ATP-Finale

12. November 2019 08:30; Akt: 12.11.2019 18:45 Print

So schafft Federer den Sprung in die Halbfinals

Die Aufgabe nach der Niederlage gegen Thiem ist knifflig, aber keinesfalls unlösbar. Allenfalls könnte der Schweizer sich gar eine Niederlage gegen Djokovic erlauben.

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Der Grieche setzt sich in einem hochstehenden Endspiel gegen den Österreicher Dominic Thiem durch. Obwohl Thiem den grössten Titel seiner Karriere verpasst, freut er sich über die Finalisten-Trophäe. Nach zweieinhalb Stunden und drei umkämpften Sätzen steht der Sieg von Tsitsipas fest (6:7,6:2,7:6). Dominic Thiem trauer seinen Chancen nach. Obwohl er den Startsatz verliert, muss er am Ende seinem Gegner gratulieren. Zwei neue Gesichter im Endspiel der ATP-Finals: Stefanos Tsitsipas und Dominic Thiem kämpfen in London um den letzten grossen Titel der Saison. Als jüngster Spieler im Feld erreicht Stefanos Tsitsipas erstmals das Endspiel des ATP-Finale. Dort trifft der Grieche entweder auf Alexander Zverev oder Dominik Thiem, die sich am Abend um das Finalticket duellieren. Roger Federer muss sich im Halbfinal dem 17 Jahre jüngeren Stefanos Tsitsipas geschlagen geben. Der Maestro sieht zu viele seiner Breakmöglichkeiten vom Youngster abgewehrt. Ist Federers nächster Gegner: Dank dem Sieg von Alexander Zverev gegen Daniil Medwedew trifft der Schweizer Tennisstar auf Stefanos Tsitsipas. Rafael Nadal bezwingt Stefanos Tsitsipas in drei Sätzen und wahrte seine Chance auf den Halbfinal – bis Zverev das Abendspiel gewann. Grossartiger Roger Federer: Im Gipfeltreffen um den Einzug in den Halbfinal schlug der Schweizer Novak Djokovic 6:4, 6:3. Für den Serben ist das Turnier zu Ende. Federers Jubel nach dem Triumph gegen seinen ewigen Rivalen. Versöhnlicher Abschluss: Nach zwei klaren Niederlagen gegen Novak Djokovic und Roger Federer besiegt Matteo Berrettini Dominic Thiem 7:6 (7:3), 6:3. Ausgeschieden ist der Italiener trotzdem, der Österreicher steht derweil schon als Gruppensieger fest. Ein starker Stefanos Tsitsipas schlägt Alexander Zverev 6:3, 6:2 und steht als zweiter Halbfinal-Teilnehmer nach Dominic Thiem fest. Nach einer spektakulären Aufholjagd gewinnt Rafael Nadal gegen Daniil Medvedev 6:7, 6:3, 7:6 und bleibt im Rennen um den Einzug in den Halbfinal. King Roger unter Druck: Nach der Auftakt-Niederlage gegen Dominic Thiem hiess es gegen Matteo Berrettini schon alles oder nichts für die Schweizer Tennis-Legende. Das Spiel war geprägt vom starken Aufschlagspiel beider Akteure, im Eiltempo rasten sie im ersten Satz durch die Games. Folgerichtig kam es zum Tiebreak, mit dem besseren Ende für Federer. Matteo Berrettini zeigte, warum der Aufschlag als seine grosse Stärke gilt. Allerdings hatte der Italiener besonders im zweiten Satz Probleme, sobald der Ball im Spiel war. Am Ende gewann Federer 7:6, 6:3 und hält damit seine Halbfinal-Chancen intakt. Ob der Schweizer die Gruppenphase übersteht, wird das wegweisende dritte Spiel gegen einen starken Novak Djokovic zeigen. Ein ratloser Rafael Nadal bei seinem ersten Einsatz in London. Er unterliegt Alexander Zverev in zwei Sätzen. Titelverteidiger Zverev zeigt beim 6:2, 6:4-Sieg gegen Nadal eine starke Leistung. Stefanos Tsitsipas jubelt nach seinem Sieg gegen Daniil Medwedew. Die beiden sind nicht die besten Freunde. Ratlos: Trotz ansprechender Leistung fand Federer gegen Dominic Thiel kein Mittel und verlor das Auftaktspiel 5:7, 5:7. Der Österreicher schraubte durch den Sieg seine Bilanz gegen Federer auf 5 zu 2, im Jahr 2019 steht es sogar 3 zu 0 zu Gunsten von Thiem. Noch ist ein Überstehen der Gruppenphase für Federer nicht ausgeschlossen, der Schweizer steht nach der Niederlage allerdings mächtig unter Druck. Ein Selfie auf dem Boot vor dem Londoner Riesenrad: Alexander Zverev, Dominic Thiem, Matteo Berrettini, Novak Djokovic, Rafael Nadal, Daniil Medwedew, Roger Federer und Stefanos Tsitsipas posieren zusammen vor dem Turnierbeginn. Federer ist auch für Selfies mit Fans zu haben. Der Schweizer diskutiert mit dem Österreicher Thiem. Federer ist ein gefragter Interviewpartner. Nadal zeigt sich gut gelaunt. Der Schweizer hat sich für das letzte Turnier des Jahres die Haare geschnitten und lässt den Bart wachsen.

