In Tränen ausgebrochen

07. Januar 2019 14:23; Akt: 08.01.2019 13:03 Print

Diese eine Frage war Federer zu viel

von Marco Keller - Der Weltstar verliert die Fassung bei Interviews eigentlich nie – auf CNN bewies er das Gegenteil.

Der Schweizer Tennis-Star bricht bei der Frage nach seinem verstorbenen Coach in Tränen aus. Video: CNN
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Wenige Tage fehlen nur noch bis zum Start des Australian Open, wo Roger Federer einen seltenen Hattrick schaffen kann. In einem Interview gegenüber CNN, das während seines Trainingscamps in Dubai im Dezember realisiert wurde, schätzt der Gewinner der Jahre 2017 und 2018 seine Chancen so ein: «Bin ich zuversichtlich? Ich weiss es nicht, aber ich fühle mich gut, ich habe gut trainiert, hatte ein gutes Jahr, habe immer noch Freude am Spiel und habe die letzten beiden Australian Open gewonnen.»

Und weiter: «Ich sollte also mit Selbstvertrauen ins Turnier steigen. Ich liebe Australien, Melbourne, es gibt so viel, das mich mit dem Ort verbindet. Die Legenden aus diesem Land, die Coaches, die ich hatte, Tony Roche und Peter Carter, sie haben mich unglaublich inspiriert und waren so wichtig in meinem Leben.»

Bald darauf kam das Gespräch auf Carter, Federers Jugendcoach, der einst zu Old Boys Basel gekommen war, um dort Interclub zu spielen, und bei dem Federer Stunden nehmen konnte. Der Mann aus Adelaide entdeckte Federer, fast gleichzeitig wie sein enger Freund Darren Cahill einen gewissen Lleyton Hewitt entdeckte.

Der Tod in den Flitterwochen

Federer erinnert sich: «Sie haben sich dann angerufen. Peter sagte, ich habe diesen besonderen Jungen, den ich trainiere, und Darren sagte dasselbe über Lleyton. Wir spielten mit 14 gegeneinander, mit 16, mit 18, mit 20 und gewannen später beide Majors und wurden die Weltnummer 1. Wer hätte das gedacht? Peter war eine sehr wichtige Person in meinem Leben, wenn ich heute danke sagen kann für meine Technik, dann gebührt der Dank Peter.»

Noch bevor Federer sein volles Potenzial abrufen konnte, kam Carter aber bei einem Verkehrsunfall während der Flitterwochen in Südafrika ums Leben. Die Frage der Reporterin, was sein Mentor wohl gedacht hätte, wenn er Federer mit 20 Grand-Slam-Titeln sehen würde, war zu viel: «Sorry», sagte Federer, den Kopf gesenkt, mit den Tränen kämpfend. Und wenig später: «Ich hoffe, er wäre stolz. Er wollte nicht, dass ich mein Talent verschwende, und es war wie ein Weckruf für mich, als er starb. Ich begann, wirklich hart zu trainieren.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pesche am 07.01.2019 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Person..

    RF ist in allen Bereichen ein Vorbild. Er schätzt die Personen, welche ihn auf dem Weg an die Weltspitze begleitet haben. Dieser Mann ist eine lebende Legende!

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  • Muslim123 am 07.01.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Stark!

    Sportlich sowie menschlich ein sehr starker Mensch! Wer glaubt, Tränen seien ein Zeichen der Schwäche, der irrt gewaltig.

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  • Es Bärner Meitschi am 07.01.2019 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Sicherheit riesig stolz

    Nein, ein verschwendetes Tennis Talent ist Federer definitiv nicht :-) ich bin sicher, Peter Carter wäre unendlich stolz auf Federer. Sowohl als Mensch als auch als Tennisspieler.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jan.Debang am 08.01.2019 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das fehlte gerade noch...

    dass sich Federer als "Heulsuse" präsentieren muss. Ihm ist offenbar jedes Mittel recht, um sich in's Szene zu setzen, weil die billige TV-Werbung auch nichts mehr taugt.

  • Roger forever am 07.01.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein wahrer Sportsmann

    Da sieht man wieder, dass es Roger nur um seinen geliebten Sport geht. Geld ist reine Nebensache.

  • Lululu am 07.01.2019 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    video..

    warum sind siese videos nur immer in der Schweiz verfügbar? wir ausland Schweizer wollen das auch sehn...

  • Housewife am 07.01.2019 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Grösse

    Eine wahre Grösse steht eben zu seinen Gefühlen

  • Toni am 07.01.2019 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Vorbild für die ganze Nation

    Ich als eine mit Migration hintergrung sage nur eins er ist der Beste und bleibt der Beste. Ich hoffe, dasS sich auch andere sich durch Ihn inspirieren so wie ich und mich mich ist er jetzt schon eine Legende der Menschheit auf diesem blauen Planeten.