Unihockey-WM

10. Dezember 2011 11:25; Akt: 10.12.2011 11:26 Print

«Das ist die grosse Chance für uns»

von Alexandra Stäuble - Der Halbfinal zwischen der Schweiz und Schweden ist das Highlight der Unihockey-WM. Schweden-Legionärin Natalie Stadelmann erklärt, weshalb ihr Team gegen den grossen Favorit bestehen kann.

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Schweden jubelt über den WM-Titel. Im Spiel um die Goldmedaille bezwangen die Schwedinnen ihre finnischen Kolleginnen 4:2. Grenzenlose Enttäuschung bei den Schweizerinnen: Auch die Bronzemedaille ist weg. Dabei fing alles so gut an: Corinne Rüttimann erzielt das 2:0 für ihr Team. Rang drei ist zum Greifen nahe. Bis zum Schlussdrittel. Dann drehen die Tschechinnen auf und gleichen zum 2:2 aus. Die Schweiz vergibt eine Unmenge an Hundertprozentigen und muss zuschauen ... ... wie Tschechien in Führung geht und diese bis zum Schluss nicht mehr abgibt. Die Überraschung ist perfekt: Tschechien gewinnt die Bronzemedaille an der Unihockey-WM 2011. Grosse Enttäuschung für die Schweizerinnen: Nach dem 2:11 gegen Schweden im Halbfinal müssen sie im kleinen Final um Bronze kämpfen. Das Heimteam erwischt einen schlechten Start: Bereits nach 20 Minuten führt Schweden mit 6:1. Die Schwedinnen können am Sonntag ihren WM-Titel verteidigen. Lange Gesichter bei der Schweizer Nationalmannschaft. Nach dem deutlichen Sieg über Tschechien trifft Finnland im WM-Final auf Schweden. Finnland ist das einzige Team, welches Schweden die vergangenen sechs Jahre bezwingen konnte. Diese Affiche verspricht Spannung pur! Die Fans freuen sich auf das skandinavische Endspiel an der Unihockey-WM 2011. Nach der Schweiz und Schweden zieht mit Finnland auch der dritte Titelfavorit souverän in den Halbfinal ein. Verteidigerin Laura Kokko und Keeperin Joanna Mäkelä strahlen nach dem Sieg gegen Polen um die Wette. In einem WM-Viertelfinal reicht es halt nicht, wenn man sich nur hinten reinstellt. Auch Tschechien schafft es in den Halbfinal. Dort geht es am Samstag gegen Finnland. Corin Rüttimann (l.) und Julia Suter freuen sich: Die Schweiz steht im WM-Halbfinal. Priska von Rickenbach teilt ihre Freude darüber mit Mimo. Captain Simone Berner verschiesst zwar in der 6. Spielminute einen Penalty... ...Stürmerin Mirca Anderegg bringt die Schweiz aber danach mit ihren beiden Treffern (2:1 und 4:1) auf Halbfinalkurs. Nun wartet der amtierende Weltmeister aus Schweden. Der skandinavische Viertelfinal geht klar an Schweden. Wenns passt, dann passts! Im Team von Schweden stimmt derzeit alles, auch das Schuhwerk von Karolina Widar. Manchmal muss der Frust einfach raus! Dieser Fan aus Norwegen wird von Mimo getröstet. Die Schweiz gewinnt auch das dritte Gruppenspiel überlegen. Obwohl der Sieg nicht so hoch ausfällt wie erhofft, sind die Fans zufrieden. Nicht zufrieden ist in diesr Situation Natalie Stadelmann. Die Stürmerin ärgert sich über ein aberkanntes Tor. Nun spielt die Nationalmannschaft am Donnerstag gegen Lettland um den Einzug in den Halbfinal. Nach zwei deutlichen Niederlagen gegen die Schweiz und Polen kommt Russland doch noch zu einem Sieg. Die Bilanz von Holland ist dagegen vernichtend: Drei Spiele, drei Niederlagen. Dennoch vergeht den Oranjes die Lust am Singen nicht. Schweden siegt weiterhin und macht seine mitgereisten Fans glücklich. Eines ist sicher: Der Schiedsrichter muss sich entscheiden, welches Team Recht beh. Im Viertelfinal kommts nun zum skandinavischen Duell zwischen Schweden und Norwegen. Wenn man vom Nachbarland derart deutlich abgefertigt wird, kann man sich ruhig in die Ecke verkriechen und ein wenig heulen. Tschechien qualifiziert sich souverän für den Viertelfinal. Japan scheidet nach der dritten Niederlage vorzeitig aus. Die Freude über diesen Treffer lassen sich die Spielerinnen aber nicht nehmen. Endlich erfolgreich! Die