Tennis

08. September 2018 23:47; Akt: 09.09.2018 11:15 Print

Osaka blieb cool, Serena Williams nicht

von Simon Graf - Die Amerikanerin unterliegt im Final in New York der Japanerin Naomi Osaka 2:6, 4:6.

Legte sich im zweiten Satz mehrfach mit dem Schiedsrichter an: Serena Williams. (Video: Tamedia/AP/SRF)
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Naomi Osaka träumte davon, einen Grand-Slam-Final gegen Serena Williams zu spielen – und zu gewinnen. Obschon ihr das gelang, so hatte es sich die Japanerin wohl nicht vorgestellt. Denn ihr erster Major-Titel wurde von Misstönen begleitet. Sie allerdings konnte nichts dafür.

Bilder vom US-Open-Final der Frauen

Die Kontroverse entstand zwischen Williams und Schiedsrichter Carlos Ramos, der die Amerikanerin mit seinen Entscheiden zu Tränen rührte. Zuerst sprach er im zweiten Game des zweiten Satzes eine erste Verwarnung gegen Williams aus wegen Coachings. Nach dem Rebreak Osakas zum 2:3 zertrümmert sie ihren Schläger – zweite Verwarnung und Punkt für Osaka. Und dann bezeichnete Williams den Unparteiischen beim Seitenwechsel bei 3:4 als «Dieb», worauf ihre Gegnerin sogar ein Game zugesprochen erhielt.

Am Schluss weinten beide

Die 20-Jährige blieb inmitten dieser Turbulenzen cool und servierte bei 5:4 zum Titel – zum 6:2, 6:4. Erst dann flossen auch bei Osaka Tränen, Tränen der Freude. Williams gratulierte ihr fair, dem Unparteiischen schüttelte sie die Hand nicht. Ramos hatte aber nur nach dem Regelbuch gehandelt. Höchstens die erste Verwarnung wegen Coachings war diskutabel. Aber ihr Coach Patrick Mouratoglou hatte ihr offensichtliche Handzeichen gemacht. Und ihre Wutausbrüche von Williams musste Ramos sanktionieren.

Selbst ohne diese unschönen Szenen wäre es für Williams gegen die stark aufspielende Osaka sehr schwer geworden. Denn die Aussenseiterin legte von Beginn weg los und trieb Williams mit ihrer exzellenten ­Defensive zur Verzweiflung. Nur 34 Minuten brauchte sie für den ersten Satz. Die so viel erfahrenere Amerikanerin machte den nervöseren Eindruck, derweil Osaka ganz sachlich ihr Spiel spielte, ohne zu ihrer Gegnerin zu schauen, die einst ihr Idol war. Und sie liess sich auch nicht beeindrucken, als Williams im zweiten Satz 3:1 in Führung ging.

Ein Coup, der zum Frauentennis passt

Die 36-Jährige verlor nach Wimbledon (gegen Angelique Kerber) innert Kürze den zweiten Grand-Slam-Final und muss weiter darauf warten, Rekordfrau Margaret Court mit ihren 24. Major-Titeln zu egalisieren. Osakas Triumph passt derweil zum Frauentennis, das nun an fünf der letzten sieben Grand Slams eine erstmalige Siegerin hervor­­gebracht hat. 2017 Jelena Ostapenko (Paris) und Sloane Stephens (New York), 2018 nun mit Caroline Wozniacki (Melbourne), Simona Halep (Paris) und nun eben Osaka.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hgidl am 09.09.2018 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsportlich

    Für Ihr affektiertes Verhalten müsste Serena Williams gesperrt werden. Unfair und unsportlich, ich hoffe dass ihr Veralten noch Folgen haben wird!

  • Chloe am 09.09.2018 00:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwürdig

    Das war leider ein unwürdiges Finale wegen dem Verhalten von S. Williams. Am meisten tat mir die grossartige N. Osaka leid, welche sich infolge dessen nicht richtig freuen konnte und deren Sieg unterging. Sehr schade.

  • cartagena am 09.09.2018 02:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sowas..

    ..von daneben, wie sich Serena verhalten hat! Peinlich, wie sie von Osaka dominiert wurde, noch peinlicher war ihr Auftreten und ihre Kommentare dem Schirri gegenüber! So soll sie das Tennis lieber lassen und sich ihrer Familie widmen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Claudio Bucher am 09.09.2018 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Osaka

    Bin kein Fan von Serena, aber Sie hat schon recht mit Ihrer Aussage. Bei den Männern hätte es nie und nimmer ein Straf Game gegeben. Und da fallen manchmal noch andere Worte. Nichts desto trotz bin ich der Meinung, dass Osaka den Final auch ohne Straf Game gewonnen hätte. Sie war einfach zu gut und es ist schade, dass Sie sich nicht richtig freuen konnte über den Sieg! Finde aber nicht das Serena eine schlechte Verliererin ist. Sie hat Osaka nach dem Matchball herzlich umarmt, was nicht jede Spielerin macht,

  • Feuer4118 am 09.09.2018 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte verlieren

    Was für eine schlechte verlieren. Und unsportlich gleich dazu. Und das Publikum gleich dazu. Aber das ist typisch Amerika.

  • IchDuWir am 09.09.2018 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das macht man einfach nicht!

    das verhalten des publikums während der siegerehrung war unsportlich und daneben. die sollten sich schämen... serena ist klar unterlegen. ein bitterer beigeschmack für osaka beim gewinn des 1. grandslam-titels bleibt. das tut mir sehr leid für sie.

    • Walther am 09.09.2018 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @IchDuWir

      Ich hoffe nur, die Buh Rufen der Zuschauer haben der Williams gegolten. Respekt für die Siegerin! Sie blieb ruhig während William sich mit Schiris anlegte und später mit Referee, den sie höchstpersönlich verlangt hatte. Ich weiss nicht, was mir an Stelle von Naomi Osaka passiert wäre. Wahrscheinlich wäre ich auch zum Umpire ( englisch) gegangen und hätte Serena Williams wegen ihrem Verhalten auf dem Spielplatz zusammengestaucht, da sie den Spielverlauf massiv beeinträchtig hatte. Ein unfaires Verhalten einer erfolgsverwöhnten, älteren Spielerin der jungen Newcomerin gegenüber, die den 1. Satz klar gewonnen hat. Wollte Williams einen 2. verlorenen zu ihren Ungunsten verhindern? Was für ein Vorbild einer älteren Spielerin einer jungen Gegnerin gegenüber Ich hoffe es gibt für sie noch ein Nachspiel. Wie war es in Wimbledon? Da hat sie doch auch verloren.

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  • Ottokar Zwilling am 09.09.2018 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf Talfahrt

    Da es die Williams-Schwestern auf der Höhe ihres Erfolgs verpasst haben, ihren wohlverdienten sportlichen Rücktritt zu erklären, können sie anscheinend nur noch so für - allerdings fragwürdige - Aufmerksamkeit sorgen.

  • Alter Japaner am 09.09.2018 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Williams

    sieht aus wie 55 und benimmt sich wie eine 15 Jährige!Zum Glück mit der richtigen Siegerin die notabene Frau Williams als Vorbild hatte und der ihr den grössten Tag in ihrer Karriere vermiest hat!