Nicolas Müller

21. Juni 2011 21:20; Akt: 21.06.2011 21:32 Print

Der Roger Federer des Squash

von Marcel Allemann - Ein Schweizer mischt die Weltspitze auf.

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Er war Junioren-Europameister sowie im Halbfinal der Junioren-WM. Und vor knapp einem Monat hinterliess er mit seinem 4. Platz an der «richtigen» EM in Warschau auch bei den Erwachsenen eine Duftmarke. Obwohl noch so jung (das ideale Squash-Alter erreicht man zwischen 26 und 28) ist Müller bereits die Nummer 35 in der Weltrangliste – Tendenz rapid steigend.

So weit oben war vor ihm noch kein Schweizer klassiert und vor ihm liegt nur ­gerade ein Spieler, der noch jünger als er selbst ist. Das alles zeigt: Bleibt Müller von gravierenden Verletzungen verschont, wird man in den nächsten Jahren noch viel von ihm hören.

«Ich möchte so viel herausholen, wie möglich ist. Einst war es mein Ziel, der beste Schweizer zu werden – das habe ich als 21-Jähriger bereits erreicht. Nun ist die nächste Herausforderung, es in die Top 10 auf der Welt zu schaffen.» Diesem Unterfangen hat der junge Sportler aus Hirzel alles untergeordnet: Seit zwei Jahren ist er als Profi auf der Tour unterwegs. «Mit Sponsoren, Preisgeldern und Startgeldern kann ich davon gut leben – aber natürlich nicht so wie ein Tennisspieler.» Schuld an der verheissungsvollen Squash-Karriere von Müller sind seine Eltern – oder ihre Unterlassungssünde, sich einen Babysitter zu besorgen, während sie gemeinsam hobbymässig squashten.

«Sie nahmen mich jeweils einfach in die Halle mit», erzählt das Talent, «und so bin ich schleichend in diesen Sport reingewachsen und dabei geblieben.» Am Squash fasziniert ihn «das Tempo und die Dynamik. Man kann sich auskotzen – nach einer Einheit ist man so richtig kaputt.»

Derzeit ist im Squash Sommerpause. Müller, der die Hälfte des Jahres im Ausland unterwegs ist, arbeitet deshalb derzeit abseits der Squashhalle an seinem Saisonaufbau. Ende Juli erfolgt dann mit dem Aus­tralian Open der Auftakt in die neue Saison.