USA kommt im letzten Gruppenspiel zum ersten Sieg. Diese Fans haben was zu feiern. Norwegen sichert sich das Viertelfinal-Ticket. Lässt sich die ungarische Torhüterin diesen Ball noch klauen? Mit 0:30 verlieren die US-Girls gegen Schweden. Diese Fans lassen sich dadurch aber nicht die Stimmung verderben. Der Titelfavorit aus dem Norden gewinnt auch sein zweites Spiel überlegen. Seltenes Bild: Für einmal kann die amerikanische Keeperin einen Schuss abfangen. Erste-Hilfe-Koffer oder Getränkebox? Der finnische Coach erklärt den nächsten Spielzug. Sind das Kän­gu­rus? Bald dürfen sie wieder in Down Under hüpfen. Die Australierinnen scheiden nämlich nach der Vorrunde aus. Diese Tschechin hat sich fürs Einwärmen ein besonderes Tenü ausgesucht. Kurz vor dem Anpfiff streifen sich dann aber alle das richtige Trikot über den Kopf. Für die slowakische Keeperin wird es eng. Ob sie diesen Ball noch erwischt? In dieser Szene hat sie dagegen alles im Griff - allen voran das Gehäuse. Im zweiten Gruppenspiel glänzen die Schweizerinnen erneut mit Offensivpower. Julia Suter (r.) jubelt mit ihren Teamkolleginnen über einen Treffer. Weg da! Stürmerin Tanja Stella scheint der holländischen Torfrau die Sicht zu nehmen. Immerhin: Die tapfer kämpfenden Holländerinnen kommen zum Ehrentreffer. Die zahlreichen Fans freuen sich über das Tor. Nina Bärtschi wird nach der Partie zur besten Schweizerin gekürt. Die Titelverteidigerinnen aus Schweden starten ebenfalls gut ins Turnier. Sie kommen zu einem überlegenen 23:0-Sieg gegen Japan. Wenigstens eine Japanerin kann nach der Klatsche gegen Schweden noch lachen. Die Autogramme der Schwedinnen sind in St. Gallen heiss begehrt. Am zweiten Tag der WM überraschen die Deutschen mit einem neuen Haarband. Der Wechsel zahlt sich aus: Mit den neuen Farben gewinnen sie gegen Australien mit 8:0. Australien muss bisher unten durch (1:13 gegen Finnland und 0:8 gegen Deutschland). Es bleibt den Spielerinnen nichts anderes übrig, als die beiden Niederlagen mit einem kräftigen Schluck runterzuspülen. Der Schiedsrichter sieht sich gezwungen, die Partie USA - Dänemark für einen kurzen Moment zu unterbrechen. Lettland sucht sich vor dem Spiel gegen Finnland ein ruhiges Plätzchen. Bundesrat Ueli Maurer eröffnet die Unihockey-WM der Frauen in St. Gallen. Die Schweiz spielt in der Gruppe A gegen Holland, Russland und Polen. Captain Simone Berner führt ihr Team für das erste Spiel an der Heim-WM aufs Feld. Dies vor einer atemberaubenden Kulisse. 1900 Zuschauer fanden den Weg ins St. Galler Athletik Zentrum. Ein Start nach Mass: Die Schweiz feiert einen 21:1-Kantersieg gegen Russland. Stürmerin Mirca Anderegg (r.) ist mit vier Vorlagen und einem Treffer massgeblich am Erfolg beteiligt. Erfolgreichste Skorerin für die Schweiz ist aber Julia Suter. Sie trifft fünfmal ins Schwarze und gibt drei Vorlagen. Auch wenn die Russinnen nichts vom Spiel haben, kommen sie zum Ehrentreffer. Die erst Sechzehnjährige Svetlana Wiktorowa freut sich über ihr Tor zum zwischenzeitlichen 1:13. Nach dem Spiel erfüllt Captain Simone Berner zahlreiche Autogrammwünsche. Auch unsere nördlichen Nachbarinnen sind bei der WM mit dabei. Die Deutschen tragen an der WM ein spezielles Haarband. Diese Fans aus Lettland mögens ebenfalls haarig. Ob nun mit oder ohne Haarband: Die beliebteste Frisur bei den Spielerinnen sieht so aus (hier die Ungarin Vivien Jetzin). Unihockey ist ein Sport mit reichlich Körperkontakt. Die ungarische Keeperin braucht eine kurze Auszeit. Auch Ungarns Torfrau erwischts im Gesicht. Die Keeperinnen müssen stets wachsam sein (hier die holländische Schlussfrau). Auch diese Unparteiische hat sich eine spezielle Haarpracht ausgedacht. Australien wird in der St. Galler Kreuzbleiche kräftig unterstützt. Das Team aus Down Under ist gegen Finnland aber chancenlos und verliert mit 1:13.

