«Habe alles getan, was ich konnte»

11. Januar 2019 06:20; Akt: 11.01.2019 10:54 Print

Murray spricht unter Tränen vom Rücktritt

von René Stauffer, Melbourne - Das Australian Open könnte für den zweifachen Olympiasieger zum letzten Turnier werden. Die Hüftschmerzen sind zu stark.

Schon das Australian Open könnte für den zweifachen Olympiasieger Andy Murray zum letzten Turnier werden. Die Hüftschmerzen sind zu stark. (Video: Reuters)
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Was eine normale Medienkonferenz vor dem Australian Open hätte werden sollen, entwickelte sich am Freitagmorgen zum Drama. Schon auf die Eingangsfrage, wie es ihm gehe, versteckte sich der Schotte Andy Murray in Melbourne unter seinem Hut, begann zu beben und verliess mit dem Hinweis, «ich fühle mich nicht gut», den Interviewraum. Fünf Minuten später kam der zweifache Wimbledon- und Olympiasieger zurück und sprach, so schwer es ihm auch fiel, vom aussichtslosen Kampf, in dem er sich befindet.

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Keinen hätte es überrascht, hätte der 31-jährige Brite jetzt schon den Rücktritt angekündigt. Dieses Turnier will er noch spielen, doch auf die Frage, ob es sein letztes sein könnte, sagte er: «Ja, diese Chance besteht.» Der fünffache Finalverlierer von Melbourne trifft zum Auftakt gleich auf den Spanier Roberto Bautista Agut, den Sieger von Doha.

«Ich brauche einen Endpunkt»

Murray leidet seit Jahren an Hüftproblemen. Diese akzentuierten sich nach einem Halbfinal 2017 in Paris, den er gegen Stan Wawrinka in fünf Sätzen verlor. «Seit etwa zwanzig Monaten quäle ich mich mit Schmerzen herum», erzählt er. «Dabei habe ich alles getan, was ich tun konnte, um die Hüfte zu verbessern. Zwar geht es mir besser als vor sechs Monaten, aber die Schmerzen sind immer noch da.» Seit der erwähnten Niederlage gegen Wawrinka hat Murray nur noch neun Turniere bestritten, momentan findet er sich noch auf Rang 230 der Weltrangliste.

Vor einem Jahr hatte der Vater zweier Mädchen die rechte Hüfte in Melbourne operiert, die Schmerzen aber blieben. «Ich kann zwar spielen – aber nicht auf einem Niveau, das mich befriedigt. Der Schmerz ist zu stark, auch im Training und während der Partien. So will ich nicht weitermachen, so macht es keinen Spass. Deshalb sagte ich im Herbst zu meinem Team: Ich brauche einen Endpunkt.»

Hüfte beeinträchtigt auch im Alltag

Eigentlich habe er gehofft, dass er 2019 noch bis Wimbledon durchspielen können, «aber ich bin nicht sicher, dass ich mit diesen Schmerzen noch drei, vier Monate weitermache». Die Hüfte beeinträchtigt ihn nicht nur beim Sport, sondern auch im Alltag: Es wäre schön, wenn er nur schon wieder schmerzfrei Socken oder Schuhe anziehen könnte, gibt der 45-fache Turniersieger zu, der 41 Wochen lang die Nummer 1 war.

Wahrscheinlich sei, dass er sich zu einer zweiten, komplizierten Operation durchringen werde, sagte Murray. «Aber ein Comeback danach wäre nicht realistisch. Es ginge mir mehr darum, den Alltag etwas erträglicher zu gestalten.» Die Hüfte und die Schmerzen seien das dominierende Thema, von allen werde er darauf angesprochen, und das mache die Lage noch schlimmer, sagt er. Auch psychologische Hilfe bringe ihm nichts: «Die Schmerzen gehen dadurch nicht weg.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sch.Thinker am 11.01.2019 05:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das tut mir sehr leid für Murray.

    ein ganz grosser Tennisspieler muss ein schmerzhaftes Schiksal erleiden. Ich wünsche Ihm gute Besserung und eine schmerzfreie Zukunft.

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  • Kachina am 11.01.2019 05:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf den Körper hören

    Tut mir leid für ihn. Er sollte aufhören und zwar sogleich, das macht ihn nicht weniger legendär.

