Starker Grieche, furioser Spanier

13. November 2019 18:03; Akt: 14.11.2019 16:11 Print

Tsitsipas fegt Zverev vom Platz – Nadals Aufholjagd

Stefanos Tsitsipas hat am ATP-Finale mit einem überzeugenden Sieg gegen Alexander Zverev das Halbfinal-Ticket gelöst. Rafael Nadal bleibt im Rennen.

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Der Grieche setzt sich in einem hochstehenden Endspiel gegen den Österreicher Dominic Thiem durch. Obwohl Thiem den grössten Titel seiner Karriere verpasst, freut er sich über die Finalisten-Trophäe. Nach zweieinhalb Stunden und drei umkämpften Sätzen steht der Sieg von Tsitsipas fest (6:7,6:2,7:6). Dominic Thiem trauer seinen Chancen nach. Obwohl er den Startsatz verliert, muss er am Ende seinem Gegner gratulieren. Zwei neue Gesichter im Endspiel der ATP-Finals: Stefanos Tsitsipas und Dominic Thiem kämpfen in London um den letzten grossen Titel der Saison. Als jüngster Spieler im Feld erreicht Stefanos Tsitsipas erstmals das Endspiel des ATP-Finale. Dort trifft der Grieche entweder auf Alexander Zverev oder Dominik Thiem, die sich am Abend um das Finalticket duellieren. Roger Federer muss sich im Halbfinal dem 17 Jahre jüngeren Stefanos Tsitsipas geschlagen geben. Der Maestro sieht zu viele seiner Breakmöglichkeiten vom Youngster abgewehrt. Ist Federers nächster Gegner: Dank dem Sieg von Alexander Zverev gegen Daniil Medwedew trifft der Schweizer Tennisstar auf Stefanos Tsitsipas. Rafael Nadal bezwingt Stefanos Tsitsipas in drei Sätzen und wahrte seine Chance auf den Halbfinal – bis Zverev das Abendspiel gewann. Grossartiger Roger Federer: Im Gipfeltreffen um den Einzug in den Halbfinal schlug der Schweizer Novak Djokovic 6:4, 6:3. Für den Serben ist das Turnier zu Ende. Federers Jubel nach dem Triumph gegen seinen ewigen Rivalen. Versöhnlicher Abschluss: Nach zwei klaren Niederlagen gegen Novak Djokovic und Roger Federer besiegt Matteo Berrettini Dominic Thiem 7:6 (7:3), 6:3. Ausgeschieden ist der Italiener trotzdem, der Österreicher steht derweil schon als Gruppensieger fest. Ein starker Stefanos Tsitsipas schlägt Alexander Zverev 6:3, 6:2 und steht als zweiter Halbfinal-Teilnehmer nach Dominic Thiem fest. Nach einer spektakulären Aufholjagd gewinnt Rafael Nadal gegen Daniil Medvedev 6:7, 6:3, 7:6 und bleibt im Rennen um den Einzug in den Halbfinal. King Roger unter Druck: Nach der Auftakt-Niederlage gegen Dominic Thiem hiess es gegen Matteo Berrettini schon alles oder nichts für die Schweizer Tennis-Legende. Das Spiel war geprägt vom starken Aufschlagspiel beider Akteure, im Eiltempo rasten sie im ersten Satz durch die Games. Folgerichtig kam es zum Tiebreak, mit dem besseren Ende für Federer. Matteo Berrettini zeigte, warum der Aufschlag als seine grosse Stärke gilt. Allerdings hatte der Italiener besonders im zweiten Satz Probleme, sobald der Ball im Spiel war. Am Ende gewann Federer 7:6, 6:3 und hält damit seine Halbfinal-Chancen intakt. Ob der Schweizer die Gruppenphase übersteht, wird das wegweisende dritte Spiel gegen einen starken Novak Djokovic zeigen. Ein ratloser Rafael Nadal bei seinem ersten Einsatz in London. Er unterliegt Alexander Zverev in zwei Sätzen. Titelverteidiger Zverev zeigt beim 6:2, 6:4-Sieg gegen Nadal eine starke Leistung. Stefanos Tsitsipas jubelt nach seinem Sieg gegen Daniil Medwedew. Die beiden sind nicht die besten Freunde. Ratlos: Trotz ansprechender Leistung fand Federer gegen Dominic Thiel kein Mittel und verlor das Auftaktspiel 5:7, 5:7. Der Österreicher schraubte durch den Sieg seine Bilanz gegen Federer auf 5 zu 2, im Jahr 2019 steht es sogar 3 zu 0 zu Gunsten von Thiem. Noch ist ein Überstehen der Gruppenphase für Federer nicht ausgeschlossen, der Schweizer steht nach der Niederlage allerdings mächtig unter Druck. Ein Selfie auf dem Boot vor dem Londoner Riesenrad: Alexander Zverev, Dominic Thiem, Matteo Berrettini, Novak Djokovic, Rafael Nadal, Daniil Medwedew, Roger Federer und Stefanos Tsitsipas posieren zusammen vor dem Turnierbeginn. Federer ist auch für Selfies mit Fans zu haben. Der Schweizer diskutiert mit dem Österreicher Thiem. Federer ist ein gefragter Interviewpartner. Nadal zeigt sich gut gelaunt. Der Schweizer hat sich für das letzte Turnier des Jahres die Haare geschnitten und lässt den Bart wachsen.

