. Friedli am 27.10.2019 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Grossartig King Roger the first

    Grossartig, gratuliere dem 1.Tenniskönig Roger Federer ganz herzlich. Einfach unbeschreiblich was der King serviert, super!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beni Gismo am 02.11.2019 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    King RAFA

    Oh wow der Fedi gewinnt sein Grümpelturnier und heult.. wow hut ab! Er soll doch künftig King Rafa's tennistasche tragen, für das sollte die heulsuse noch genug qualifiziert sein...

  • Realist am 28.10.2019 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder....

    ....ein geschenkter Sieg. Und wenns auch nur ein nichtssagendes Turnier wie die SwissIndoors ist. Fair ist es trotzdem nicht!

    • TennisSport am 28.10.2019 23:54 Report Diesen Beitrag melden

      Den Kommentar können Sie sich schenken

      @ Realist Kein Turnier ist geschenkt. Dass sie keine Ahnung von Tennis haben, beweisen sie bei jedem ihrer wiederkehrenden, dummen und nichts sagenden Kommentaren. Und was verstehen Sie von Fairness, gar nichts, denn auch ihre Kommentare sind weit davon entfernt.

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  • Carlo S. am 28.10.2019 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Roger Federer ein wahrer Gentleman!

    Roger Federer gwinnt sein Lieblingsturnier zum 10 Mal, zeigt Emotionen und das find ich gut. Der beste Tennisspieler der Geschichte hat dem jungen aufstrebenden Alex de Minaur seine Grenzen aufgezeigt. Es war eine erfolgreiche Woche für ihn sein Focus liegt jetzt auf den World Tour Finals in London das er schon sechs Mal gewonnen hat.

  • wladimir am 28.10.2019 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Boese zungen muncheln das mann auch im tennis partie kaufen kann.Ich weiss nicht.

    • Besserwisser am 28.10.2019 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @wladimir

      Und warum erwähnst du es, wenn du es schon nicht weisst?

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  • Na ja, ein bisschen am 28.10.2019 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sarkasmus darf es sein

    Sogar das Wetter zeigt sich heute solidarisch mit Federer, heult in strömen. :)