Nach Shitstorm

11. Januar 2020 10:13; Akt: 11.01.2020 14:02 Print

Roger Federer lobt Greta und die Klimajugend

von Simon Graf - Von der schwedischen Klimaaktivistin angegriffen, reagiert der Tenniscrack mit einem bemerkenswerten Statement. Er kündigt den Dialog mit der Credit Suisse an.

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Als globaler Star wird Roger Federer immer mal wieder kritisiert von Organisationen, die sich dadurch erhoffen, via ihn ihre Anliegen in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen. Als er noch bei Nike war, wurde er für Verfehlungen des US-Sportartikelgiganten angeprangert. Und als er dann im Sommer 2018 zum japanischen Kleiderhersteller Uniqlo wechselte, forderte «Public Eye» von ihm, sich für Entschädigungen und bessere Arbeitsbedingungen der Näherinnen einzusetzen. Auch für seine jüngste Schaukampftournee in Südamerika in turbulenten Zeiten wurde er kritisiert. Federer reagiert in der Regel nicht öffentlich auf solche Kritik, sondern lässt den Sturm vorbeiziehen.

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Umso bemerkenswerter ist, dass er nun auf die Vorhaltungen bezüglich seines Sponsors Credit Suisse reagiert hat, verstärkt durch zwei Retweets von Greta Thunberg. Der Strahlkraft der schwedischen Klimaaktivistin kann selbst er nicht entgehen. So verbreitete der 38-Jährige, der inzwischen in Melbourne eingetroffen ist für die Vorbereitung aufs Australian Open, nun ein Statement zur Forderung, er müsse seine Verbindung zur Schweizer Grossbank kappen, weil diese massiv in die Förderung fossiler Energien wie Kohle oder Fracking investiert. Um seine Worte breit zu streuen, sandte Federer das Statement auf Englisch an die Nachrichtenagentur Reuters.

Dieser Zeitung liegt die offizielle deutsche Übersetzung vor. Darin heisst es: «Ich nehme die Auswirkungen und die Bedrohung durch den Klimawandel sehr ernst, zumal meine Familie und ich inmitten der Zerstörung durch die Buschbrände in Australien ankommen. Als Vater von vier Kindern und leidenschaftlicher Befürworter der universellen Bildung habe ich grossen Respekt und Bewunderung für die Jugendklimabewegung. Ich bin den jungen Klimaaktivisten dankbar, dass sie uns alle dazu zwingen, unser Verhalten zu überprüfen und nach innovativen Lösungen zu suchen. Wir sind es ihnen und uns selbst schuldig, zuzuhören. Zudem bin ich mir meiner Verantwortung als Privatperson, als Athlet und als Unternehmer sehr bewusst und möchte diese privilegierte Position für den Dialog in diesen wichtigen Fragen mit meinen Sponsoren nutzen.»

Einsatz für die Bildung

Es sind starke Worte des Tenniscracks, der sein soziales Engagement auf seine «Roger Federer Foundation» konzentriert, die sich für Bildung im südlichen Afrika einsetzt, und für die er schon über 50 Millionen Franken gesammelt hat. Implizit lobt er mit seinen Worten auch Greta Thunberg, das Gesicht der Jugendklimabewegung. Und er kündigt an, den Dialog zu seinen Sponsoren zu suchen, seine privilegierte Position zu nutzen. Wenn er die Credit Suisse, die nun am Pranger steht, nicht explizit erwähnt, so darf doch davon ausgegangen werden, dass er primär die Grossbank meint. Man darf gespannt sein, ob er damit etwas auslösen kann.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Schwarz am 11.01.2020 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Schlicht Genial.

    Dieser Text wurde ganz sicher von Profis verfasst. Besser kann man sich dazu nicht äussern ohne die Sympatie einer Seite zu verlieren.

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  • Simon Wyss am 11.01.2020 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Klimamob...!

    Auch die Zeit des Klimamobs mit seinem Gesinnungsterror wird ablaufen. Wir haben ganz andere Probleme auf der Welt. Eine reine Modeerscheinung die gerade opportun ist und bald durch eine andere abgelöst werden wird. Was nicht heisst dass man sich nicht Umwelt- und Klimabewusst verhalten soll! Aber Extremismus egal welchen Ursprungs führt nie zum Ziel!

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  • vAl am 11.01.2020 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon denn schon

    Wenn er sich in die Geschäfte der CS einmischt, solltet er sich auch sofort aus Dubai zurückziehen, und dort an keinem Turnieren mehr teilnehmen. Den in diesem Land werden Menschenrechte ignoriert, und die Umwelt wird, durch die extreme Überbauung, aufs schwerste belastend. Ansonst grenzt seine Aussage an Hypokrisie

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mami am 12.01.2020 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roger is the best.

    Danke Roger! Klasse zeigen und natürlich kannst Du was bewirken! Wir alle können. Es braucht mehr Druck auf die Regierungen - Australien zum Beispiel! Und die USA!!! Vorallem die!

  • Roman am 12.01.2020 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Rechenschaft schuldig

    Roger soll sich besser auf das Tennis konzentrieren. Er ist dem Gretli und der schulschwänzenden Klimajugend keine Rechenschaft schuldig! Genau diese Jugend die selber einen grossen CO2 Fussabdruck verursacht, aber von den anderen Verzicht fordert!

  • Ganjaflash am 11.01.2020 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Freier Mensch am 11.01.2020 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte er damals in der DDR

    gewohnt, wäre sein Lob dem Erich Honecker zugute gekommen.

  • Treo am 11.01.2020 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz schwach

    1. Federer hätte es einfach ignorieren müssen 2. Wenn im Erst ist was er mitteilt, dann soll er sofort aufhören und sesshaft werde. 3. Wieso hat er 4 Kinder welche die Ressourcen verbrauchen Roger das war ein klassisches Eigentor.