Australian Open

26. Januar 2020 11:55; Akt: 26.01.2020 15:39 Print

Die Müdigkeit aus den Beinen gespielt

Roger Federer gewinnt nach holprigem Beginn souverän in vier Sätzen gegen Marton Fucsovics und steht im Viertelfinal des Australian Open.

Roger Federer zieht ins Viertelfinal ein (Quelle: SRF)
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Nicht ganz 48 Stunden hatte Roger Federer gehabt, um seine Batterien nach dem körperlich wie emotional anstrengenden Vierstunden-Marathon gegen John Millman wieder aufzuladen. Den Fünfsätzer gegen den australischen Dauerläufer hatte er am Anfang offensichtlich noch nicht ganz weggesteckt: Gegen Fucsovics, gegen den er vorher in beiden Duellen ohne Satzverlust geblieben war, geriet er früh in Rücklage, und musste nach etwas mehr als einer halben Stunde erneut einem Satzverlust hinterherlaufen.

Anschliessend entwickelte sich die Partie aber ganz anders: Federer vermochte gegen seinen gelegentlichen Trainingspartner die Kadenz deutlich zu erhöhen, und war von da an absolut ungefährdet, so wie man es erwartet hatte. Seine Leistung war beeindruckend, in erster Linie beim Netzspiel und bei den Challenges, die er alle gewann. Nicht ganz so stark war für einmal sein Aufschlag. «Es war ein schwieriger Start, Marton spielte sauber und ich hatte im Millman-Spiel den Rhythmus etwas verloren. Der gute Start in den zweiten Satz hat mir dann geholfen», analysierte Federer.

Der nächste Rekord

Er habe sich gut erholt vom Marathon-Spiel gegen den Australier, sagte er: «Und das wird jeden Tag noch besser.» Anschliessend wandte er sich kurz vor Schluss des Nationalfeiertags an die einheimischen Fans und weckte Hoffnungen : «Happy Australia Day, geniesst den Abend noch und ich hoffe, dass wir uns nächstes Jahr am Australia Day wieder sehen.»

Federer steht damit zum 15. Mal in Melbourne in der Runde der letzten Acht und hat damit eine weitere Bestmarke aufgestellt. Bis anhin teilte er sich den Rekord mit der australischen Legende John Newcombe, dem das Kunststück allerdings zu einer Zeit gelang, als noch längst nicht alle Topspieler jedes Jahr nach Ozeanien reisten. Mit dem Sieg wird er auch in der Weltrangliste im Minimum 180 Punkte dazu gewinnen. Er ist nun schon eine Runde weiter als 2019, als er Stefanos Tsitsipas am mittleren Sonntag völlig überraschend unterlegen war.

«Er konnte ja nicht Baseball-Profi werden»

Nächster Gegner ist am Mittwoch Tennys Sandgren (ATP 100). Der Amerikaner eliminierte leicht überraschend den als Nummer 12 gesetzten Italiener Fabio Fognini und steht damit zum zweiten Mal im Melbourne-Viertelfinal. Auf dem Weg dorthin hatte er 2018 unter anderem Stan Wawrinka und Dominic Thiem bezwungen. Gegen Sandgren hat Federer noch nie gespielt.

Anschliessend war Federer noch zum Scherzen aufgelegt, als ihn John McEnroe darauf ansprach, dass sein nächster Gegner den besten Vornamen in der Tennisgeschichte habe: «Mit diesem Vornamen konnte er ja nicht Baseballprofi werden. Ich habe in meinem Leben schon viel Tennis gespielt, aber noch nie gegen Tennys. Das ist ja unwirklich.»

Tennis

(mke)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hugo am 26.01.2020 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Denkt mal nach

    Menschen die in ihrem Leben schon etwas geleistet haben, haben gar keine Zeit, immer über andere zu lästern. Einige von euch sollten wirklich mal über ihr eigenes Leben nachdenken

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  • TheOnlyOne am 26.01.2020 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    RF gebührt Respekt

    Auf keiner Plattform gibt es pietätlosere Kommentare zu lesen wie hier. Wer RF und seine Leistungen nicht respektieren kann, der hat im Leben nichts erreicht und wird es auch nie. Bedenklich wieviele Neider sich hier aufhalten..arme CH..

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  • Mike M am 26.01.2020 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Federer's Gegner

    Erstens wird das ausgelost, allerdings so dass keine zwei Top 16 Spieler vor Runde 4 aufeinandertreffen können, daher hatte - logischerweise, und gleich wie Nadal und Djokovic auch - Federer in den ersten 3 Runden keine Top 16 Gegner... Zweitens ist es nicht Federerer's Problem das sein ausgeloster theoretischer Top 16 Gegner (Shapovalev, Nr. 13 Seed) heute nicht gegen ihn spielt da er gegen Fucsovics verloren hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • lawandorder am 28.01.2020 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bevor man...