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Am Sonntag wird es vier Jahre her sein, seit Roger Federer Novak Djokovic zum letzten Mal schlug. 7:5, 6:2 lautete das Resultat beim ATP-Finale 2015, ebenfalls in London. Es war Federers Ticket in den Halbfinal. Seither gab es gegen den Serben nur noch Niederlagen, vier an der Zahl. Am Donnerstag treffen die beiden Ausnahmeathleten im letzten Gruppenspiel zum 49. Mal aufeinander. Und mit etwas Glück könnte sich Federer da sogar eine Niederlage leisten, um doch noch in den Halbfinal von London zu kommen.

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Vorher aber steht das Spiel gegen Matteo Berrettini an. Der 23-jährige Italiener ist zum ersten Mal beim Saisonfinale dabei und machte zum Auftakt eine ungemütliche Erfahrung. Drei Games, mehr holte er nicht gegen Djokovic, verlor 2:6, 1:6. Damit treffen am zweiten Spieltag die beiden Verlierer der ersten Runde aufeinander – und damit geht auch die Rechnerei los.

Zwei Siege und alles ist gut

Viel davon kann man sich aber ersparen, wenn Federer Berrettini schlägt. Zumindest vorerst. Denn mit einem Sieg gegen den Italiener hat der Schweizer alles in den eigenen Händen und kann – so viel ist klar – am Dienstagabend nicht ausscheiden. Dabei ist es ganz egal, was Thiem und Djokovic am Abend machen und ebenfalls egal, ob Federer sein Spiel in zwei oder drei Sätzen gewinnt.

Geht Federer mit einem Sieg in den dritten Spieltag, liegt die Qualifikation für die Halbfinals in seinen eigenen Händen. Mit einem weiteren Sieg, gegen Djokovic, wäre sie ihm sogar kaum mehr zu nehmen. Verliert er aber gegen den Serben wird es wieder ungemütlich. Schlägt Djokovic nämlich auch Thiem und der Österreicher wiederum Berrettini (was zu erwarten ist), wäre Federer draussen. Djokovic stünde da bei drei Siegen, Thiem bei zwei, Federer bei einem.

Holt Federer in den verbleibenden zwei Spielen noch zwei Siege muss wohl der Rechenschieber her. Womöglich haben am Schluss nämlich sowohl der Schweizer als auch Djokovic und Thiem je zwei Siege auf dem Konto. Alle hätten Berrettini geschlagen und sich gegenseitig Siege abgeknöpft. Bei dieser Konstellation würden die gewonnenen Sätze entscheiden, gibt es nur Zweisatzsiege, die gewonnenen Games.

Was, wenn nicht alle Berrettini schlagen?

