Laver-Cup

18. September 2019 14:28; Akt: 18.09.2019 15:13 Print

Federers Applaus und McEnroes Kampfansage

von René Stauffer, Genf - In Genf wurden am Mittwoch die Spieler des Laver-Cups vorgestellt. Der Schweizer stand dabei im Mittelpunkt.

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Ready für die Präsentation? Noch nicht ganz. Zum Glück kann sich Stefanos Tsitsipas auf seinen Teamcaptain Björn Borg verlassen. Dieser sorgt für den letzten Schliff am Griechen. Unter den wachsamen Augen Fabio Fogninis. Ob der Italiener auch Hilfe in Anspruch nehmen muss? Ja, tatsächlich. Aber er sucht sie sich bei jemand anderem: Roger Federer feilt am Anzug der Weltnummer 11. «Halt, nicht anfassen, Rafa! Jetzt wo es Roger so schön hingekriegt hat.» Wirkt noch nicht sehr glücklich, als er sich von einer Menschenmenge umzingelt sieht: Nick Kyrgios. Er ist Mitglied des Team World, das am kommenden Wochenende Federer, Fognini, Tsitsipas & Co. fordert. Auf der Bühne heitert sich Kyrgios' Miene doch deutlich auf. Gemeinsam mit Jack Sock verzückt er die Zuschauer mit einem Tänzchen. Denis Shapovalov beobachtet still. Der Namensgeber ist natürlich auch da: Rod Laver lässt sich vom Publikum feiern, Federer freut sich gemeinsam mit Kollege Rafael Nadal und John McEnroe, dem Captain des gegnerischen Teams. John McEnroe mit seinem Vizecaptain und Bruder Patrick McEnroe. Ihr Team sei gekommen, um den Laver-Cup zu gewinnen, verkündet der ältere McEnroe-Bruder John. Nadal und Federer werfen Bälle in die Menge. Ganz offensichtlich in verschiedene Richtungen. Das Team Europe in voller Pracht: Stefanos Tsitsipas, Fabio Fognini, Rafael Nadal, Captain Björn Borg, Roger Federer, Dominic Thiem und Alexander Zverev (von links) sind dabei. Sechs Spieler, alle befinden sie sich unter den besten Elf der Welt. Bei einer solchen Zusammenkunft an Top-Spielern darf ein Selfie natürlich auch nicht fehlen. Und gegen dieses Team tritt Federers Clique an, das Team World, bestehend aus John Isner, Taylor Fritz, Denis Shapovalov, Captain John McEnroe, Jack Sock, Nick Kyrgios und Milos Raonic. Keiner von befindet sich momentan unter den Top-10 der Welt. Der bestklassierte ist der US-Amerikaner Isner auf Rang 20. Die Rollen sind also klar verteilt. Vielleicht freut sich Stefanos Tsitsipas ja darum so sehr auf das Turnier. Der Grieche gehört schliesslich zum Favoritenteam.

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Der alte Queen-Hit «Don't stop me now» dröhnt in Endlosschleife aus den Lautsprechern vor dem ehrwürdigen Palais Eynard. Die Botschaft ist einfach zu verstehen: Das Team Europa, die Gastgeber, soll sich auch diesmal nicht bremsen lassen vom Team World, an diesem 3. Laver-Cup, zu dem hier je sechs der besten Spieler Europas und des Rests der Welt zusammengekommen sind.

Um 12.06 treffen die Limousinen der Equipe von John McEnroe ein, am Rand der Genfer Altstadt, wo sich hunderte von Fans in einem Park versammelt haben. Kurz darauf wird der 81-jährige Rod Laver vorgefahren, schliesslich auch die Europäer, bei denen Roger Federer und Rafael Nadal die grössten Ovationen erhalten. Die offizielle Begrüssung der Teams in der Stadt wird von einem euphorischen Moderator angeheizt, der das Wort «unglaublich» strapaziert und immer wieder auf die Einmaligkeit dieses Zusammentreffens von Stars hinweist. «Die ganze Welt schaut nach Genf», übertreibt er.

Der Star des gegnerischen Teams ist sein Captain, John McEnroe, der eine dunkle Sonnenbrille trägt. Und der oben auf der Terrasse den Fans gleich einmal erklärt, dass sein Team gekommen sei, um erstmals den Laver-Cup zu gewinnen. «Wir waren in den letzten beiden Jahren so nahe am Sieg, dass wir jetzt auch noch die letzte Hürde nehmen wollen.» Gleich vier Partien hätten sie 2018 nach vergebenen Matchbällen verloren, ruft der New Yorker in Erinnerung. «Wenn wir zwei von ihnen gewonnen hätten, wären wir die Sieger gewesen.»

Nadal und die grossartigen Gefühle

Europa-Captain Björn Borg, einst auch McEnroes grosser Widersacher auf dem Court, kontert aus einer Situation der Stärke: «Die Titelverteidigung wird schwierig, denn wir stehen einem grossen Team gegenüber», sagt er, und es tönt gönnerisch. Rafael Nadal fehlte 2018 in Chicago, war aber bei der Premiere 2017 in Prag dabei. «Es ist eine Freude, hier zu sein», wendet er sich ans Publikum. «Vor zwei Jahren erlebte ich dort die grossartigsten Gefühle.»

Im Mittelpunkt steht auch hier Roger Federer. «Das wird für mich eine der Wochen, an die ich mich immer erinnern werde», sagt er. Er gehe davon aus, dass die Partien hart umkämpft sein und viele Emotionen hervorrufen würden. «Wir sind hier, um zu gewinnen, aber es dürfte sehr umkämpft werden.» Vorerst aber sei er einfach froh, dass alle gekommen sind, die erwartet wurden. «Und alle freuen sich, hier zu sein.»

Für Team Europa steht am Mittwochabend noch das gemeinsame Essen auf dem Programm, am Donnerstag folgt das öffentliche Training am Nachmittag sowie der Galaabend. Gespielt wird von Freitag bis Sonntag, wobei täglich vier Partien anstehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Raydayana am 18.09.2019 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freue mich riesig darauf

    Vielen Dank Roger Federer das Sie den Laver Cup in die Schweiz gebracht haben mit dem ganzen Team. Hoffe ihr gewinnt das turnier.

  • Laver Cup am 18.09.2019 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne Stan Wawrinka?

    Wieso ist Stan Wawrinka, der 3fache Grand Slam Sieger aus dem Welschland nicht dabei? Was ist da los?

  • Allschwiler am 18.09.2019 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Tennis und die Macht des Geldes

    Ich frage mich, und bin sicher nicht der einzige, weshalb man das Turnier ins Leben gerufen hat. Hätte man als Hommage an Rod Laver tun können aber als Showturnier und nicht als Millionenturnier wie einige andere auch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Punch am 19.09.2019 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Face

    RF sieht gut aus. Ich trage dieselbe Maske, wenn ich an Halloweenparties gehe.

  • Rita am 19.09.2019 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Übrigens: Alle Spiele live auf TV24!

  • Laver Cup am 18.09.2019 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne Stan Wawrinka?

    Wieso ist Stan Wawrinka, der 3fache Grand Slam Sieger aus dem Welschland nicht dabei? Was ist da los?

  • Herr Max Bünzli am 18.09.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    bekommt nun Herr Federer schon Applaus wenn er den Schläger schwingt?

  • Raydayana am 18.09.2019 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freue mich riesig darauf

    Vielen Dank Roger Federer das Sie den Laver Cup in die Schweiz gebracht haben mit dem ganzen Team. Hoffe ihr gewinnt das turnier.