    Federli noch in die Wolken hebt, sollte der eingebildete RF einmal in sich gehen und überlegen, warum er in den bisherigen und zukünftigen Schweizer-Domizilen mit den Nachbarn überall aneckt. Dazu wären allerdings die Voraussetzungen Anstand, Empathie und Fairness angesagt. Nur dazu fehlt Federer schlicht und einfach das Einsehen das er glaubt, mit einem Berg von Kohlen zu kompensieren. Falsch gedacht Fedi...

    • Jangdebang am 28.01.2020 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lawandorder

      Genau, gleiches und ähnliches brennen mir schon lange auf der Zunge. Well done...

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  • Ed von Schleck am 28.01.2020 02:22 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück Tennys

    Ich drücke dir heute die Daumen Tennys, damit du gutes Tennis spielst. Pass auf, der Typ auf der anderen Seite ist Kamikaze Roger, erkennt man am Stirnband, der rennt mal gerne via Edberg ans Netz. Also immer schön lang bleiben in den Ballwechseln und den gesamten Court nutzen und dann spielst du am Donnerstag gegen Nole.

  • Nadal Kielp am 27.01.2020 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ui, Federer in der Sonne...

    Ob das ein gutes Omen ist?! Federer muss gegen Sandgren gegen Mittag ran. Wird das gutgehen?!

  • Ein Kritiker am 27.01.2020 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Oldie but Goldie

    Was auffällt, Federer hat sehr oft ziemlich einfache Gegner zugelost bekommen. Wenn ich mir mal dieses Turnier angucke, hat Federer bis auf Djokovic nur leichte ihm liegende Spieler gehabt. Nadal, Nr. 1 der Welt, hat mit Kyrgios, Thiem, Zverev/Wawrinka mehr als nur Hochkaräter, das sind schon harte Brocken. Das hat Nadal ziemlich oft, während Federer sich durch die Turniere chillt. Ob da alles mit rechten Dingen zugeht oder ob da jemand seine Hand im Spiel hat, wir werden es nie erfahren. Hat Federer mal solche Gegner, geht er früh baden. Zuletzt in London der Tsitsipas...

    • Besserwisser am 28.01.2020 01:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ein Kritiker

      Beschwer sich Nadal? Nein. Beschwert sich Djkovic? Nein. Die einzigen, die etwas zu meckern haben sind ein paar ver(w)irrte Schweizer/innen. Ausserdem ist dein Kommentar völlig faktenfrei.

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  • Gregor Usupator am 27.01.2020 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Headline vom Donnerstag

    Federer schielte bereits gierig auf Titel Nr. 21. Hatte er bis ins Halbfinale doch nur Gegner, die leider nicht wussten, wie herum man das Racket halten sollte. Doch dann kam er, der GoaT GS Dominator, Djokovic. Der seit 2012 alle Begegnungen an einem GS Turnier gegen Federer gewann, selbst in dessen Wohnzimmer in Wimbledon. Auch in diesem Halbfinale in Australien, gab es für den Baselbieter Fliegenfänger wenig zu bestellen. Seine Mätzchen am Netz und sein gutes Service konnten ihn nicht vor der Niederlage bewahren. So träumt Federer weiterhin vom alleinigen GS Rekord, der gewaltig wackelt.

    • Most Wanted am 27.01.2020 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gregor Usupator

      Hey Professional, gibt's dich auch noch? Nicht, dass ich dich vermisst hätte, aber jetzt merke ich gerade, dass ich schon lange nichts mehr von dir gelesen habe. Na, Federer-Traume immer noch nicht überwunden?

    • Gregor Usupator am 27.01.2020 20:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Most Wanted

      Wo genau soll das Federer-Trauma gewesen sein?! Außer Miami 2019 hat er nur drittklassige Turniere gewonnen. Er rennt der Elite nur noch hinterher und versucht krampfhaft seine GS Rekorde zu sichern, was ihm nicht mehr lange gelingen wird. Er holt keinen GS Titel mehr. Nach Donnerstag wirst auch du das einsehen.

    • Most Wanted am 27.01.2020 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gregor Usupator

      Jetzt bin ich doch etwas enttäuscht. Doch nicht der Professional. Der Professional schreibt nie zurück. Ich persönlich muss gar nichts einsehen. Wenn er verliert, dann verliert er halt. Am Schluss gewinnt genau einer. Und soviel ich weiss, ist er immer noch unter den Top 10. Und solange das so ist, macht er nichts falsch. Grand Slam (was übrigens ein Major ist und und kein Grand Slam) hin oder her. Und wo das Trauma ist? Ganz einfach; ihr könnt einfach nicht akzeptieren, dass er immer noch auf diesem Niveau spielt. Er gewinnt nicht mehr so oft und auch nicht mehr ganz so unwiderstehlich wie früher, aber eben - er gehört aktuell zu den besten drei. Und das macht euch gehörig Mühe.

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