Marathonläuferin von London

30. April 2019 21:54; Akt: 30.04.2019 21:54 Print

«Auf einem Auge konnte ich nichts mehr sehen»

Beim London Marathon brach Hayley Carruthers kurz vor der Ziellinie zusammen. Jetzt erzählt die Athletin, wie sich ein solcher Moment anfühlt.

Hayley Carruthers brach kurz vor dem Ziel zusammen. (Video: BBC)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Tausende Zuschauer mussten am Sonntag in London zusehen, wie Marathonläuferin Hayley Carruthers nur knapp einen Meter vor der Zielgerade zusammenbrach und auf allen vieren durchs Ziel kroch. Trotz der dramatischen Szenen war die 26-Jährige am nächsten Tag topfit und erschien wie gewohnt zur Arbeit.

Carruthers arbeitet als Radiologin für Krebspatienten in einem staatlichen Spital in Birmingham. Am Montag postete sie auf ihrem Twitter-Account ein Selfie im weissen Kittel. «Macht euch keine Sorgen, Leute. Mir gehts gut», schrieb sie dazu.


«Ich dachte, ich schaffe es nicht ins Ziel»

Dem Radiosender Radio 1 Newsbeat erzählte die Athletin, wie sie den London Marathon erlebte. Bereits in der Hälfte des Rennens habe sie begonnen, sich unwohl zu fühlen. «Meine Beine waren wie aus Blei. Ich fing an, jeden einzelnen Schritt zu zählen. Mein Kopf war ganz durcheinander und ich glaube, ich konnte auf einem Auge nichts mehr sehen.»

Es ging ihr von Minute zu Minute schlechter: «Als ich merkte, dass ich noch zehn Kilometer vor mir hatte, dachte ich, dass ich es niemals bis ins Ziel schaffe.» Sie habe gespürt, wie ihre Beine nachgaben und sie sich nicht mehr bewegen konnte. «Ich war wie versteinert. Es war psychisch und körperlich das Härteste, was ich je getan habe», erzählt die 26-Jährige.

Trotz allem erreichte Carruthers mit 2:33:59 Stunden die Ziellinie auf dem 18. Platz. Als erfahrene Marathonläuferin habe sie vergangenen Sonntag einen schweren Fehler gemacht: «Ich habe viel zu schnell angefangen.» Die Lektion habe sie nun für ihr nächstes Rennen gelernt.

Resultate und Tabellen

(kle)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Läufer am 30.04.2019 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sport, ist anders!

    Das nenne ich nicht mehr Sport..,das ist Selbstzerstörung, auf Raten!

    einklappen einklappen
  • Peter Pan am 30.04.2019 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kenn ich

    Nach 42,159 Meter bin ich beidseitig blind, dehydriert und halbseitig gelähmt

    einklappen einklappen
  • vreni am 30.04.2019 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erschöpft

    Das ist unverantwortlich. Mann muss auch mal einsehen wenn der körper einem sagt halt ich mag heute nicht mehr.Das wäre die richtige grösse!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pragmatiker am 01.05.2019 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Sie macht es ja freiwillig...

  • Clyde Barrow am 01.05.2019 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Volle Pulle

    Finde es super genial...einfache Aufopferung... Der Mensch braucht dies...niedlich... Schneller, sind wir uns nicht los...

  • Fanny am 01.05.2019 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Gabriela Andersen Los Angeles 1984

    Schau auf YT. Dazu Going to the Distance. Das kann ich mir hundert mal ansehen. Unglaublich was der Körper und Geist trotz allem leisten kann. Andersen - Schiess hat einen Verpflegungsposten verpasst.

    • Firestarter am 01.05.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Fanny

      Ich geh davon aus, dass du diese unglaubliche Leistung auch an deinem Arbeitsplatz umsetzt.

    einklappen einklappen
  • Bike Mike am 01.05.2019 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sensationell

    Das Beispiel zeigt, was der Mensch mit seiner Willenskraft erreichen kann. Vermutlich nicht sehr gesund, aber eindrücklich.

    • Firestarter am 01.05.2019 13:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Bike Mike

      Genau diese Willenskraft wird tagtäglich an den Arbeitsplätzen umgesetzt. Einfach sensationell.

    • Blue am 01.05.2019 18:55 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Merci! Für mich ist jeder Arbeitstag eine Herausforderung, weil eigentlich würde ich mich lieber um mich, meine Familie und meine Tiere kümmern- geht aber nicht ohne Geld und somit nicht ohne Job

    einklappen einklappen
  • Peter am 01.05.2019 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist gesund?

    Der Marathonlauf ist es für einen normalen Hobbyläufer vermutlich nicht, aber das Training dafür ist es auf jeden Fall. Und dann kann man noch so bewusst trainieren und auf seinen Körper hören ... und fällt dann mit 50 bei einem stinknormalen 10 km Volkslauf wegen eines plötzlichen Herzstillstandes ohne feststellbare Ursache tot um (wie es letztes Jahr einem Freund von mir passiert ist).