Streckenpläne

14. März 2019 12:00; Akt: 14.03.2019 17:35 Print

Die Rad-WM fährt mitten durch die Zürcher Altstadt

von Emil Bischofberger - Alle Rennen enden auf dem Sechseläutenplatz. Gestartet wird in Winterthur, Uster, Affoltern am Albis – und auf der offenen Rennbahn.

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Wo soll das Herz eines Sportevents sein, der nicht an ein Stadion gebunden ist? Im Zentrum der Stadt. Der Entscheid war so letztlich ein logischer: Auf dem Sechseläutenplatz werden im September 2024 die Rad-Weltmeister gekürt. Dort soll auch genug Platz für die Fans sein; weitere Fanzonen sind am Bürkliplatz, am Limmatquai und beim Münsterhof geplant.

Der Sechseläutenplatz ist auch aus radhistorischer Sicht ein logischer Ort, die Züri-Metzgete hatte bis zu ihrer letzten Profi-Austragung 2006 ihr Ziel auf der Bellerivestrasse, nur einige 100 Meter entfernt. Jener Ort war nahe dem Zentrum, aber eben doch nicht ganz: Er zeigte treffend den damaligen Stellenwert des Velos in Zürich. Man erachtete es als wichtig, aber eben doch nicht als zentral. Das ändert sich mit der WM 2024 definitiv, und davon spricht der im Bewerbungsdossier skizzierte Parcours.

Spektakel in der Altstadt

Dessen zentrales Element ist die 22,6 Kilometer lange Schlussrunde, die mehrfach befahren wird, je nach Kategorie. Vom Sechseläutenplatz geht die Fahrt über die Quaibrücke zum Bürkliplatz, von dort zum Münsterplatz, durch die gepflästerte Altstadt und den Rennweg, über die Rudolf-Brun-Brücke, vorbei am Kunsthaus und von dort stadtauswärts Richtung Witikon, wo die Fahrt via Zollikerberg, Zumikon, Küsnacht und Zollikon wieder hinunter zur Seestrasse führt, zurück in Richtung Sechseläutenplatz. Das ergibt 435 Höhenmeter pro Runde, was für Radprofis nicht enorm viel ist. Addiert wird es aber für ein sehr anforderungsreiches Rennen sorgen, schliesslich werden die Profis die Schlussrunde siebenmal absolvieren – was für sie inklusive Anfahrt 246 Kilometer und 4175 Höhenmeter bedeutet.

Zur Anfahrt: Die Profirennen der Frauen und Männer sollen in Winterthur starten und in einer Schlaufe durch den nördlichen Teil des Kantons und via Pfannenstiel auf die städtische Schlussrunde führen. Noch ist nicht jede Durchfahrt definitiv, aber die Grafiken aus dem Bewerbungsdossier geben eine ziemlich präzise Idee. Dasselbe gilt für die Rennen der Junioren und U-23, welche voraussichtlich in Uster (auch via Pfannenstiel) respektive Affoltern am Albis (via Buchenegg) starten werden.

Unter den vielen Ideen, die in der ersten Projektphase zum Thema Zürcher WM-Strecke gesponnen wurden, gehörte die Integration der offenen Rennbahn zu den beliebtesten. Radsportromantiker träumten von einer Zielankunft im Beton-Oval, wie es im Profisport nur noch bei Paris–Roubaix der Fall ist. Diese Idee scheiterte aber nur schon an den logistischen Voraussetzungen, die auf der Oerliker Rundbahn nicht gegeben gewesen wären. Trotzdem soll die Rennbahn nun einen grossen Auftritt erhalten: als Startort des Einzelzeitfahrens, welches danach in einem weiten Bogen, vorbei am Greifensee, via Hombrechtikon und Feldbach zum Ufer des Zürichsees führt und von dort zurück in die Stadt. Die 57 Kilometer lange Strecke ist fast schon eine Hommage an den Ambassador der WM 2024, an Stefan Küng. Der Thurgauer feierte auf der Rennbahn seine ersten Erfolge, die Strecke ist danach mit ihrer sachten Steigung auf ihn als starken Roller zugeschnitten.

Radsport

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Greta-Fan am 14.03.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Campingplatz

    Ob Greta da auch mitfährt? Falls ja, wird sie sicher im Zelt übernachten. Kennt jemand einen guten Camping in Züri? Freitags hat sie ja frei.

  • Mike Hugentobler am 14.03.2019 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Apothekenrundfahrt

    Heja, in der Innenstadt ist ja die Dichte an Apotheken am höchsten. Nicht, dass die Rad-Sportler noch an Unterversorgung leiden...

  • Per Holund am 15.03.2019 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Anlass

    Es ist wie immer in Zürich. Es wird nur gemotzt. Es ist ein klares Zeichen des absoluten Wohlstandes. Seid doch froh, dass eine solche Veranstaltung für Abwechslung sorgt. Geht hin und unterstützt die Fahrer. Lasst das Auto zu Hause stehen und fährt mit dem Velo hin, dann melkt ihr auch, was diese Sportler leisten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stadtberner am 16.03.2019 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Merci nach Zürich!

    In der Berner Altstadt gibt es schon genug Events. Langsam ist sie überfrachtet. Hier gibt es auch Leute, die hier wohnen.

  • Per Holund am 15.03.2019 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Anlass

    Es ist wie immer in Zürich. Es wird nur gemotzt. Es ist ein klares Zeichen des absoluten Wohlstandes. Seid doch froh, dass eine solche Veranstaltung für Abwechslung sorgt. Geht hin und unterstützt die Fahrer. Lasst das Auto zu Hause stehen und fährt mit dem Velo hin, dann melkt ihr auch, was diese Sportler leisten.

    • Daisydream am 15.03.2019 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Per Holund

      Da wird sich bestimmt jeder freuen, der zur Arbeit muss und mit Radsport nichts am Hut hat, aber deswegen Umwege gehen/fahren muss. Als hätte es nicht schon genug Verkehr in dieser Stadt.

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  • Ruedi am 15.03.2019 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    geht doch mal...

    nach Unterägeri oder so....Muss jede Hundsverlochete durch Zürich gehen..... es gibt tatsächlich noch Leute, die in Zürich wohnen und nicht jedes Wochenende eine komplett abgesperrte Stadt wollen....

    • Mitbürger am 15.03.2019 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi

      Oh, das tut mir sehr leid!

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  • Walter am 15.03.2019 05:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drogen WM

    Was soll dies, wohne an der Strecke und muss in Kauf nehmen Schwierigkeiten beim Arbeitsweg zu haben. Dies wegen den Drogensüchtigen.

  • B. Ravo am 15.03.2019 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Toll! Endlich ein Grund mehr, Zürich zu meiden........ !!! =D