Tiger, Jets und Diamantenstaub

07. Januar 2019 19:20; Akt: 07.01.2019 19:22 Print

Die Luxusmarotten der Sportstars

Ein goldenes Steak? Darüber können Grössen wie Mike Tyson, Michael Jordan und auch Rafael Nadal nur müde lächeln.

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Sie denken, Franck Ribérys goldenes Steak sei extravagant? Darüber kann Pierre-Emerick Aubameyang nur müde lächeln. Arsenals Starstürmer besitzt nämlich auch etwas aus Gold: einen Lamborghini. Kostenpunkt: umgerechnet rund 340'000 Franken. Apropos Luxusautos: Cristiano Ronaldo fährt so viele davon, dass seinem Sohn (Cristiano Ronaldo Jr.) nicht auffällt, welcher Wagen in der Garage fehlt. Der Porsche? Nein. Der Rolls-Royce? Nein, viel schneller. Ach so, dann vielleicht doch der Lamborghini. An den Ferrari, den Aston Martin oder den Bentley hat der Kleine gar nicht erst gedacht. Auch Mario Balotelli fährt gern teure Wagen. Da müsste man annehmen, dass Karossen in dieser Preisklasse immerhin über ein Navigationsgerät verfügen. Doch offenbar hält der italienische Fussballprofi nicht viel davon. Die Strecke von Manchester nach London liess er sich während seiner Zeit bei Manchester City im Jahr 2012 von einem Taxifahrer zeigen. In seinem 120'000 Franken teuren Maserati fuhr er brav hinterher. Pro Strecke kostete ihn das rund 1000 Franken. Ganz generell nicht viel von Autos scheint Michael Jordan zu halten. Nun, wieso auch, wenn man seinen eigenen Privatjet kaufen kann. Der Flieger, inklusive eigenem «Air Jordan»-Logo am Heckflügel, kostete auch nur läppische 34 Millionen Franken. Autos? Zu normal. Flugzeuge? Umweltschädlich. Da zeigte sich der frühere Boxweltmeister Mike Tyson doch etwas tierfreundlicher. Neben einer Taubenzucht leistete sich «Iron Mike» zwei bengalische Tiger im Wert von 140'000 Dollar. Obwohl: Ob das wirklich im Sinn der Tiere war? Apropos Raubtiere. Auf die steht auch Gilbert Arenas. Der ehemalige Basketballprofi liess in seiner Luxusvilla ein Aquarium einbauen. Mit echten Haien. Allein das Futter kostete monatlich 5000 Dollar. Dazu kam natürlich ein eigener Pfleger. Immerhin: Damit verfolgte der Mann eine klare Linie: Schliesslich spielte er auch schon für die Shanghai Sharks. Ob so viel Extravaganz (und Tierquälerei?) knirschen Sie mit den Zähnen? Da empfehlen wir den Mundschutz von Floyd Mayweather. Der ungeschlagene Boxweltmeister liess sich für den angeblichen Kampf des Jahrhunderts gegen Manny Pacquiao einen Beissabdruck 25'000 Dollar kosten. Ein Zahnarzt in New York veredelte den Schutz nicht nur mit Diamantenstaub, sondern auch mit 100-Dollar-Noten. Mayweathers Party nach dem Sieg gegen Pacquiao dürfte wild ausgefallen sein. Aber so wild wie diejenige von Usain Bolt im August 2017? Anlässlich seines schweres Stück Fleisch für 580 Euro und natürlich ganz viel Champagner. 70 Flaschen Dom Perignon Rosé 2002. Jede davon kostete 1100 Euro – fast viermal so viel, wie Ribérys goldenes Steak. Wobei: Der übermässige Champagnerverbrauch erstaunt nicht, wenn der edle Tropfen nur sekundär zum Trinken gebraucht wird. So, wir haben uns lange genug aufgeregt. Wo wir das gesehen haben? Auf Rafael Nadals Luxusuhr. Wieso nicht auch zuschlagen? Wer bei Google «Rafael Nadal Uhr» eingibt, stösst sehr schnell auf den Eintrag: «Richard Mille – Rafael Nadal Uhren günstig kaufen». Tatsächlich: Das günstigste der aufgelisteten Accessoires von TPT Quartz kostet 161'000 Franken. Ein Schnäppchen im Vergleich zu Nadals Exemplar: Das ist rund 760'000 Franken Wert.

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Und schon ist sie wieder gross, die Empörung. Sie grenzt an Hysterie. Ja, Franck Ribéry hat sich im Ton vergriffen. Massiv. Darüber wurde ausführlich berichtet. Franck Ribéry wurde im Internet aber auch angefeindet. Massiv. Darüber wurde weniger berichtet. Wieso die Aufregung? Er ass ein Stück Fleisch. Mit Gold überzogen. Zweifelsohne dekadent, gerade, weil es um Nahrung geht. Dass dieses Steak auf der Menükarte des Dubaier Nobelrestaurants Nusr-Et steht, ist jedoch ebenso wenig die Schuld des französischen Fussballprofis wie die Tatsache, dass nahezu alle grossen Medien übersehen haben, dass die Preise dort in Dirham angeschrieben sind. Aus 1200 Euro werden also plötzlich umgerechnet weniger als 300. Auch wenn der Bayern-Star selbst hätte zahlen müssen (was er gemäss seinem Chef Karl-Heinz Rummenigge nicht musste), wäre das bei einem Jahressalär von 12 Millionen Euro doch kein grosses Problem gewesen – und sein gutes Recht.