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Stefanos Tsitsipas spielte an diesem Abend in London gross auf und steht nach dem 6:3, 6:2 gegen Titelverteidiger Alexander Zverev als zweiter Halbfinal-Teilnehmer nach dem Österreicher Dominic Thiem fest. Zverev hingegen vergab die erste Chance auf das Halbfinal-Ticket.

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Zwei Tage nach seinem überzeugenden Sieg gegen den Weltranglistenersten Rafael Nadal musste sich Zverev nach 1:13 Stunden geschlagen geben und kassierte im fünften Vergleich mit dem 21-jährigen Griechen seine vierte Niederlage.

In der Gruppe «Andre Agassi» hat am Freitag das Trio aus Zverev, Nadal und dem Russen Daniil Medwedew noch die Chance auf das Weiterkommen. Zverev hat sein Turnier-Schicksal in der eigenen Hand und kann mit einem Sieg gegen den russischen Shootingstar alle Zweifel beseitigen. Medwedew hat bereits zwei Niederlagen auf dem Konto.

Nadal lässt sich nicht unterkriegen

«Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.» Die Aussage wird dem verstorbenen US-Baseballer Yogi Berra zugeschrieben.

Rafael Nadal ist nicht der Mann für markige Sprüche, aber das Zitat passt bestens zum Spanier und zu dessen Kampfgeist. Er lag gegen Medwedew im dritten Satz 1:5, 30:40 zurück. Doch irgendwie brachte er seinen Aufschlag doch noch durch, worauf seinem Gegner die Nerven einen Streich spielten. Der Russe liess nach und baute so Nadal auf. Letztlich setze sich die Weltnummer 1 6:7, 6:3, 7:6 durch.

«Dass ich gewann, war auf eine Kombination von Dingen zurückzuführen: Glück, Fehler von Daniil und gute Momente von mir am Ende», sagte Nadal, der glaubhaft versicherte, Medwedew tue ihm leid.

Der zwölfmalige French-Open-Champion wahrte dank dem erstaunlichen Sieg nicht nur die Chance, sich in London für den Halbfinal zu qualifizieren, sondern erhöhte auch die Wahrscheinlichkeit, die Saison an der Spitze der Weltrangliste abzuschliessen. Novak Djokovic kann den Mallorquiner nur noch überholen, wenn er den Titel holt und Nadal nicht mehr zweimal gewinnt.

Tennis

(dpa/ädu)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kate am 13.11.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Unikum..

    Ein unglaublicher Nadal, welcher wieder aufs Neue seine Grösse bewiesen hat!

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  • ATP am 13.11.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig Eingebrochen

    Was war den mit dem Russen los?! Gut gemacht Raffa, richtiger Kampfgeist.

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  • Claire Gérardin am 13.11.2019 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Träumen darf man

    Ich träume noch ein letztes Mal davon, dass einer meiner drei Lieblingsspieler, RN, ND oder RF im Finale den Pokal holt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl Marx am 14.11.2019 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Lieblingsfeind?! Eher nicht!

    Krass was da "Blick" schreibt. Federer gegen seinen "Lieblingsfeind". Wenn ich seit 2012 kein großes Match mehr gegen Djokovic gewonnen habe, würde ich nicht von einem Lieblingsfeind sprechen. Eher von einem Angstgegner.

  • 30 Jahre Tennissachverstand am 14.11.2019 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nole wird siegen, weil...

    Warum schlägt Nole heute Roger?! Verliert er das Match, bleibt Nadal zum Jahreswechsel die Nr. 1 der Welt. Roger könnte noch seinen 7 ATP Final Titel holen. Da aber Nole letztens angekündigt hat, viele Rekorde von Roger zu brechen, ist es heute mehr als nur ein Prestige Duell. Er wird alles geben, gegen den Mann, der ihn sehr oft in seiner Jugend auf dem Court besiegte, teilweise demütigte. Es ist eine persönliche Sache Roger zu schlagen und das macht er heutzutage mit größter Freude und Professionalität. Deshalb wird er heute siegen!

  • Enrico Smaniotto am 14.11.2019 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zvereverlich

    Und Zverev ein schlechter Verlierer der schummelt und schaut auf sein Smartphones während einer Pause. Das hat wohl jeder gesehen. Das war nicht sonst was, wie er sich äusserte.

  • Der Kopfschüttler am 14.11.2019 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    H. Günthardt bitte anderes Genre suchen!

    Ich weiß ja nicht, wobei Herr Günthardt meint, er sei Experte, in Sachen Tennis soll er mal seine rosa Brille abnehmen. Der Druck heute lastet auf Djokovic?! Federer sei favorisiert?! Hat er die letzten Jahre die Duelle der Beiden verfolgt?! Ich ja, immer wenn es um etwas ging, schwächelte Federer und Djokovic lieferte ab. Nole ist angetrieben davon, Federer zu überholen und da wird er mit Sicherheit heute alles geben, was er kann. Verliert Federer heute, war die seine Saison für ihn unterdurchschnittlich! Bei wem liegt da wohl dann die Last?!

  • Blasius am 14.11.2019 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konstanz

    Tsitsipas ein Superspieler, nur fehlt ihm leider die Konstanz.

    • Berner am 14.11.2019 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      Dasselbe gilt auch für ...

      ... Zverev. Hat Spass gemacht den beiden zu zuschauen. Die werden beide noch Gross!

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