Wutanfall am ATP-Cup

07. Januar 2020 17:31; Akt: 07.01.2020 20:41 Print

Tsitsipas rastet aus und verletzt seinen Vater

von Simon Graf - Die junge Tennissaison hat ihren ersten Skandal: Der Grieche trifft am ATP-Cup beim Toben seinen Vater Apostolos mit dem Racket.

Zuerst verliert Stefanos Tsitsipas den ersten Satz im Tiebreak. Dann geht er auf den eigenen Vater los. (Video: Amazon Prime)
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Vielleicht ist 2020 ja alles anders. Ein Tennisspiel, in dem Nick Kyrgios der besonnenere Akteur auf dem Court ist, das ist ungewohnt, ja spektakulär. Es ereignete sich in Brisbane am ATP-Cup im Duell des australischen «Bad Boys» gegen Stefanos Tsitispas. Der Grieche war nach dem Verlust des ersten Satzes im Tiebreak ausser sicher, fuchtelte auf dem Weg zur Bank wild mit dem Racket herum, schlug es zuerst auf eine Werbetafel und dann auf seinen Stuhl, wobei er dummerweise seinen daneben sitzenden Vater Apostolos am Unterarm traf. Dieser blutete und lief irritiert davon.

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Eine der Eigenheiten des ATP-Cups ist, dass der Coach neben dem Spieler Platz nehmen darf – und im Falle von Tsitsipas ist dies sein Vater. Dieser hatte versucht, den Racketschwüngen seines Sohnes auszuweichen, allerdings erfolglos. Mutter Julia, die auf der Tribüne sass, eilte sofort herbei, um mit ihrem Sohn ein ernstes Wörtchen zu reden. Der 21-Jährige war aber so aufgebracht, dass er es in diesem Moment versäumte, sich bei seinem Vater zu entschuldigen. Glücklicherweise wurde dieser nur mit dem Racket touchiert, sonst hätte er eine ernstere Verletzung davontragen können.

Tsitsipas wurde von Schiedsrichter Mohamed Lahyani für sein Fehlverhalten verwarnt, im dritten Durchgang ein weiteres Mal, weshalb er dann mit einem Punktverlust bestraft wurde. Eine Busse dürfte er auch noch erhalten. Als sein Zorn etwas verflogen war, sagte der Sieger des ATP-Finale von London: «Es war ein Missgeschick, ich habe das nicht absichtlich getan. Das kann passieren.» Scherzend fügte er an: «Vielleicht wird mir mein Vater nun verbieten auszugehen. Vielleicht muss ich drei Tage lang in meinem Zimmer bleiben.»

Jedenfalls nicht auszudenken, wie gross der Aufruhr gewesen wäre, hätte sich Kyrgios eine solche Entgleisung geleistet. Der Australier, der sich mit 7:6, 6:7, 7:6 durchsetzte, sagte danach schalkhaft: «Ich kann mir das nicht leisten. Ich bin auf Bewährung.» Er konzentriert sich derzeit lieber darauf, Tennis zu spielen und Geld zu sammeln, um die Buschbrände in Australien zu bekämpfen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tuptim am 07.01.2020 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann geht er auf seinen Vater los...

    Also für mich sieht das so aus, als ob er mit dem Schläger einfach seine Wut rauslässt und seinen Vater nicht absichtlich verletzt hat. " Dann geht er auf seinen Vater los" ist es biiitzali Übertrieben geschrieben oder nicht? Ausrasten ist nicht so Gentlemen like... aber der ging nicht auf den Vater los.

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  • Coach am 07.01.2020 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild?

    Diese Typen sollten 6-7 stellige Bussen erhalten. Sonst lernen Sie nie, wie sich ein Spitzensportler, ist ja auch Vorbild, verhalten soll!

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  • arroganz am 07.01.2020 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das kommt davon

    wenn man unbedingt so affig tun muss und theatralisch schläger zerstört... ich find es sowieso unterste schublade hochwertiges material einfach so zu demolieren, viele junge talente ohne mittel hätten sicher gerne so einen schläger...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • merkwürdig.ch am 08.01.2020 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fragwürdige reaktion des vaters

    Schon lustig wie der vater sinuliert! (lach) und vom verhalten seines sohnes abgesehen! welches ich auch nicht iO finde!

  • Leonidas am 08.01.2020 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kindisches Verhalten

    Vielleicht ist Tennis nicht der richtige Sport für uns Griechen. Und wer bezahlt das neue Racket? Die EU?

  • pretty_licka am 08.01.2020 13:55 Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Marsipulami am 08.01.2020 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wie auch immer.....

    Was ich hier für Kommentare lese fasziniert mich wieder einmal. Also ist nur Spitzensportler wer keine Emotionen zeigt und sich auch NIE aufregt? Wieviele male hat sich Roger aufgeregt? (Und nicht immer sehr nobel) Dabei wurden auch schon damals die Spiele von John McEnroe doch von den meisten genau deswegen angesehen! Genau wegen seiner Eskapaden! Dabei ist der Mensch seit Gedenken sensationsgeil. Also alles in allem einfach nur wieder einmal Gehäuchel hier zu lesen. Warum würde man sonst gleich einen Artikel darüber schreiben?

  • Sarah Ryffel am 08.01.2020 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    "Das kann passieren."

    "Das kann passieren." Ernsthaft? Etwas Besseres ist ihm nicht eingefallen? Eine wirklich tolle Einstellung