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Für gewöhnlich ist der Final einer Weltmeisterschaft das Nonplusultra - nicht aber für die Schweizer Unihockey-Frauen. An der Heim-WM in St. Gallen ist es der Halbfinal, welcher zum Highlight des Turniers avanciert. Die Schweizerinnen treffen dort auf die Titelverteidigerinnen aus Schweden. Wollen sie den Titel holen - was das erklärte Ziel der Schweiz ist-, müssen sie gewinnen. Das Head-to-Head sieht jedoch vernichtend aus: Bislang ging die Schweiz bei einem Länderspiel nur einmal (2005) als Sieger vom Platz.

Im selben Jahr holten die Schweizerinnen den Weltmeister-Titel, mussten Schweden auf dem Weg zur Goldmedaille aber nie bezwingen. 2007 und 2009 holte Schweden zweimal nacheinander den Titel. Vor zwei Jahren besiegte Schweden die Schweiz im WM-Final im schwedischen Västeras mit 6:2. Nun wollen die Schweizerinnen zurückschlagen.

Natalie Stadelmann war beim Titel 2005 mit dabei. Die 32-Jährige ist mit 120 Einsätzen die Rekord-Internationale der Nationalmannschaft. Nicht nur aufgrund ihres Erfahrungsschatzes wird ihr Können gegen Schweden gefragt sein: Letzten Frühling wechselte die Stürmerin in die schwedische Eliteserien zum Spitzenklub KAIS Mora. Dadurch kennt Stadelmann das schwedische Unihockey und einzelne Nationalspielerinnen bestens.

20 Minuten Online: Natalie Stadelmann, Sie waren beim WM-Titelgewinn 2005 in Singapur mit dabei. Verspürt man den grösseren Druck, wenn man nun zuhause antritt?
Natalie Stadelmann: Der Druck ist sicherlich grösser, gerade weil die WM im eigenen Land stattfindet. Als Spielerin möchtest du der Familie, Freunden, dem ganzen Publikum und auch den Medien etwas zeigen. Im bisherigen Verlauf des Turniers konnten wir mit diesem Druck gut umgehen.

Nun geht es bereits im Halbfinal um alles oder nichts. Wünscht man sich als Spielerin nicht, dass man erst im Final gegen Schweden spielen darf?
Als im Vorfeld des Turniers klar wurde, dass wir voraussichtlich vor dem Final auf Schweden treffen, haben sich viele Leute darüber beschwert - vor allem Aussenstehende. Ich persönlich finde es sehr positiv und sehe es als grosse Chance für uns. Und wenn wir den Titel holen wollen, müssen wir die Schwedinnen ohnehin besiegen.

Durch den Wechsel zu KAIS Mora haben Sie das schwedische Unihockey etwas besser kennengelernt. Wie werden die Schwedinnen in dieses Spiel gehen?
Sie unterschätzen uns auf keinen Fall und wissen, dass es gegen uns nicht einfach wird.

Haben Sie sich mit ihren Teamkameradinnen bei Mora über die Weltmeisterschaft unterhalten?
Nicht wirklich. Wir haben nur darüber gesprochen, dass wir uns freuen, einander in St. Gallen zu sehen und gegeneinander zu spielen.

