Tennis-Liebespaar

30. Juli 2019 12:42; Akt: 30.07.2019 12:42 Print

Handshake? Hier gibts einen Kuss nach der Partie

Sie wollten nie gegeneinander spielen, in Karlsruhe kam es nun zur Premiere: Tennisprofi Alison Van Uytvanck besiegte ihre Lebensgefährtin Greet Minnen.

Handshake der intimeren Art: Alison Van Uytvanck und Greet Minnen. (Video: Twitter)
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Normalerweise geben sich Tennisspielerinnen nach dem letzten Punkt am Netz die Hand. Mal kühl, mal herzlich, mal umarmen sie sich kurz oder küssen sich auf die Wange, je nach Spielverlauf oder Verhältnis zueinander. Am Turnier in Karlsruhe hingegen kam es zu einer Szene, die nicht alltäglich ist.

Alison Van Uytvanck (25) und Greet Minnen (21) schritten nach ihrem Erstrundenmatch über den Platz, trafen sich in der Mitte, hielten sich ein paar Sekunden innig fest und drückten sich einen Kuss auf die Lippen.

«Krasse Nummer» wird Realität

Zuvor hatten die Belgierinnen das tun müssen, was sie nie wollten: gegeneinander spielen. Denn die beiden sind seit Anfang 2016 ein Paar. Kürzlich hatte Van Uytvanck gesagt: «Es wäre schon sehr komisch, gegen Greet zu spielen. Wir hatten diese Situation noch nie – und eigentlich will ich auch gar nicht drüber nachdenken.» Und dachte dennoch darüber nach. «Wir sprechen immer mehr darüber, weil es anscheinend näher rückt. Es wäre eine sehr krasse Nummer, aber wenn es so sein muss, muss es so sein.»

Die Prominentere der beiden – Van Uytvanck erreichte 2015 den French-Open-Viertelfinal und scheiterte an Timea Bacsinszky – hatte sich im März 2018 geoutet und im belgischen Fernsehen über ihre Beziehung zu Minnen geredet («Niemand muss uns verurteilen, weil wir lesbisch sind. Es ist keine Krankheit.»). Seither nutzt sie die Tennisbühne auch, um ihre Anliegen an die Öffentlichkeit zu tragen. Während Wimbledon sagte Van Uytvanck dem «Guardian», sie hoffe auf mehr Coming-outs. «Es würde es einfacher machen, homosexuell zu sein.»

Den sportlichen Wettstreit gegen ihre 58 Plätze schlechter klassierte Partnerin, mit der sie jeweils Doppel spielt, gewann die Weltnummer 65 übrigens 6:4, 1:6, 6:1.

Tennis


(kai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kein Tennisfan am 30.07.2019 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Schöne Geschichte! den beiden alles Gute für die Zukunft.

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  • Hetero Papi am 30.07.2019 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wehret den Anfängen

    Also ja, es braucht es! Fanatische Religionen und rechte Gruppierungen haben genug Zulauf. Also ist es wichtig zu zeigen, dass es bei uns normal ist, wenn sich zwei küssen, egal welchen Geschlechts. Und es war ja nur ein kleiner Kuss und kein Geknutsche. Also Jugendfrei, dürfen auch meine Kinder schauen.

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  • P.Freddy am 30.07.2019 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Härzig

    Also so oder so eine win-win Situation ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Indigo5 am 30.07.2019 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe ist Liebe

    Warum wird heutzutage immernoch so ein riesen Ding daraus gemacht? Bei Heteropaaren wird das auch nicht gemacht, macht doch keinen Unterschied? Homosexualität gab es übrigends schon immer, das ist nichts Neues.

  • MTossi am 30.07.2019 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulationen

    Super, viel Glück den beiden und das nicht nur im sportlichen Sinn

  • NachDenker am 30.07.2019 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn über Normales abnormal berichtet wird

    Alle sprechen davon wie normal das doch sei. Dennoch lassen sich die Medien immer wieder auf Berichte über solche "Normalitäten" ein. Es ist offensichtlich so normal, dass Sven während einer Sendung den Überraschten spielt, als ihm sein schwuler Freund einen Heiratsantrag machte. Lasst doch die Leute einfach so sein wie sie wollen, dazu braucht es weder Berichte noch ist die zur Schaustellung von sexueller Neigung während einer Tanzshow der Sache dienlich.

  • Theo Vorbrunnen am 30.07.2019 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So nicht

    Lesben, Schwule und andere, eben nicht der normalen Gesellschaft entsprechende Gruppen wurden früher oft diskriminiert und schlecht behandelt. Dies ist zum Glück in weiten Bereichen Vergangenheit. Was (und vorallem wie) derzeit gegen oder für gewisse Dinge rebelliert, penetrant gefordert und kritisiert wird, ist kontraproduktiv. Um Frauenliebe zu akzeptieren, braucht es keine solche Aktionen. Auch keine lesbisch-agressive USA-Fussballerin.

  • a.l am 30.07.2019 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    liebe

    toll was die beiden machen !!! liebe wer immer du lieben willst und sei glücklich. und ja, es sollte das nomalste der welt sein. basta.