Luftverschmutzung in Melbourne

14. Januar 2020 19:06; Akt: 14.01.2020 19:14 Print

Sportarzt erklärt Gefahren für Tennisspieler

von Tobias Müller - Der Zürcher Sportarzt Walter O. Frey über die Gefahren des Feinstaubs und warum Tennisspielen in Melbourne zurzeit eine schlechte Idee ist.

Die Slowenin Dalila Jakupovic hatte während ihres Quali-Spiels fürs Australian Open Atemprobleme. (Video: Tennis Australia via AP)
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Laut dem internationalen Echtzeit-Luftqualitätsindex AQI war die Luft in Melbourne am Dienstagabend aufgrund der anhaltenden Buschbrände in der Region «sehr ungesund». Was bedeutet das für die Tennisspieler beim Australian Open?
Der Spieler atmet intensiv diese Rauchluft ein. Der darin enthaltene Feinstaub kann über die Atemwege in den Körper gelangen und dort die Schleimhäute und Bronchien reizen. Dies kann zu Entzündungen führen, zu Husten oder sogar zu Atemnot. Besonders gefährlich ist eine hohe Feinstaubbelastung bei Menschen, die bereits an einer Lungenkrankheit wie Asthma leiden.

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Sollte das Australian Open verschoben werden?

Ist eine hohe Feinstaubbelastung für Sportler schlimmer als für nichtaktive Menschen?
Sportler sind viel mehr von der Feinstaubkonzentration in der Luft betroffen, da sie ein riesiges Atemvolumen umsetzen und sich somit gleichzeitig viel grösseren Mengen an Feinstaub exponieren.

Ab wann wird die Feinstaubbelastung gefährlich?
Einerseits gibt es dafür Grenzwerte, andererseits reagiert jeder Mensch individuell. Sobald jemand Symptome verspürt, wie Augenbrennen, Nasenlaufen, vor allem aber an Hustenattacken leidet, muss er sich überlegen, ob es Sinn macht, sich weiter zu exponieren. Ein Athlet auf dem Tenniscourt wird sich mit seinen Betreuern absprechen, ab wann er mit Sporttreiben aufhören soll.

Was können die Tennisspieler in Melbourne gegen die Feinstaubbelastung machen?
Am meisten würde wohl helfen, so wenig wie möglich zu atmen (lacht). Nein, im Ernst: Am Schluss hilft nur, sich vor dem Feinstaub zu schützen, sich also an Orten oder in Räumen aufzuhalten, wo die Werte tiefer sind.

Kann zu viel Feinstaub lebensgefährlich sein?
In der Regel ist er akut für einen gesunden Menschen nicht lebensgefährlich, auch bei Sportlern unter Belastung sollte dies in der Regel nicht der Fall sein. Leidet ein Athlet aber bereits an Asthma, kann eine extreme Reaktion tatsächlich bedrohlich für den Körper sein.

Kann erhöhter Feinstaub in der Luft zu Langzeitschäden führen?
Ist man sehr lange erhöhten Werten ausgesetzt, kommt es zu chronischen Schäden. Die Partikel können bis ins Herz-Kreislauf-System eindringen und dort lebenswichtige Zellen beschädigen, Herz-Kreislauf-System- oder Lungenerkrankungen sind die Folgen.

Denken Sie als Sportarzt, dass man das Australian Open unter solchen Bedingungen absagen oder verschieben müsste?
Das ist eine schwierige Frage, da ich die genaue Zusammensetzung der Luft in Melbourne nicht kenne. Aber Fachleute befinden sind vor Ort, die die Luftverschmutzung ständig messen.Gemeinsam mit den Organisatoren des Turniers werden sie sich auf jeden Fall Gedanken zu einem Worst-Case-Szenario machen.

Sportarzt Walter O. Frey.

Tennis

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jock Klaas am 14.01.2020 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Um Sportler macht ihr euch Sorgen?

    Was ist mit den Menschen in dieser Stadt? Mit den Feuerwehrmänner? Mit den Tieren? Um solches müssen wir uns Gedanken machen und nicht um Tennisspieler die wegen Geld anreisen

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  • Phil Krill am 14.01.2020 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... in der Hand ...

    ... die Organisatoren werden wohl kaum das Turnier absagen, egal wie hoch die Feinstaubkonzentration ist. Da ist zuviel Geld auf dem Spiel. Es liegt in der Hand der Sportler - ausser sie gewichten das Geld auch höher als ihre Gesundheit ...

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  • Jock Klaas am 14.01.2020 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache Sport

    Warum spielt man Tennis bei der Kriese? Es gibt sicher wichtigeres als tennisspiel bei diser Sytuation. Nehmt eure Schleger und macht das Feuer aus, dann seit ihr Profis!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Kleiderbügel Bünz und Benzvon Bolt am 15.01.2020 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    lieber Doktor: die grösste aller Gefahren für Tennisspieler ist die Sucht nach immer mehr Geld, leider !

  • Xoxito am 15.01.2020 05:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruhe

    Oh die armen armen Tennisspieler wo als Nummer 100 noch Millionäre werden. Was soll das denn das gejammer.

  • Eruhlamnie Eruhremmi am 15.01.2020 02:37 Report Diesen Beitrag melden

    Falls nötig verweigern

    Die Spielerräte sollten am Montag bei Turnierbeginn die Lage sondieren. Sind die Bedingungen weiterhin nicht akzeptabel, sollten alle Spieler das Turnier boykottieren. Was wollen die Verbände denn dann machen?! Alle Spieler sperren?! Die Gesundheit ist da wichtiger.

  • Hüppi Daniel am 14.01.2020 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hüppi

    ist das Geld eigentlich nur noch das einzige was zählt?? Ich gehe lieber ins Wallis und bin Eishockey Fan von Visp. Das ist Sport. Oder Frauenfussball in Flawil. Das ist Sport. Arbeiten und trainieren bis zur Erschöpfung und trotztdem tolle Leistung bringen. Das ohne Geld.

    • Tom am 14.01.2020 21:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Hüppi

      Sorry aber Frauenfussball ist so was von langweilig

    • Rocko am 15.01.2020 00:49 Report Diesen Beitrag melden

      Langweilig?

      Man(n) kann nicht immer auf den Ball schauen... ;-)

    • Tr.Ottel am 15.01.2020 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom

      Sorry der kommtar ist so was von langweilig

    • vans29 am 15.01.2020 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tr.Ottel

      Frauenfussball ist und bleibt langweilig..... Sorry, ist aber so.

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  • claudia am 14.01.2020 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    respektlos

    absagen! nicht wegen der gesunheit der sportler sondern aus respekt. setzt die millionen-gagen lieber für einen effektiven kampf gegen das feuer ein