Doping-Skandal

03. April 2016 08:36; Akt: 03.04.2016 08:36 Print

Britischer Arzt gesteht Doping von 150 Sportlern

Ein Mediziner soll sechs Jahre lang Radfahrern, Boxern, Tennis- und Fussballspielern leistungssteigernde Substanzen verabreicht haben – mit «phänomenalen» Resultaten.

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Die britische Anti-Doping-Behörde zeigt sich «zutiefst besorgt und schockiert» über die Berichte: Velofahrer über der Ziellinie. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Patrick Seeger)

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Ein britischer Arzt hat nach eigenen Angaben während sechs Jahren illegale leistungssteigernde Medikamente an 150 Sportler abgegeben. Das berichtet die «Sunday Times» diesen Sonntag.

Der 38-Jährige habe zugegeben, Teilnehmer der Tour de France, einen britischen Box-Champion, Tennisspieler und Fussballspieler der britischen Premier League mit verbotenen Substanzen wie EPO, Steroide oder Wachstumshormone gedopt zu haben. Darunter seien Spieler der Fussball-Teams von Arsenal, Chelsea und Leicester gewesen. Die Sportler hätten so «phänomenale» Leistungssteigerungen erzielt.

Investigativer Journalismus hat funktioniert

Die britische Anti-Doping-Behörde (UKAD) sagte, sie sei «zutiefst besorgt und schockiert» über den Bericht. In einem offiziellen Statement gratuliert UKAD der Zeitung zu ihren Recherchen. «Investigativer Journalismus hat gezeigt, dass er Informationen aufdecken kann, an die Behörden wie die UKAD sonst nicht gelangen würden», heisst es im Statement.

Die Journalisten haben verdeckt gefilmt, wie der Mediziner einem angeblichen Sportler leistungssteigernde Substanzen wie Testosteron und EPO verschrieb.

Die UKAD war allerdings wohl nicht komplett unwissend. Nicole Sapstead von der UKAD sagte zur Nachrichtenagentur Reuters, ein Sportler habe die Behörde bereits vor zwei Jahren über die Vorwürfe gegen den Arzt ins Bilde gesetzt. Ein Vorgehen sei allerdings nicht möglich gewesen, weil der Arzt keiner bestimmten Sportart zugeordnet war.

Gemäss Gesetzgebung kann die UKAD nur Athleten und deren Betreuerstab untersuchen, die selber einer Sportart angehören. Die Behörde habe in Betracht gezogen, den allgemeinen Medizinerrat zu informieren, der Ärzte in Grossbritannien überwacht. Man habe sich aber dagegen entschieden, weil die Beweise nicht ausreichend gewesen seien. Der UKAD-Vorsitzende David Kenworthy gab an, aufgrund der jüngsten Enthüllungen werde ein unabhängiges Gutachten über die Vorgänge erstellt.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gipsy am 03.04.2016 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    logisch!!

    wenn sich jemand der illusion hingibt dass die "spitzenleistungen" in vielen sportarten nur auf die einnahme von ovomaltine zurückzuführen ist lebt er/sie auch in der illusion der spitzensport sei heute noch sauber!! wo es um viel geld geht wird zur leistungssteigerung nachgeholfen !! nur nennen es heute viele nicht mehr dopen sondern optimieren!!!

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  • Dan am 03.04.2016 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Typisch, dass wieder Radfahrer auf dem 1. Foto zu sehen sind. Weshalb ist kein Tenisspieler oder Fussballer zu sehen? Dort wird einfach vieles von oben gedeckt.

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  • stu to go am 03.04.2016 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieviele noch

    Der wird nicht der einzige Artz sein....

Die neusten Leser-Kommentare

  • allright am 03.04.2016 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachweis

    Wieso kann man diese Mittel nicht nachweisen?

  • romeosail am 03.04.2016 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist halt so

    ist doch klar, ohne schummeln läuft im Spitzensport schon längst mehr. Alles freigeben wäre erlicher, natürlich auf eigenes Risiko.

  • Fabio am 03.04.2016 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    War zu erwarten

    So nun geht es auch dem ach so sauberen englischen Fussball endlich mal an den Kragen, nachdem der Deutsche Fussball schon vor ein paar Jahren seine Unschuld verloren hat. Aber hier in der Schweiz hat man immer noch das Gefühl das Betrügereien im Fussball nur ein Ding der Südländer ist.

    • Walter Schibli am 03.04.2016 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wer noch

      Ja aber auch Tennisspiel sind betroffen wie ist das mit Roger

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  • Schorleschlenzer am 03.04.2016 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    das hat sich ja gelohnt

    Hehe, wenn sich die Spieler der Englischen Nationalmannschaft oder von Premier Klubs in den letzten 6 Jahren wirklich gedopt haben sollen, dann war das für die Füße. In Brasilien war nach der Vorrunde Schluss, 2012 in Viertelfinale und 2010 im 1/8 Final. Und in der CL hat es für einen Sieg und einen zweiten Platz gelangt. Oder die anderen Nationen haben bessere Ärzte

    • ManU am 03.04.2016 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schorleschlenzer

      Den englischen Fussballern nützt offenbar auch Doping nix, wie man sieht.

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  • kai stutz am 03.04.2016 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    wacht auf

    der einzige skandel den es gibt ist, dass es heutzutage noch so viele naive menschen gibt welche denken, dass diese sportspitze KEIN Doping nimmt....