Fragebogen zur Corona-Krise

23. März 2020 11:32; Akt: 23.03.2020 11:33 Print

«Die Dummheit der Leute macht mir Angst»

Heute mit Andy Schmid (36), Schweizer Handball-Star bei den Rhein-Neckar Löwen.

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Wie sehr macht Ihnen das Coronavirus Angst?
Diese Ungewissheit ist beängstigend. Und wie schnell sich das Virus verbreitet ebenso. Von unserer Mannschaft wurden neun Spieler getestet und sieben waren positiv. Uns jüngeren Menschen kann dieses Virus zumeist nicht gross etwas anhaben, aber ich habe Angst um die älteren Leute und Menschen mit einem schwachen Immunsystem. Angst macht mir auch, dass viele Leute die Lage noch immer völlig unterschätzen. Daher macht mir die Dummheit gewisser Leute fast am meisten Angst.

Welchen Einfluss hat das Coronavirus auf Ihren Alltag?
Es hat meinen Alltag komplett auf den Kopf gestellt, da ich mit meiner Familie für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt worden bin, weil ich eine Kontaktperson ersten Grades von Infizierten bin.

Halten Sie sich an die Verordnungen und Empfehlungen?
Ja absolut, ich habe derzeit keinerlei soziale Kontakte ausserhalb meiner Familie.

Wie trainieren Sie derzeit?
So gut es geht bei mir im Garten. Daneben bin ich nun auch als Lehrer von meinem Sohn tätig, der in die zweite Klasse geht.

Für welche Tätigkeiten gehen Sie noch aus dem Haus?
Für gar keine im Moment.

Wie verbringen Sie in diesen Tagen Ihre Freizeit?
Ich bin daheim, 24 Stunden am Tag. Vom Beruf habe ich derzeit viel Freizeit. Aber wir haben auch zwei Kinder, die betreut sein müssen. Es ist eigentlich ein geregelter Ablauf, aber eben in sehr eingeschränkter Form.

Welche Corona-Challenge haben Sie bereits ausprobiert?
Keine. So langweilig ist mir dann doch noch nicht.

Was fehlt Ihnen derzeit am meisten?
Die Normalität, einfach rausgehen zu können und das Freiheitsgefühl.

Haben Sie wegen der Corona-Krise Existenzängste?
Nein, das nicht. Aber ich sehe natürlich die weitreichenden Folgen für kleinere und auch grössere Unternehmen. Mein Verein wird sicher auch Mühe haben, sich von dieser Situation zu erholen. Da ist nun viel Solidarität gefragt.

Wie schöpfen Sie in solchen Zeiten Zuversicht?
Daraus, dass man hofft, dass es besser wird. Und davon bin ich auch überzeugt, aber wir müssen geduldig sein. Wenn wir uns an die Vorgaben halten, zu Hause bleiben, keine sozialen Kontakte haben, wird es schneller gehen. Daraus nehme ich meine Zuversicht. Und vielleicht verändert diese Krisen-Situation ja auch die Denkweise der Menschen, denn wir sehen nun wie verwundbar wir sind und dass wir auf dieser Welt eigentlich nur zu Gast sind. Vielleicht wird nun dieses ewige Höher, Schneller, Weiter ein wenig eingebremst.

Auf was freuen Sie sich am meisten, wenn die Verbote aufgehoben werden?
Darauf, wieder in die Schweiz zu fahren und meine Familienangehörigen sehen zu können. Ich freue mich auch, wieder trainieren und spielen und ganz normal vor der Haustüre bewegen zu können. Und jetzt, nach einer Woche Quarantäne, freue ich mich nur schon darauf, mal wieder einkaufen zu gehen.

Ihre Botschaft an Ihre Fans:
Jeder muss nun kapieren, dass dies keine gewöhnliche Grippe ist und noch sehr viele Leute sterben werden, wenn wir uns nicht an die Regeln halten. Wir Jüngeren tragen nun für die anderen die Verantwortung. Es braucht jetzt Solidarität und Solidarität bedeutet derzeit Isolation.

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