Überraschung in Melbourne

24. Januar 2020 10:01; Akt: 24.01.2020 14:17 Print

15-Jährige schaltet Titelverteidigerin aus

Coco Gauff steht beim Australian Open in den Achtelfinals. Ausgeschieden sind Serena Williams und Caroline Wozniacki.

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Derweil hält der kometenhafte Aufschwung von Coco Gauff an. Die 15-Jährige siegte mit 6:3, 6:4 gegen die äusserst fehlerhafte Titelverteidigerin Naomi Osaka und revanchierte sich damit auch für die klare Niederlage gegen die Japanerin am US Open im vergangenen September. «Mein Leben ist verrückt», sagte Gauff direkt nach Matchschluss, «vor zwei Jahren habe ich hier in der ersten Runde der Juniorinnen verloren, nun stehe ich hier. Wahnsinn.» Beeindruckend auch die Nervenstärke der Weltnummer 67: Nach dem Break zum 4:3 im zweiten Satz gab sie bei eigenem Aufschlag bis zum Matchende keinen Punkt mehr ab.

Für Osaka, vor einem Jahr noch die Nummer 1, wird die frühe Niederlage Konsequenzen haben: Sie wird im Minimum auf Platz 9 zurückfallen. Gauff hingegen, vor zwölf Monaten noch im Bereich von Platz 600, schafft hingegen den erstmaligen Einzug in die Top 50. Im Minimum, denn natürlich hat sie mit solchen Leistungen auch Chancen im Achtelfinal gegen Landsfrau Sofia Kenin.

Die Frage, ob sie Rod Laver schon einmal getroffen habe, den Mann, nach dem der Platz benannt ist, auf dem sie gerade so überzeugt hatte, verneinte sie. «Ich bin ein paar Mal in den Gängen an ihm vorbeigelaufen, war aber zu nervös, um ihn anzusprechen. Es wäre aber schön, wenn er dies sieht, und es bald zu einem Treffen kommen würde. Ich brauche ein Selfie für Instagram.» Die Aufforderung ist angekommen: Wenig später meldete sich die 81-jährige Legende per Twitter: «Hallo @CocoGauff – ich gratuliere zum unglaublichen Sieg heute und würde dich auch sehr gerne treffen.»

Serena Williams von Chinesin bezwungen

Das Englisch der Chinesin Qiang Wang im Siegerinterview war doch etwas brüchig und fehlerhaft, doch wen kümmerte das schon: Am Vorabend des chinesischen Neujahrs hatte sie eben die bisher grösste Überraschung des Australian Open geschafft und dabei eine starke Leistung gezeigt. Mit Serena Williams bezwang sie die 23-fache Grand-Slam-Siegerin, die zum Saisonauftakt ihr erstes Turnier als Mutter gewonnen hatte und von den Buchmachern als Favoritin gehandelt wurde. «Ich kann so nicht spielen. Das ist unprofessionell. Das ist nicht cool», sagte Williams nach ihrem frühen Aus.

Wang gewann die Partie mit ihrem dritten Matchball nach 2:41 Stunden 6:4, 6:7, 7:5. Die chinesische Nummer 1 hatte im zweiten Satz schon eine 5:3-Führung vergeben. Und als sie die ersten zwei Matchbälle mit nervösen Fehlern nicht nutzen konnte, stiegen die Hoffnungen im Lager der Amerikanerin wieder. Doch dann produzierte sie selber zwei Fehler, womit für sie eine weitere Chance vergeben war, zur Grand-Slam-Rekordsiegerin Margaret Court aufzuschliessen. Williams und die 28-jährige Wang (WTA 29) waren sich schon am US Open gegenübergestanden. Damals hatte die Amerikanerin nur 44 Minuten zum Sieg benötigt und insgesamt nur 15 Punkte abgegeben.

Wozniacki weint bei Abschied

Mit Caroline Wozniacki schied am Freitag eine weitere ehemalige Nummer 1 aus. Für die 29-jährige Dänin bedeutete das 5:7, 6:3, 5:7 gegen Ons Jabeur aus Tunesien gleichzeitig das Ende ihrer Karriere. «Normalerweise weine ich nicht», sagte die 29 Jahre alte Dänin, als bei ihr Tränen kullerten: «Es war eine grossartige Reise. Ich bin bereit für das nächste Kapitel.» Mit einem Rückblick auf ihre Karriere und auf der Leinwand eingespielten Würdigungen ihrer Tennis-Kolleginnen wurde Wozniacki in der Melbourne Arena geehrt. Sie verabschiedete sich bei dem Lied «Sweet Caroline» mit einer dänischen Fahne über den Schultern von den Fans.

Besser machte es Ashleigh Barty. Die australische Weltnummer 1 besiegte Jelena Rybakina aus Kasachstan 6:3, 6:2. Ebenfalls eine Runde weiter ist Petra Kvitova. Die Tschechin bezwang die Russin Ekaterina Alexandrowa 6:1, 6:2.

Djokovic souverän – Tsitsipas ausgeschieden

Novak Djokovic hat sich ohne grosse Probleme für die Achtelfinals qualifiziert. Der Titelverteidiger aus Serbien bezwang Yoshihito Nishioka aus Japan 6:3, 6:2, 6:2. Ausgeschieden ist Roberto Bautista Agut. Der gesetzte Spanier verlor gegen den Kroaten Marin Cilic nach hartem Kampf 7:6, 4:6, 0:6, 7:5, 3:6. Erwischt hat es auch Stefanos Tsitsipas. Der Grieche verlor gegen den Kanadier Milos Raonic 5:7, 4:6, 6:7 (2:7).


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(mke/rst)