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  • Avocado 15 am 11.01.2019 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles gute andi

    was lernt man beim lesen dieses Artikels? Dankbar zu sein,wenn es einem gut geht.Es tut mir fürchterlich leid für Andi Murray.Hab ihn immer sehr geschätzt.Ich wünsche ihm alles erdenklich gute mit weniger Schmerzen,damit sein Alltag bald beschwerdefreier wird.Denn Gesundheit und Familie ist viel wichtiger,als alle Erfolge im Spitzensport.Du gehörtest lange zu den Top 4.Danke dafür.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Greg F. am 13.01.2019 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hm

    Ist wer gestorben? und warum spielt er dann noch?

  • Stijn D. am 11.01.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    3 vs 3 GS

    Schade für Mörri. Ich hoffe, der Stan packt es noch einmal. Go for the 4th GS!

  • openeye am 11.01.2019 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    armer Murray

    Ich sah sehr oft seine Spiele und ich habe noch nie eine Mutter gesehen wie diese von Murray! Sie ist sowas von Ehrgeiz, sass vorne bei den Zuschauern und schrie ihm zu wenn ihr ein Schlag von Murray nicht passte! Sie war echt schon krankhaft!

    • Papa Bär am 11.01.2019 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @openeye

      Winston Churchill behauptete einst, Sport sei Mord. Nun gut, als Phylosoph ging er nicht in die Geschichte ein doch ein klein bisschen Wahrheit zeichnete sich ab und bestätigt sich immer mehr. Mehr Leistung, mehr Druck. Wozu eigentlich? Was gibt es denn noch zu beweisen? Haben wir nicht bereits verloren wenn wir immer mehr wollen? Das war keine Frage!

    • Papa Bär am 11.01.2019 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @openeye

      Tja Mütter eben. Sie trugen die Frucht und gewährten diese gedeihen, unter wahrscheinlich grössten Schmerzen zur Welt zu bringen. Kann es nicht beurteilen. Weder bezüglich meiner Tochter noch meines Grosskindes und ja, ich weiss wie abnabeln geht sodass es Ästhetik bewahrt. Dies ist erst der Anfang...

    • So oder so am 11.01.2019 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Papa Bär

      Philosoph , wenn schon. Der Tod ist uns allen gewiss.

    • Kurt am 11.01.2019 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @openeye

      Wenn es nicht die Mutter ist , ist es die Frau.

    • Lilly Wolf am 11.01.2019 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @openeye

      Er ist nicht Arme Murrey. Warum auch? Er hat vieles erreicht , gesunder Sohn und Familie. Gesundheit zu liebe , besser aufheren , weder ein alte kranke man alt zu werden. Jetzt kann er noch seine Verletzungen heilen . Und Leben geniessen!

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  • Toni Montana am 11.01.2019 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Happy

    Endlich.Mag den Typ nicht.

    • Papa Bär am 11.01.2019 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Toni Montana

      Im Gegenteil. Fraglich ist nur ob es nochmals angepackt wird. Burnout und so. Gesellschaftskrankheit Nummer 1. Wiedereinstieg im Normalfall so gut wie unmöglich. Lasst uns über Eier reden wenn sie gelegt wurden, okay?

    • Sportakus am 11.01.2019 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Toni Montana

      Ich mag dafür Toni Montana nicht.

    • Realistin am 11.01.2019 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Toni Montana

      Ich glaube dieser Toni versteht nur ein bisschen was von Fussball...warum " muss" er beste Tennisspieler verachten?

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  • S. Bang am 11.01.2019 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, schade, schade!

    Murray war ja immer wieder mal anfällig. Heikeler Rückeneingriff, wieder nach oben an die Spitze gekämpft. Doch wenn die Hüften im Eimer sind, gibt es da wohl kein Comeback mehr. Er wird schon sehr früh, künstliche Hüftteile bekommen um gut leben zu können. Hatte bei ihm auf ein gutes Comeback gehofft, es hat wohl nicht sollen sein.

    • james am 11.01.2019 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S. Bang

      ...und eine extrem ehrgeizige von Mutter die hinter jedem Spiel dem Sohn die kleinsten Fehler runter schrie...

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