Demnach wurden teamintern keine Wetten abgeschlossen?

Nein, Wetten wurden bisher keine abgeschlossen (schmunzelt).

Zwar gibt es keine Wetten, dennoch spricht die Statistik klar für Schweden. Was macht diese Mannschaft so stark?
Sie sind enorm auf sich selber fokussiert. Wenn sie ein oder zwei Tore erzielen, können sie jeweils nochmals einen Gang höher schalten. Sie können sich so in einen Spielrausch spielen. Unser Ziel ist es, dies zu verhindern.

Auf welche Stärke will sich Ihr Team besinnen?
Oft sagt man, dass es im Team stimmt. Muss man ja irgendwie auch. Aber: Dies ist nun meine siebte WM und ein solches Team hatten wir wirklich noch nie. Wir verbringen seit der Vorbereitung eine menge Zeit miteinander und kennen uns dadurch sehr gut. Zudem haben wir eine grosse Breite im Team und sind offensiv brandgefährlich. Und natürlich der Heimvorteil.

Sie leben und spielen nun seit August in der stärksten Liga. Ist man in Schweden Profi?
Ja, momentan arbeite ich nicht. Zwar verdiene ich nicht viel, dennoch reicht es aber, um über die Runden zu kommen. Anfangs habe ich keinen Job gesucht, weil wir in den vergangenen Monaten oft mit der Nationalmannschaft unterwegs waren. Jetzt schaue ich zusammen mit dem Verein, ob ich vielleicht ab Januar eine Stelle finde.

Ging mit diesem Wechsel ein Traum in Erfüllung?
Auf jeden Fall. Das ist sicherlich auch der Traum von anderen Spielerinnen und auch Spieler.

Mit 32 Jahren noch den Schritt ins Ausland zu wagen, ist eher ungewohnt. Weshalb erfolgte der Wechsel erst so spät?
Erstens hatte ich noch nie ein so konkretes und gutes Angebot. Zweitens fehlte mir vorher der Mut dazu, obwohl die Möglichkeiten da waren. Im April hat es sich nun ergeben, weil ich bereit für eine Veränderung war. Zudem bin ich nicht mehr die Jüngste und wenn ich dann nicht gegangen wäre, hätte ich es wohl nicht mehr gemacht.

Können Sie schon Schwedisch?
Da ich bis jetzt oft mit der Nationalmannschaft unterwegs war und nicht arbeite, komme ich nicht so rein. Das ist nicht ideal, aber meine Teamkolleginnen sprechen jetzt nur noch Schwedisch mit mir und ich gebe auf Englisch Antwort. So lerne ich die Sprache auch ein bisschen.

Sie haben in Mora einen Einjahresvertrag unterschrieben. Gibt es schon Pläne für danach?
Im Moment nicht, aber es werden Gespräche stattfinden. Wenn ich darüber nachdenke, wäre ich bereit, noch ein Jahr zu bleiben. Natürlich müsste man das mit dem Verein zusammen anschauen, gerade was einen Job betrifft.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Unihockeyliebhaber am 10.12.2011 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf zum WM-Titel...!!!

    Hopp Schwiiz...!!!

  • skeptiker am 10.12.2011 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Sverige

    Hopp Schweden, Hopp Sverige, Schnell, Cool, effizent. Zur den Schweizerinnen in den Gruppen spielen hatten die Schweizerinnen immer mehr mühe in die Gänge zukommen und auch was die Schweizerinnen zu bieten haben kann ich nur schmunzeln, austeilen aber nicht einstecken können, typisch Schweiz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Unihockeyliebhaber am 10.12.2011 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf zum WM-Titel...!!!

    Hopp Schwiiz...!!!

  • skeptiker am 10.12.2011 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Sverige

    Hopp Schweden, Hopp Sverige, Schnell, Cool, effizent. Zur den Schweizerinnen in den Gruppen spielen hatten die Schweizerinnen immer mehr mühe in die Gänge zukommen und auch was die Schweizerinnen zu bieten haben kann ich nur schmunzeln, austeilen aber nicht einstecken können, typisch Schweiz.