Tierischer Begleiter

12. April 2019 19:07; Akt: 12.04.2019 21:18 Print

Der rennende Kaktus stiehlt allen die Show

von Adrian Hunziker - Den Marathon des Sables durch die marokkanische Wüste tun sich heuer nicht nur fast 800 Läuferinnen und Läufer an, sondern auch ein Hund namens Cactus.

Cactus absolviert den Marathon des Sables. (Video: Twitter/MARATHON DES SABLES)
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Stephen Homesy, ein Extremläufer aus Washington, entfernte sich am Dienstag während der dritten Etappe des Marathon des Sables – einem der anspruchsvollsten Etappen-Ultramarathons – von der üblichen Linie, die die anderen Teilnehmer benutzten. «Laufe ich ins Niemandsland?», fragte sich der US-Amerikaner mitten in der Wüste. Da sei plötzlich ein Hund aufgetaucht, Homesy folgte ihm und fand wieder in die Route. «Ich weiss nicht, weshalb ich ihm folgte, aber es sah danach aus, als wüsste er, wo es durchging.»

Ja, der Hund wusste es genau. Er ist der grosse Star des diesjährigen Rennens, das 230 Kilometer durch die marokkanische Sahara führt. Die Läufer tauften den männlichen Streuner Cactus. Der Vierbeiner tauchte am Montag – die erste Etappe am Sonntag hatte er ausgelassen – plötzlich auf und rannte rund 24 Kilometer mit. Die Teilnehmer spulen während des Ultramarathons im Schnitt täglich 38 Kilometer über sechs Tage durch die sengende Hitze ab. Cactus hatte nach seinem Debüt am Montag noch nicht genug und absolvierte sowohl die Etappe am Dienstag wie auch die Königsetappe am Mittwoch über 76 Kilometer.

Die 785 menschlichen Teilnehmer – darunter auch 13 Schweizerinnen und Schweizer – mussten die längste Etappe des Rennens am Mittwoch innerhalb von 31 Stunden absolviert haben. Cactus benötigte gerade mal 11 Stunden und 15 Minuten, einige Zeit kämpfte er sich sogar durch einen Sandsturm. Offiziell hat der Vierbeiner bisher über 85 Meilen (über 136 km) hinter sich gebracht. Für seine Leistung hat er bereits eine Medaille umgehängt bekommen.

Cactus noch ohne Wehwehchen

«Ich weiss, dass er es geniesst», wird Karen Hadfield, eine britisch-australische Hotelière aus dem Ort, wo Cactus herkommt, von NYtimes.com zitiert. Sie möchte den Hund am Samstag, wenn die letzte Etappe zu Ende geht, im Ziel in Empfang nehmen. Bis dahin verbleibt Cactus offiziell im Rennen – auch wenn er die Teilnahmegebühr von 3500 US-Dollar noch schuldig ist. Er bekommt von den Offiziellen wie auch von den Teilnehmern Wasser und Essen verabreicht. Im Gegensatz zu den Läuferinnen und Läufern scheint der Vierbeiner keine Blasen davonzutragen, berichtet eine anwesende Fusspflegerin.

Die am Marathon anwesenden Berber sind sich alle einig, dass sie so etwas noch nie gesehen haben. «Vielleicht bringen im nächsten Jahr alle Teilnehmer ihre Hunde mit», sagte ein Fahrer. Wo sich Cactus, der auch am Freitag zur Etappe angetreten war, und alle menschlichen Teilnehmer gerade befinden, können Sie via Satellit hier mitverfolgen.

Resultate und Tabellen

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ulle am 12.04.2019 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaktus

    Hoffentlich findet Kaktus danach bei irgendeinem der Läufer ein schönes Zuhause.

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  • Was für ein am 12.04.2019 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    schönes Tier

    Genau darauf hoffte ich beim Lesen auch

  • Uar Uar Die Allsehende Krähe am 12.04.2019 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Tiere...

    "wissen" vielleicht nicht viel, aber sie fühlen. Das ist einfach eine andere art "Wissen" :-) Übrigens, die Katzen werden bald die Erde eRobert haben... Uar Uar

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Kaktus am 13.04.2019 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Der Name passt

    Cactus wird gewinnen, 100%.

  • Avenarius am 13.04.2019 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Scott Jurek "Eat & Run)

    Ihr wollt den echten Forest rennen sehen? Das Buch des besten Ultra-Marathon Läufers Scott Jurek "Eat & Run" ist das beste Buch über Laufen, Essen und Sportpsychologie. Er hatte übrigens auch immer einen Hund beim Trainieren dabei. Bereichernd für jedes Leben.

  • Hunde Freunde fürs Leben am 13.04.2019 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gobi

    Das hat sich unter den Hunden rumgesprochen! Mit Gobi durch die Wüste ist eine wahre Geschichte und sie scheint sich jetzt zu wiederholen! Wünsche Cactus alles Glück und einen Lebensplatz!

  • rumpli am 13.04.2019 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neuer trend

    ja, ja. jetz wirds wohl spinner geben, die auch mit ihrem hund solche marathons laufen werden. das wird dann so wie die brutalen, gnadenlosen hundeschlitten rennen. cactus lief freiwillig und ohne zwang und schläge mit. bravo hundi.

  • Lola am 13.04.2019 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cooler Hund

    Echt super dieser Hund. Aber obacht, nur weil es ein Hund kann, heisst es nicht, dass alle anderen auch dafür geeignet sind, bitte trimmt eure Hunde nicht ab, weil ihr in die Medien möchtet. Viele Hunde würden sowas nicht überleben und rennen bis sie sterben.