Betreibungsverfahren

29. März 2011 14:25; Akt: 29.03.2011 14:42 Print

Grosser Schuldenberg für Patty Schnyder

Hat Patty Schnyder Geldsorgen? Der 32-jährigen Tennisspielerin sollen Betreibungen in Höhe von fast 380 000 Franken ins Haus stehen.

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380 000 Franken Schulden: Hinter Patty Schnyder sind die Gläubiger her. (Bild: Keystone)

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Der «Blick» berichtet, dass sich die ehemalige Top-10-Spielerin im Schuldensumpf befindet. Tatsächlich stehen im Betreibungsregister gegen Patty Schnyder (Hofmann) 13 Posten, von denen sie mittlerweile erst einen (in der Höhe von 1408.88 Franken) beglichen hat. Noch immer schuldet sie diversen Gläubigern - vornehmlich Banken, Kreditkartenfirmen, Treuhandgesellschaften und der Steuerverwaltung - 377 851.98 Franken. Die Forderungen sind zum Teil über zwei Jahre alt. Allerdings hat Patty Schnyder gegen diese Forderungen Rechtsvorschlag erhoben. Das heisst: Sie stellt die Rechtmässigkeit der Forderungen in Frage.

Patty Schnyder streitet den Sachverhalt nicht ab. In einer Stellungnahme gegenüber dem «Blick» verweist sie auf ein laufendes Ermittlungsverfahren. Die Positionen seien aufgrund einer Unterschlagung und mehreren Urkundenfälschungen entstanden. Strafrechtliche und zivilrechtliche Schritte gegenüber dem ehemaligen Treuhänder würden laufen.

Schnyders Probleme mit «Vertrauenspersonen»

Was ist von all dem zu halten? Es darf angenommen werden, dass Patty Schnyder durchaus noch über finanzielle Mittel verfügt. Sie hat in ihrer Tenniskarriere brutto zehn Millionen Franken allein an Preisgeldern verdient. Aus dem Sponsoring generierte Schnyder ebenfalls gutes Geld, wenn auch sicher nicht in Höhe von Multimillionen, da sie während ihrer ganzen Karriere im Schatten anderer Schweizer Tennisspieler stand (Roger Federer, Martina Hingis, Marc Rosset). Das Imperium Schnyder verfügt über Immobilien: eine Dachwohnung in Bäch, ein Ferienhaus in Isenbüttel (De) und offenbar ein Acht-Zimmer-Haus mit 450 Quadratmetern Wohnfläche in Berlin-Charlottenburg. Ausserdem leistet sich die Firma Schnyder ein Büro in Pfäffikon.

Dennoch kommen die neusten Negativschlagzeilen um Patty Schnyder für die Tenniswelt nicht überraschend. Immer wieder begegnete die ehemalige Top-10-Spielerin obskuren Figuren. Das begann in den späten Neunzigerjahren mit der Romanze mit Wunderheiler (und Hochstapler) Rainer Harnecker. Seit fast zehn Jahren ist ausserdem Schnyders Verhältnis zu den Eltern gestört; es gibt eigentlich keinen Kontakt mehr.

Selbst für «Betreibungssumpf» verantwortlich

Auch beim Familienstreit ging es vor allem um Geld. Patty Schnyder hatte vor neun Jahren den Vater beschuldigt, ihr Geld unterschlagen zu haben. Auch ihr Ehemann Rainer Hofmann, ein ehemaliger Wirtschaftsdetektiv, der während der «Affäre Harnecker» auf dem Plan erschien, kommt vielen nicht geheuer vor. Der 43-Jährige wurde 2002 vom Amtsgericht Frankfurt wegen mehrfachen Betrugs, Urkundenfälschung und Veruntreuung zu 18 Monaten bedingt bei einer Bewährungszeit von drei Jahren verurteilt. Die Deliktsumme betrug über eine Million Franken. Das Gericht attestierte Hofmann damals «ein erhebliches kriminelles Verhalten».

Für den aktuellen «Betreibungssumpf» muss Patty Schnyder aber vorerst selber die Verantwortung übernehmen. Denn wie sagte sie doch vor Jahren in einer ihrer mittlerweile zahlreichen Gegendarstellungen in Schweizer Medien: «Die Behauptung, dass ich mich kaum um meine geschäftlichen Belange kümmern würde, ist falsch. Richtig ist vielmehr, dass ich mich selber um meine geschäftlichen Angelegenheiten kümmere und Herr Rainer Hofmann mich dabei unterstützt.»

(sda)