Doch auch diesen Berrettini muss man erst einmal schlagen. Djokovic ist es gelungen, Federer versucht gleiches am Dienstagnachmittag (ab 15 Uhr im Ticker). Gelingt es ihm nicht, muss er ab 21 Uhr wieder bangen. Holt Djokovic gegen Thiem seinen zweiten Sieg, ist Federer draussen. Denn auch einer aus dem Duo Berrettini/Thiem wird am Donnerstag im direkten Duell seinen zweiten Sieg holen. Da könnte Federer Djokovic zum Abschluss auch 6:0, 6:0 bezwingen.

Eine verrückte – und nicht ganz unwahrscheinliche – Konstellation gibt es noch. Djokovic gewinnt alle drei Spiele, Federer, Berrettini und Thiem klauen sich gegenseitig die Siege und stehen am Schluss alle bei zwei Niederlagen und einem Sieg. Thiem hat seinen bereits gegen Federer geholt, dieser schlägt am Dienstag Berrettini und der Italiener zum Abschluss am Donnerstag Thiem. Auch da würde die Entscheidung über die gewonnenen Sätze und allenfalls Games fallen. Ganz viel Rechnerei also, der Federer etwas zuvorkommen könnte: mit Siegen gegen Berrettini und Djokovic.

Tennis

(mro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eye am 12.11.2019 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt, wie es muss

    Einfach gute Spiele geniessen können.

    einklappen einklappen
  • boomer am 12.11.2019 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    düster siehts aus

    Selbst wenn Federer beide Spiele gewinnt, wird es wegen der 2-Satz Niederlage sehr knifflig, wenn Thiem und Djokovic beide gegen Berretini gewinnen und Djokovic heute gewinnt, was alles anzunehmen ist. Federer Fans müssten heute Abend auf einen Thiem Sieg hoffen (egal ob Djoker-Hater oder nicht), dann kann Federer mit 2 Siegen alles klar machen.

  • Kyle Reese am 12.11.2019 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Chance ja, aber eine Geringe!

    Alles ist möglich aber ich glaube nicht, dass Thiem kein Match mehr gewinnt. Gleiches gilt für Djokovic. Nur eine Verletzung könnte Federer weiterhelfen. Man weiß ja, im Tennis ist es vorbei, wenn es vorbei ist aber da sehe ich nur noch minimale Chancen 2019. Berrettini wird gleich von Federer zumindest deutlich plattgemacht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • pretty_licka am 12.11.2019 14:45 Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • boomer am 12.11.2019 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    düster siehts aus

    Selbst wenn Federer beide Spiele gewinnt, wird es wegen der 2-Satz Niederlage sehr knifflig, wenn Thiem und Djokovic beide gegen Berretini gewinnen und Djokovic heute gewinnt, was alles anzunehmen ist. Federer Fans müssten heute Abend auf einen Thiem Sieg hoffen (egal ob Djoker-Hater oder nicht), dann kann Federer mit 2 Siegen alles klar machen.

  • So leid es mir tut... am 12.11.2019 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Er fliegt raus

    Mir fehlt das "e" im Artikel, also: "schaffte"!

    • Eh Eh am 12.11.2019 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @So leid es mir tut...

      Kauf dir doch ein e.. oder gleich zwei.

    • Besserwisser am 12.11.2019 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @So leid es mir tut...

      Und wenn du Türke sein solltest, dann kauf dir ein "ü".

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  • Eye am 12.11.2019 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt, wie es muss

    Einfach gute Spiele geniessen können.

    • Stef am 12.11.2019 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eye

      wo Du recht hast, hast Du recht

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  • Kyle Reese am 12.11.2019 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Chance ja, aber eine Geringe!

    Alles ist möglich aber ich glaube nicht, dass Thiem kein Match mehr gewinnt. Gleiches gilt für Djokovic. Nur eine Verletzung könnte Federer weiterhelfen. Man weiß ja, im Tennis ist es vorbei, wenn es vorbei ist aber da sehe ich nur noch minimale Chancen 2019. Berrettini wird gleich von Federer zumindest deutlich plattgemacht.