Video: Ribéry rastet auf Twitter aus

Der Bayern-Profi vergreift sich nach Kritik massiv im Ton. Video: Twitter


Ausserdem ist der 35-Jährige bei weitem nicht der einzige Sportstar, der gern protzt. Nur die Reaktionen fallen je nach Beliebtheitsgrad unterschiedlich aus. So war es im August 2017 kaum der Rede wert, dass Usain Bolt zu seinem 31. Geburtstag in Mykonos eine Party schmiss, die eine Rechnung von über 88'000 Euro zur Folge hatte. Und das, obwohl die Feiergemeinschaft gerade mal zwei Stunden in der Nobelstrandbar Nammos verbrachte. In dieser Zeit hatten die Feiernden aber genug Zeit, ein 1,6 Kilo schweres Steak zu essen (Kostenpunkt 600 Euro) und 70 Flaschen Dom Perignon Rosé 2002 zu trinken. Obwohl, die pro Stück 1100 Euro teuren Getränke wurden allem Anschein nach nicht nur getrunken.

Heftiger fielen die Reaktionen auf Mike Tysons Extravaganz aus. Der frühere Boxweltmeister leistete sich zwei bengalische Tiger als Haustiere. Insbesondere Tierschützer waren wenig begeistert. Mittlerweile ist Tyson seine beiden Katzen wieder los. Er sei reifer geworden, vielleicht sogar erwachsen, sagte er 2012 in einem Interview mit dem «Spiegel».

Diamantenstaub im Mundschutz

Auch dank Tyson sind protzende Boxer mittlerweile business as usual. Floyd Mayweather bewegte sich in Sachen Exzentrik allerdings in eigenen Sphären. Nicht umsonst lautet sein Kampfname «Money». Um dem gerecht zu werden, liess er sich für den «Jahrhundertkampf» gegen Manny Pacquiao einen Mundschutz anfertigen. Mit eingearbeitetem Diamantenstaub. Und 100-Dollar-Noten. Der Gebissabdruck kostete schlappe 25'000 Dollar. Ein Bruchteil seiner Börse aus dem Pacquiao-Fight: 120 Millionen Dollar.

Den Kampf in Las Vegas besuchte auch Michael Jordan. Gut möglich, dass er in seinem eigenen Privatjet angeflogen kam. Nach seiner Karriere bezahlte der möglicherweise beste Basketballer der Geschichte 30 Millionen Dollar für sein Fortbewegungsmittel, das am Heckflügel mit seinem legendären «Air Jordan»-Logo verziert wurde. Von seiner Fangemeinde wurde er für den Erwerb dieses Prachtstücks gefeiert. Im Gegensatz zu Ribéry, dem vorgeschlagen wurde, lieber Geld zu spenden, statt ein mit Gold überzogenes Steak zu essen. Allein mit dem Preis von Jordans Flugzeug hätte er 100'000 dieser Steaks essen/verteilen können. Oder 110-mal Pierre-Emerick Aubameyangs Auto kaufen. Denn der Arsenal-Stürmer hat nicht ein Stück Fleisch mit Blattgold überziehen lassen – sondern gleich einen ganzen Lamborghini.

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(fas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • angelina am 07.01.2019 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    no-go

    wildtiere sind ein no-go! immer wieder haben menschen das gefühl, tiere kann man wie marionetten führen und wie eine ware hinstellen. die macht des geldes bringt viele zu unüberlegteb handlungen.

  • Marie L. am 07.01.2019 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flasche leer...

    Damit bewahrheitet sich wieder jedes Vorurteil gegen diese Art von Stars. Weshalb regt sich hier niemand über die Gehälter auf, bei CEOs und Politikern aber schon?

  • tohuwabohu am 07.01.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    no go

    nun ja, angeberei scheint der mensch zu brauchen. wenn diese protzer edelmetalle/steine brauchen, ok. obwohl die natur massiv leided beim abbau. aber (wild)tiere nur zum imponieren? das gehört verboten...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Küde Bike am 08.01.2019 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UHR Sponsoring

    Die Stars wie Rafa oder Roger werden gesponsert von den Uhren Firmen. Richard Miller gleich Nadal und Roger mit Rolex. Ist auch so mit diversen Hollywood Schauspieler so. Brad Pitt, George Clooney usw.

  • Katja am 08.01.2019 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regt mich auf!

    Aufreger Wie viel Gutes könnten diese ach so wichtigen Personen mit ihrer Knete leisten! Ich finde das alles extrem dekadent. Es sind doch mit wenigen Ausnahmen diejenigen die andere unterstützen, die selber nicht viel haben.

  • angelina am 07.01.2019 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    no-go

    wildtiere sind ein no-go! immer wieder haben menschen das gefühl, tiere kann man wie marionetten führen und wie eine ware hinstellen. die macht des geldes bringt viele zu unüberlegteb handlungen.

  • Marie L. am 07.01.2019 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flasche leer...

    Damit bewahrheitet sich wieder jedes Vorurteil gegen diese Art von Stars. Weshalb regt sich hier niemand über die Gehälter auf, bei CEOs und Politikern aber schon?

  • Dagobert am 07.01.2019 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Mo money mo problems

    Leben und leben lassen! Mir sind Leute zwar sympatischer die viel Geld haben und nicht damit protzen und am Boden geblieben sind. Aber wer will es jemand verdenken der es sich verdient hat.