Alis Sprüche

04. Juni 2016 11:31; Akt: 05.06.2016 13:40 Print

«Ich bin der König der Welt!»

Muhammad Ali war boxender Angeber, Grossmaul und Spassmacher zugleich. Die bekanntesten Zitate.

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Cassius Clay hiess der 18-jährige Jüngling aus Kentucky, der 1960 in Rom die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewinnt. Dass aus ihm der grösste Boxer aller Zeiten werden würde – wer hätte das damals geahnt? Nach Ausbruch des Vietnam-Kriegs wurde Clay für die Armee rekrutiert, er weigerte sich aber und sagte: «Kein Vietkong hat mich je Nigger genannt.» Unterstützt wurde er von Dr. Martin Luther King. Die Weigerung brachte ihm eine Sperre durch den internationalen Boxverband von rund drei Jahren ein. Kurz nach seinem Comeback durfte Clay 1964 in Miami erstmals um den WM-Titel im Schwergewichtsboxen kämpfen, Gegner war Titelverteidiger Sonny Liston. Es kam schon im Vorfeld zum Wortgefecht, Clay nannte Liston «einen kleinen, stinkenden Bär». Und gewann schliesslich mit technischem K.O. 1965 kam es zum Rückkampf, Cassius Clay hiess nach dem Übertritt zum Islam nun Muhammad Ali. Der Kampf in Lewiston, Maine, war einer der legendärsten seiner Karriere: Nach weniger als zwei Minuten war er beendet. Es war der «Kampf des Jahrhunderts» im Madison Square Garden: Muhammad Ali (links) gegen Joe Frazier. «The Greatest» gegen «Smokin' Joe». Der Rebell gegen den Patrioten. Und Frazier gewann das erste von letztlich drei Duellen dieser vielleicht erbittertsten Rivalität in der Welt des Sports. 1974 kam es zum «Rumble in the Jungle» in Kinshasa, Zaire: Ali, der nach einem ersten Rücktritt sein Comeback gab, gegen George Foreman. Ali fuhr im Vorfeld durch die Stadt und brachte die Menschen auf Betriebstemperatur. Es sollte einer der berühmtesten Boxkämpfe aller Zeiten werden. Am 30. Oktober 1974 streckte Ali seinen Widersacher Foreman in Kinshasa mit einem rechten Haken nieder und gewann den Kampf im Dschungel in der achten Runde. Ein doppelter Muhammad Ali im Vorfeld des «Thrilla von Manila» auf den Philippinen, der dritte Kampf gegen Joe Frazier. Wieder gewann Ali, diesmal durch technischen K.O. kurz vor Schluss. Am 26. Dezember 1971 boxte Muhammad Ali auch ein einziges Mal in der Schweiz: Im Zürcher Hallenstadion gewann er gegen den Deutschen Jürgen Blin. Das Foto zeigt ihn beim Sightseeing an der Langstrasse. Seinen letzten Boxkampf bestritt Muhammad Ali im September 1978 in New Orleans, Gegner war Leon Spinks. Vor einer Rekordkulisse im riesigen Superdome errang Ali zum dritten Mal den (damals einzigen) WM-Gürtel. Vor ihm hatte das noch niemand geschafft. Am 27. Juli 1979 erklärte die lebende Legende ihren Rücktritt. Zwei der grössten Boxer aller Zeiten: Rocky Graziano (links) and Muhammad Ali im Jahr 1984. Ein bewegender Moment während der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta: Muhammad Ali entfacht das Olympische Feuer. Da seine Hände dabei stark zittern, erfährt die Welt, dass er als Parkinson leidet. Mit einem grossen, sehr besuchenswerten Museum widmet sich Alis Heimatstadt Louisville ihrem berühmtesten Bürger. Im ländlichen Kentucky hatte Ali als junger, aufmüpfiger Boxer latent mit Rassismus zu kämpfen. Eines der letzten Bilder von Muhammad Ali entstand im Spätherbst 2014. Schon einmal war er da ins Spital eingeliefert worden – allerdings auch wieder entlassen. Nun ist die Legende tot.

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Er setzte nicht nur beim Faustkampf Treffer, sondern auch mit messerscharfen und witzigen Bemerkungen. Er sah sich als König der Welt – und war eine Bedrohung für das Establishment. Er kämpfte sowohl um Weltmeisterschaften als auch für seine Rechte als Kriegsdienstverweigerer. Was er sagte, langweilte nie. Diese Art begeisterte und verärgerte die Massen zugleich. Im folgenden einige Zitate:

«Schweben wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene. Los geht's, junger Mann, los geht's.» (1964 vor seinen Kampf gegen Sonny Liston)

«Ich bin der König der Welt. Ich bin schön! Ich bin ein böser Mann! Ich rüttelte die Welt wach! Ich rüttelte die Welt wach!» (25. Februar 1964, nachdem er Liston besiegt hatte)

«Es ist schwer, bescheiden zu sein, wenn man so grossartig ist, wie ich es bin.» (ohne Datum)

«Ich will keinen Streit mit diesen Vietcong bekommen. Kein Vietcong hat mich jemals Nigger genannt.» (17. Februar 1966, Alis Erklärung, warum er den Wehrdienst in der US-Armee verweigert.)

«Ich habe George Foreman Schattenboxen gesehen. Der Schatten hat gewonnen.» (Vor dem «Rumble in the Jungle» gegen Foreman 1974.)

