Patty Schnyder

30. März 2011 21:24; Akt: 31.03.2011 23:39 Print

So soll sie betrogen worden sein

von Urs Ellenberger - «Wir wurden über Jahre betrogen», sagt der Ehemann der Tennis-Spielerin. Ihre Gläubiger können da nur müde lächeln.

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Rainer Hofmann und Patty Schnyder im Kreuzfeuer der Gläubiger. (Bild: Keystone)

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Die Betreibungen gegen das Ehepaar Patty Schnyder und Rainer Hofmann stapeln sich. Sie belaufen sich auf rund 600 000 Franken. Gestern nun meldete sich Rainer Hofmann telefonisch aus den USA. Seine Erklärung für den Schlamassel: «Wir wurden von einem Treuhänder betrogen.» Der Mann habe ihm und seiner Frau zwischen 2005 und 2010 über 1,4 Millionen Franken abgenommen. Insgesamt beliefen sich ihre Forderungen auf rund 1,8 Millionen Franken. Eine Schuldanerkennung des Treuhänders liege vor. Ohne, dass sie es gemerkt hätten, habe der Treuhänder eine Kreditkarte weiterverwendet, die Schnyder und Hofmann für längst gekündigt gehalten hätten. Partout wollen der sonst so gewiefte Geschäftsmann und die gewissenhafte Berufsfrau («ich kümmere mich selber um meine geschäftlichen Belange») nichts davon gemerkt haben. Erst vor einem Jahr habe es ihnen gedämmert, sagt Hofmann, vor acht Monaten dann hätten sie das ganze Ausmass des Betruges entdeckt.

Fragt man nach dem Namen des treulosen Treuhänders, wird Hofmann wortkarg. Um allfällige Rückzahlungen nicht zu gefährden, wolle er diesen nicht nennen. Recherchen von 20 Minuten lassen jedoch etwas anderes vermuten. Denn: Besagte Schuldanerkennung ist ausgestellt von einem Andrew Buriell, domiziliert an der 124 Baker Street in London. Dort sucht man den Mann jedoch vergeblich. Auch weitere Recherchen verlaufen ergebnislos. Das erinnert an frühere Geschäfte Hofmanns. So stand der einstige Privatdetektiv in Frankfurt vor Gericht, nachdem er einem Kunden Arbeitsleistungen eines Mitarbeiters namens Sharell verrechnet hatte. Der Mann blieb ein Phantom, Hofmann musste Geld zurückzahlen.

Gläubiger des Tennis-Paares wundert nichts mehr. Von einem betrügerischen Treuhänder hören sie zum ersten Mal. «Seit Monaten bekommen wir immer neue Geschichten aufgetischt», sagt ein Autohändler aus dem Aargau. Einmal verschickte Hofmann sogar einen angeblichen Bankbeleg, dass ausstehendes Geld überwiesen worden sei. Offenbar war er falsch, das Geld kam jedenfalls nicht. Auch dazu mag Hofmann «wegen eines laufenden Verfahrens» keine Stellung nehmen. Was er hingegen mit Sicherheit sagen könne, ist, dass weder er noch seine Frau nun pleite seien. «Es gibt ein paar Probleme», sagt er, «doch sind wir daran, diese zu lösen.» Die Gläubiger würde es freuen, doch haben sie die Hoffnung aufgegeben. Vielmehr befürchten sie, Schnyder und Hofmann könnten sich in Ausland absetzen.