«Ich habe bereits gefeiert. Ich habe ein Gebet zu Allah gesprochen.» (28. Juni 1971, nachdem ihm gesagt wurde, seine Verurteilung wegen Wehrdienstverweigerung sei vom Obersten Gericht gekippt worden)

«Sie machten das, von dem sie dachten, was richtig war. Und ich machte das, von dem ich dachte, was richtig war.» (undatierte Stellungnahme zum langen Bemühen der Regierung, ihn ins Gefängnis zu bringen)

Quelle: Reuters.

«Ich habe mit einem Krokodil gerungen, einen Wal besiegt, Bäume gefällt, den Blitz verhaftet, den Donner eingesperrt, einen Fels ermordet, einen Ziegelstein krankenhausreif geprügelt. Ich bin so fies, dass selbst Medizin krank wird.» (Vor dem «Rumble in the Jungle» gegen Foreman 1974.)

«Ich sagte euch allen, allen meinen Kritikern, dass ich der Grösste aller Zeiten war (...). Macht mich niemals zum Verlierer bis ich ungefähr 50 bin.» (1. Oktober 1974, nachdem er George Foreman besiegt hatte und zum zweiten Mal Schwergewichts-Champion geworden war – in Kinshasa.

«Ich sah Ihre Frau. Sie sind nicht so dumm, wie Sie aussehen.» (Zum philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos, einige Tage bevor er Joe Frazier in Manila am 1. Oktober 1975 schlug.

«Meine Handschuhe werden ins Gefängnis kommen! Sie haben nichts getan – bislang.» (Nachdem ihm gesagt wurde, dass das für die Handschuhe zuständige Kommissionsmitglied diese bis zu seinem Kampf gegen Joe Bugner am 1. Juli 1975 in Kuala Lumpur sie in ein Gefängnis bringen würde.)

«Mein Name ist in Serbien, Pakistan, Marokko bekannt. Das sind Länder, die das (Galopprennen) Kentucky Derby nicht verfolgen.» («New York Times»-Interview im April 1977.)

«Alles, was ich tun kann, ist für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfen. Ich kann nicht jeden retten. Er ist eine Science-Fiction-Persönlichkeit, ich bin eine echte Persönlichkeit.» (In einer Pressekonferenz, in der Ali ein Comicbuch ankündigt, in dem er Superman schlägt).

«Die Leute sagen, dass ich heute so langsam rede. Das ist keine Überraschung. Ich habe errechnet, dass ich 29'000 Schläge abbekommen habe. Aber ich habe 57 Millionen Dollar verdient und ich habe die Hälfte davon gespart. Deshalb nahm ich ein paar harte Schläge hin. Wissen Sie, wie viele schwarze Männer jedes Jahr getötet werden durch Schusswaffen und Messer – ohne dass sie einen Penny besitzen? Ich mag langsam sprechen, aber mein Verstand ist ok.» (20. Januar 1984 bei einer Benefizveranstaltung für den Boxer Sugar Ray Seales, der wegen bei Kämpfen erlittenen Treffern fast vollständig erblindet war).

«Was ich körperlich erlitten habe war es wert für das, was ich im Leben erreicht habe. Ein Mann, der nicht mutig genug ist, Risiken auf sich zu nehmen, wird niemals etwas im Leben erreichen.» (In einer Pressekonferenz am 28. Oktober 1984 in Houston).

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • L. M. am 04.06.2016 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    ALI - THE GREATEST ONE

    ALI - für mich wirst Du immer der GRÖSSTE sein. Als kleiner Junge durfte ich Deine Kämpfe jeweils sehr früh morgens mit meinen Eltern verfolgen. Unvergesslich die Kämpfe "The Thrilla in Manila" und "The Rumble in the Jungle". THE GREATEST ONE hat uns verlassen. Er möge in Frieden ruhen.

  • Reader am 04.06.2016 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legende

    Die Sprüche kann man ihm nicht böse nehmen, er war halt ganz klar der Champ. Ruhe in frieden Muhammad Ali du bist und bleibst eine Legende.

  • ilber muratoski am 04.06.2016 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    allah rahmet / möge er im frieden ruhen

    Er hat alles richtig gemacht. der ganze welt ist im trauer, so was ist seltener als der diamant.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lorenz am 05.06.2016 01:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lebt in unseren Herzen weitet

    Bin soooo unendlich traurig.

  • F.D. am 04.06.2016 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    The Champ forever

    Ich bin nich traurig! jemandem Mitglied oder Kummer zu zeigen der so entschlossen Im und Ausserhalb des Ringes gekämpft hat wäre eine beleidigung

  • Beat Les am 04.06.2016 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ali und Elvis

    Er war einer der grössten Boxer. Er war grössenwahnsinnig. Er war nicht Gott. Er war ein Mann, für manche ein Vorbild. Aber er war nicht Elvis, der die Welt wachrüttelte. Er war wie Federer, top, aber irgendwie halt doch nicht revolutionär.

  • Urs am 04.06.2016 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legende

    Schade ist mit Clay/Ali wieder eine Legende von uns gegangen. Für mich mit Papp der beste Boxer aller Zeiten, beide jeweils in ihrer Gewichtsklasse.

  • Frau am 04.06.2016 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts für mich

    Für mich als Frau war er nichts anderes als ein grober, niveauloser Rüppel. Konnte nie etwas mit ihm anfangen. Für mich dreht sich die Welt auch ohne ihn weiter. Aber mutig war er, das stimmt

    • Iso am 04.06.2016 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau

      Ja er hätte viel sanfter mit lippenstift kämpfen sollen im Ring, ich beuge mich ihrer Weisheit

    • Christian am 04.06.2016 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau

      Bravo sehe ich auch so

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